Zurück zur Reichsstadt?

Die Stadt Reutlingen - südlich von Stuttgart neben Tübingen gelegen - hat etwas vor, was sich noch keine Stadt in der Geschichte Baden-Württembergs vorgenommen hat: Die Kommune mit 111.000 Einwohnern will aus dem Landkreis Reutlingen ausbrechen.

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    Die Haller Kirche St. Michael steht in einer Stadt, deren Oberbürgermeister im Kreis bleiben will. Foto: 
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    Die Marienkirche in Reutlingen steht in einer Stadt, die ihren Landkreises verlassen will. Foto: 
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Die Stadt Reutlingen - südlich von Stuttgart neben Tübingen gelegen - hat etwas vor, was sich noch keine Stadt in der Geschichte Baden-Württembergs vorgenommen hat: Die Kommune mit 111.000 Einwohnern will aus dem Landkreis Reutlingen ausbrechen, kreisfreie Stadt werden, den Status erreichen, über den bisher neun Städte im Südwesten verfügen. Sie sind für einige Aufgaben selbst verantwortlich, die andernorts der Kreis erledigt.

Reutlingen will kreisfrei werden: Hall aber nicht

Wäre das nicht auch eine Option für Schwäbisch Hall? Wäre es nicht verlockend, so eigenständig zu werden wie Baden-Baden, Heidelberg oder Heilbronn? Die eingefleischten Schwäbisch Haller fühlen sich sowieso oft wie Reichsstädter und nicht wie Bewohner eines Kreises im ländlichen Raum, in dem auch noch Crailsheim liegt.

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hält den Schritt, den Reutlingen macht, in diesem Fall für richtig. Er würde das bei der Großstadt auch unterstützen. Pelgrim: "Für die Größe von Schwäbisch Hall ist das nicht angemessen. Zumal die Synergie der einzelnen Aufgaben über den Landkreis sinnvoll sind - wie zum Beispiel die Sozialgesetzgebungsaufgaben des Landkreises." Er hält die Diskussion aber für "einen guten Einstieg, über den Aufgabenkatalog zwischen Gemeinde und Großen Kreisstädten sowie den Landkreisen neu nachzudenken."

Die Reutlinger erhoffen sich zum Beispiel, dass es künftig nur noch eine Anlaufstelle für die Belange der Bürger gibt. So solle man auch im Rathaus sein Auto zulassen können. Für den Fall, dass es mit der Gründung eines eigenen Stadtkreises nicht klappt, wird an den Stammtischen in Reutlingen schon ein noch weitergehender Schritt ausgesponnen. Man könnte Reutlingen zu einem gemeindefreien Gebiet erklären, wie es der nahegelegene Truppenübungsplatz in Münsingen jahrelang war. Das Territorium steht dann unter der Verwaltung des Bundes. Und das gleicht dann ein wenig der Reichsstadt - die Hall und Reutlingen einst waren. Allerdings sind die Parallelen nur zu sehen, wenn der Abend am Stammtisch lange andauert - denn gemeindefreie Gebiete sind meist unbewohnt.

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