Zwei Kämpferinnen vereint

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Gerlinde Mayer und Anita Mögerle haben wieder Grund zu lachen: Sie eröffneten ihre Geschäfte in Braunsbach wieder. Foto: Denise Fiedler  Foto: 

Warmer Kerzenglanz, ein Hauch von Weihnachten in der Luft, dazu strahlende Gesichter. Die Adventsausstellung im Blumenladen Sonnenblume übertrifft alle Erwartungen. Vor allem, wenn man in den vergangenen sechs Monaten Anita Mögerles Laden betreten hat. Von der Sturzflut im Mai schwer gezeichnet, war die letzte Zeit geprägt von der Renovierung, die nun mit der Wiedereröffnung und einem ausgelassenen Fest abgeschlossen wurde. Die Räume sind wieder mit Leben gefüllt – nicht mehr mit Schlamm und Geröll.

Entsprechend fröhlich sind die vielen Gäste, die sich in der Orlacher Straße tummeln. Interesse an den weihnachtlichen Kunstwerken paart sich mit der Neugier, wie die neuen Räume aussehen. Wer sich genau umschaut, kann Erinnerungsstücke entdecken. An der Decke hängen Treibhölzer, die in der Flutnacht angeschwemmt wurden. Die Floristin hat sie umgestaltet zu einer schicken Lampe.

Auch die Gemeindeverwaltung hat ihr ein Souvenir mitgebracht: Eingraviert in einen Gedenkstein ist das Datum des verheerenden Unglücks. Bei jeder Wiedereröffnung schenken Frank Harsch und seine Mitarbeiterinnen zudem zwei Stunden lang Sekt für die Gäste aus.

Besucher tauschen sich über Erinnerungen aus oder über Arbeiten, die noch anstehen. Etliche Geschäfte in Braunsbach haben noch bis ins nächste Jahr hinein geschlossen. Neben Anita Mögerle ist Gerlinde Mayer eine der Ersten, die wiedereröffnen konnte. Ihre Kochertalapotheke ist seit 7. November regulär geöffnet. Deutlich geschwächt sei noch der Kundenstrom, erzählt sie. Dadurch, dass kaum andere Geschäfte geöffnet hätten, würden viele ihre Erledigungen noch außerhalb unternehmen.

Vor allem aber habe die Arztpraxis im selben Gebäude noch geschlossen. Dr. Uwe Martin hat es heftiger getroffen, die Renovierung wird sich wahrscheinlich bis Januar ziehen. Danach werden mehr Kunden in ihre Apotheke finden, hofft Gerlinde Mayer. „Die Leute trauen sich noch nicht nach Braunsbach“, erzählt sie. In ihrer Filiale in Untermünkheim werde sie immer wieder darauf angesprochen.

Bei Anita Mögerle stehen noch die Außenarbeiten an. Aber noch immer ist die Versicherungslage nicht geklärt. Fällt der Garten unter Privatnutzen oder gehört er zum Betrieb, da sie auch etliche Blumen für ihre Sträuße dort gezogen hat? Obwohl sie die Sache einem Anwalt übergeben hat, ist sechs Monate nach dem Unglück keine Einigung erreicht. Außerdem müssen erst Arbeiten von der Gemeinde aus am Bachbett erfolgen, der untere Stützbereich wird mit Landesmitteln saniert. Im nächsten Frühjahr soll es damit losgehen. „Frühestens 2018 können die Arbeiten bei mir im Garten beginnen. Dafür wird dann alles so, wie ich es schon immer haben wollte“, gibt sie sich optimistisch.

Mit dieser Einstellung und ihrer fröhlichen Art hat sie schon die lange Zeit des Nicht-arbeiten-Könnens überstanden. Auch die Hilfe von Freunden hat sie über Wasser gehalten. Bis August hat eine ihrer Freundinnen sie und Hund Oskar beherbergt. Zwei andere Kameraden haben ihr das neue Logo, Visitenkarten und Autoaufkleber gesponsert – auch wenn Silke Abel und Joachim Weniger als Braunsbacher Unternehmer ebenfalls viel zu tun hatten mit den Flutfolgen.

Die Kreativität nicht verloren

Anita Mögerle ist überwältigt vom Andrang am Sonntag, verkneift sich das ein3 oder andere Tränchen. Alte und neue Freunde sind teilweise von weither gekommen, um Anita alles Gute für den Neubeginn zu wünschen. „Ich finde es bewundernswert, dass du deine Kreativität nicht verloren hast“, sagt ihr eine Besucherin. Nur eines von vielen Komplimenten am Sonntag.

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