Unwetter ist einkalkuliert bei Flutkatastrophen-Baustellen

Die beiden Baustellen an den Brücken in Braunsbach am Orlacher Bach und in Steinkirchen am Reichenbach müssen am Sonntag viel Wasser bewältigen. Die Feuerwehr ist mit 50 Leuten im Einsatz.

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Die Braunsbacher Feuerwehr ist am Sonntag am Reichenbach in Steinkirchen im Einsatz. Baumaterial, das den Durchfluss verengen könnte, wird entfernt. Der Feuerwehrmann direkt am Wasser wird von einem Kollegen mit einem Seil gesichert.  Foto: 

Ein richtiges Hochwasser war das nicht. Ich will es nicht herunterspielen, aber mit so etwas muss man bei einer Baustelle an einem Bach einfach rechnen“, sagt der Braunsbacher Bürgermeister Frank Harsch gestern Vormittag. Mit Hochwasser kennt er sich nach den dramatischen Ereignissen in der Nacht zum 29. Mai vergangenen Jahres genauso aus wie die Feuerwehr und die Braunsbacher Bürger. Die starken Regenfälle und die Wassermassen, die am Samstag und Sonntag über Braunsbach niedergegangen sind, waren zu viel für die drei dicken Rohrleitungen. Die sollen den Orlacher Bach unterirdisch zum Kocher leiten. Das überschüssige Wasser ist die Orlacher Straße heruntergelaufen und hat ordentlich Schotter mitgeführt. In Höhe des Hauses von Malermeister Stein ist es von dem für solche Fälle aufgeschütteten etwa einen Meter hohen und 10 bis 15 Meter langen Damm abgefangen und in den Kocher geleitet worden.

Flutkatastrophe vor 17 Monaten

Die beiden Ereignisse hängen also unmittelbar zusammen. Die Bauarbeiten nach der verheerenden Flutkatastrophe vor knapp 17 Monaten sind weder in Braunsbach noch in Steinkirchen abgeschlossen. Dort werden neue Brücken über den Orlacher Bach und  den Reichenbach gebaut.

„Gegen 14 Uhr wurde für die Feuerwehr am Sonntagnachmittag Alarm ausgelöst“, erklärt Kommandant Rolf Dierolf. 50 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. „Wir haben versucht, zu verhindern, dass sich das Wasser an den Baustellen staut“, führt er aus. Durch die Bauarbeiten und die Verschalungen an den Fundamenten der Brücken sei der Durchlass beengt. Herumliegendes Schalmaterial sei beseitigt worden. Zwar seien Tauchpumpen im Bett des Reichenbachs installiert gewesen, doch die hätten die Wassermengen nicht abpumpen können.

Rolf Dierolf und seine Mannen waren am Sonntag hauptsächlich in Steinkirchen aktiv. Der stellvertretende Kommandant Steffen Schumacher hat sich um die Arbeiten im Hauptort gekümmert. Vor Ort waren auch Mitarbeiter der am Bau beteiligten Firmen. Bauleiter Uwe Graf von der Firma Leonhard Weiss betont, dass für Braunsbach selbst keine Gefahr bestanden habe. So schlimm sei es nicht gewesen. Die drei Röhren à 300 Millimeter, die von der Spitzkehre in der Orlacher Straße bis in Höhe des Hauses von Maler Stein verlaufen würden, hätten die Regenmengen nicht fassen können. Der Damm habe gehalten. Allerdings sei das Bauwerk etwas hinterspült worden, sodass Wasser in den Keller des Hauses Hafenmarkt 6 habe dringen können. Zehn bis 15 Zentimeter hoch, so Graf, habe das Wasser gestanden. Der Besitzer habe den Keller ausgepumpt.

Schotter muss entfernt werden

„Die Verschalung hat gehalten“, sagt Bauleiter Graf. Geröll und Schotter müssten jetzt entfernt werden. Es sei nicht möglich, die Baustelle in den Bächen immer vollständig zu räumen. Die „großen Sachen“ würden schon herausgeholt, aber alles zu entfernen, sei zu aufwändig. Außerdem fehle es in Braunsbach an Lagerplatz.

„Bislang haben wir mit dem Wetter Glück gehabt“, meint Bürgermeister Frank Harsch. Dass so etwas wie am Sonntag passieren könne, sei einkalkuliert gewesen. Das war für ihn kein richtiges Hochwasser. „Die Rohrleitung ist ein Provisorium, mehr ist nicht machbar“, fährt er fort. Wichtig sei, dass die Arbeiten weiter vorangingen und man schnell fertig werde. „Eines können wir nicht gebrauchen, das ist ein Riesenhochwasser“, so Harsch. Damit dürfte er allen Beteiligten aus der Seele sprechen.

Keine Schäden

Schäden sind nach dem starken Regen am Sonntag offensichtlich nicht bekannt. In dieser Einschätzung sind sich sowohl Bürgermeister Harsch als auch Bauleiter Graf einig. Durch die zusätzlichen Aufräumarbeiten an den Baustellen bei den Brücken in Braunsbach und Steinkirchen komme es lediglich zu einer kurzen zeitlichen Verzögerung.

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