16 Dreier ebnen den Weg zum Erfolg

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Nebojsa Erkic (gelbes Trikot) streckt sich, um sich gegen den Mannheimer durchzusetzen. Der Haller steuert 25 Punkte zum Erfolg über den Tabellenzweiten bei.  Foto: 

Die Ansetzungen gegen die SG Mannheim waren schon immer etwas Besonderes. Die Begegnung vom Samstag, ausgetragen unter den fachkundigen Blicken des Haller Oberbürgermeisters Hermann-Josef Pelgrim, hat jedoch einen Eintrag unter der Kategorie „denkwürdig“ verdient.

Der Tabellenzweite Mannheim musste gewinnen, um seine Chancen im Kampf um die Meisterschaft zu wahren. Für Hall wiederum war es die vorerst letzte Gelegenheit, an dem Spitzentrio Kirchheim, Mannheim und Crailsheim dranzubleiben. Begleitet von einigen hektischen Phasen auf beiden Seiten waren es zunächst die Flyers, die in die Spur fanden und nach der Hälfte des ersten Viertels mit 18:6 führten. Angetrieben von ihrem überragenden bulgarischen Aufbauspieler Mirel Klimentov gelang es den Gästen, bis zum Ende dieses Quarters auf 18:24 zu verkürzen.

Auch der zweite Durchgang beinhaltete alle Höhen und Tiefen, die ein Basketballspiel zu bieten hat. Beim Halbzeitstand von 47:43 war unverkennbar, „dass da noch einiges an Dramatik zu erwarten war“. Diese Erkenntnis setzte sich auch im dritten Viertel fort, das die Einheimischen mit 68:63 in Front sah. Aber es sollte, was das Nervenkostüm auf beiden Seiten betraf, noch viel schlimmer kommen. Die Hallenanzeige zeigte noch 4,5 Sekunden an Restspielzeit, als die Flyers bei einem 84:86-Rückstand zwei Freiwürfe zugesprochen bekamen. Igor Salamun zeigte sich als Mann ohne Nerven und raubte den Gästen vorerst den Sieg, den sie schon so dicht vor Augen hatten.

Cavlin behält die Nerven

Damit ging es in die fünfminütige Verlängerung und der bis dahin abgelaufene Film wurde nochmals getoppt. Dazu die Zwischenstände aus Haller Sicht: 90:91 bei 3:21 Minuten Restzeit, 94:94 bei 1:27 Minuten. Nun sollte nach Igor Salamun Flyers-Kapitän Radovan Cavlin zum zweiten Held des Abends werden. Cavlin, der in der ganzen Woche erkältungsbedingt mit dem Training aussetzen musste, markierte 7,9 Sekunden vor Schluss mit zwei Freiwürfen das 97:95. Angriff Mannheim: Ivica Markovic, der an diesem Abend eine riesige Defensivleistung ablieferte, sicherte den Rebound, 1,2 Sekunden vor Ende Foul an Cavlin, der anschließend den 98:95-Endstand markierte.

Es war eine Partie zweier völlig gleichwertiger Mannschaften. Während die Gäste durch ihre Spielkultur bestachen, glänzte die Mannschaft von Sova Taletovic durch eine vorher noch nie in dieser Zahl registrierten Dreierquote. 16 erfolgreiche Würfe jenseits der 6,75 Meter, erzielt von sechs verschiedenen Spielern, waren der Schlüssel zum Erfolg. Hinzu kam, dass Wechselspieler wie Michael Heck oder Julian Gais, die zwischendurch für längere Abschnitte auf der Bank saßen, direkt voll da waren, sobald sie gefordert wurden. Und die letzte Kleinigkeit hin zum viel umjubelten Sieg lag in dem sichtbaren Willen, dieses Spiel gegen den Favoriten unbedingt gewinnen zu wollen.    

Am kommenden Sonntag ist die Mannschaft zu Gast bei der BSG Ludwigsburg. Dort geht es darum, sich keinen Ausrutscher zu leisten, denn eine Woche später läuft mit dem VfL Kirchheim/T. der bis dato ungeschlagene Tabellenführer in Schwäbisch Hall auf.

TSG  Hall – SG Mannheim 98:95

TSG Hall: Marin Brzica, Radovan Cavlin (20, 5 Dreier), Nebojsa Erkic (25, 2), Julian Gais (6), Michael Heck (9, 2), Jozef La Rosa (9, 1), Ivica Markovic (2), Igor Salamun (24, 5), Trim Salihu (3, 1), Athanasios Stergatos.

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