Ziehl-Abegg meldet im ersten Halbjahr einen Umsatzzuwachs von sieben Prozent

Ziehl-Abegg-Vorstandschef Peter Fenkl betont, dass die Ukrainekrise das Geschäft der Künzelsauer deutlich belastet. Dennoch legen die Künzelsauer an Umsatz zu. Und die Auftragsbücher sind voll.

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Die Elektronikerin Vanessa Eichhorn prüft bei Ziehl-Abegg einen Ventilator. Firmenfoto  Foto: 

Wie viel Geld der Unternehmensgruppe nach der Verrechnung aller Einnahmen und Ausgaben übrigbleibt, ist von Ziehl-Abegg nie zu erfahren. Über das Ergebnis schweigt der erfolgreiche Entwickler von Ventilatoren, elektrischen Motoren sowie Antriebstechnik.

Sieben Prozent liegt der Umsatz im ersten Halbjahr über dem Wert des Vorjahres. Nach 204,6 Millionen Euro zwischen Januar und Juni 2014 setzte Ziehl-Abegg im Vergleichszeitraum dieses Jahres 218,3 Millionen Euro um. Der gesamte Jahresumsatz 2014 betrug laut Angabe des Unternehmens 423 Millionen Euro.

In seinem Bericht zum ersten Halbjahr betont Ziehl-Abegg nicht nur die positive Umsatzentwicklung, sondern auch den guten Auftragsstand. Es ist der höchste in der Unternehmensgeschichte. Angegeben ist er mit 88,4 Millionen Euro.

"Getragen wird die positive Entwicklung weitgehend durch das Geschäft im Ausland, doch auch die Vorzeichen aus Deutschland für das zweite Jahr sind deutlich positiv", schreibt Ziehl-Abegg zum Geschäft in der ersten Jahreshälfte 2014.

Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl macht deutlich, warum das Geschäft durch die Wirtschaftssanktionen wegen der Ukrainekrise "deutlich belastet" ist: Es sind weniger die direkten Auswirkungen durch den unmittelbaren Handel von Produkten in die Ukraine. Vielmehr mache sich bemerkbar, dass die Zulieferer weniger bei Ziehl-Abegg bestellen, weil deren Nachfrage aus der Ukraine nachgelassen hat. Viel schwerer würden die Umsatzverluste in Ländern wie Japan oder Tschechien und vor allem in Deutschland wiegen, die aus dem Boykott resultieren. "Wenn in Russland keine neuen Tierställe gebaut werden, können wir auch an unsere deutschen Stallausstatter keine Ventilatoren liefern", sagt Fenkl.

Dagegen lief das Geschäft in vermeintlichen Krisenländern wie Italien und Spanien überdurchschnittlich gut. Auch die Wirtschaft in Übersee trage deutlich zum Umsatzwachstum bei.

Die Unternehmensgruppe startete in diesem Jahr die weltweite Ziehl-Abegg-Akademie. Neben der rein technischen Qualifizierung biete die Akademie auch Angebote zu Fremdsprachen oder der Persönlichkeitsentwicklung.

Als seine Stärke bezeichnet das Künzelsauer Unternehmen neben einer starken Entwicklungsleistung eine hohe Fertigungstiefe.

3400 Mitarbeiter an 87 Vertriebsstandorten

Unternehmen Ziehl-Abegg gehört nach eigenen Angaben zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft- und Antriebstechnik mit darauf abgestimmter Regeltechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr ist bei Ziehl-Abegg-Automotive angesiedelt.

Mitarbeiter Ziehl-Abegg beschäftigt 1900 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 3400 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 27 Gesellschaften und 87 Vertriebsstandorte.

Führung Geleitet wird Ziehl-Abegg von Peter Fenkl. Er ist Vorstandsvorsitzender. Zum Vorstand gehören ferner Achim Rägle und Norbert Schuster. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der Haller Uwe Ziehl.

SWP

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