Übung: Zwei Vermisste aus dem Rauch gerettet

Freiwillige Feuerwehr probt am Samstagnachmittag Ernstfall in Abbruchhaus an der Untermünkheimer Ortsdurchfahrt und nebelt Räume für realistisches Szenario ein.

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Weißer Qualm steigt gegen 14 Uhr am Samstag aus den Fenstern des Gebäudes Hohenloher Straße 27 in Untermünkheim auf, das ein paar Meter versetzt von der Ortsdurchfahrt steht. Schon kurze Zeit später hält das große Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr an der B 19, Schläuche rollen, Männer legen Masken an und setzen sich die Atemluftflaschen auf den Rücken. Mathias Müller berichtet Einsatzleiter Dieter Wolpert, dass Menschen im Haus vermisst werden. „Da wohnen normal zwei, ich weiß auch nicht mehr“, sagt er mit Achselzucken. Wolpert fackelt nicht lange: „Zur Personenrettung ins Gebäude“, befiehlt er dem Angriffstrupp.

Schnell ist aber klar: Alles ist nur eine Übung. Müller gehört selbst der Mannschaft an und hat das Szenario mit vorbereitet, auch Bürgermeister Christoph Maschke ist da. Das Haus diente früher einem Friseur als Domizil, nun soll es bald abgerissen werden. „Das ist für uns ideal zum Üben, weil wir da jetzt mit Wasser im Schlauch reingehen dürfen“, erklärt Kommandant Martin Munz, der heute nur seine Mannschaft beobachtet, sich Notizen macht und am Ende eine Manöverkritik abgibt.

Dass das Haus weg kommt, das wissen die Nachbarn bereits – weil aber Rauch aufsteigt, machen sie sich nun doch Gedanken über die Art und Weise. „Brennen die das Haus jetzt ab?“, fragt eine Frau vom angrenzenden Balkon. Beruhigt ist sie, als sie hört, dass es nur Diskonebel aus einer Maschine ist, der da aus dem Fenster weicht.

Für die Mannschaft tut der aber  seinen Dienst: Die Helfer sehen im Obergeschoss, wo zwei Puppen als vermisste Personen herhalten müssen, die Hand vor Augen nicht. Ganz einfach ist es für die Trupps nicht, mit der Ausrüstung, der Maske vor dem Gesicht und dem Schlauch voll Wasser, den sie durchs Treppenhaus hinter sich herziehen, durchs Gebäude zu kriechen. Kurz darauf tragen zwei Männer aber den ersten Vermissten nach draußen.

Hinter dem Haus hat das Übrigshäuser Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug Stellung bezogen. Dort spritzt sogar das Wasser echt. Zwei junge Mannschaftsmitglieder sorgen für die sogenannte Riegelstellung, sorgen also mit ihrer Wasserwand dafür, dass das fiktive Feuer nicht aufs benachbarte Haus übergreifen kann. An der Vorderseite trägt der nächste Trupp die zweite Person heraus, die er gefunden hat. Die Übung wird kurz darauf beendet.

Etwas enttäuscht ist Munz, dass gerade an einem Samstag nur 16 seiner rund 45 Aktiven zur geheimen Übung gekommen sind. Ob wohl die moderne Technik daran schuld ist, dank der jetzt gleich beim Alarm auf dem Display der Piepser „Alarmübung“ erschienen ist? Im Ernstfall wäre aber fehlendes Personal kein Problem, weitere Kräfte oder die Nachbarn aus Hall hätte der Kommandant dann nachalarmiert.

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