Zauberhafte Tage in und um Riga

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    Ein Blick auf die Altstadt von Riga, der Hauptstadt Lettlands. Foto: Lukas Rohner
  • Der mystische Baum spiegelt die Naturverbundenheit wider. Foto: Linh Ngyuen 3/3
    Der mystische Baum spiegelt die Naturverbundenheit wider. Foto: Linh Ngyuen
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Das erste Mal kam ich mit Lettland durch den Film "Midsummer Madness" in Berührung, den ich zu Beginn meiner Berliner Zeit gesehen habe. Im Film gibt es verschiedene Handlungsstränge, die sich alle in der Mittsommernacht, während des "Janu Nakts" Festes, in Lettland abspielen und einen verrückten Verlauf nehmen. Mit dem Fest wird die kürzeste Nacht des Jahres gefeiert. Der Legende nach, kann jeder, der dafür offen ist, seine wahre Liebe finden - vorausgesetzt er findet die magische Farnblüte.

Wir sind bei einer lettischen Filmemacherfamilie zu Gast, die am Stadtrand von Riga in einem Haus am See lebt. Es stellt sich heraus, dass unsere Gastgeberin "Midsummer Madness" mitproduziert hat. War es Bestimmung, gerade in ihrem Haus unterzukommen? So eine Frage spiegelt sehr schön die lettische Mentalität wider. Die Letten haben nach meinem Eindruck, eine besondere Spiritualität: sehr eng mit der Natur verbunden und traditionsbewusst. Sie haben eine ausgeprägte Vorliebe für Legenden, Sagen und andere Mythologien. Jeder kennt sie. Von Generation zu Generation werden sie weitergetragen. In den Straßen von Riga spielen viele Straßenmusiker überwiegend lettische Folklore und schaffen so eine magische Stimmung.

Wir lernen den Sänger und Dudelsackspieler Maris Jekabsons der Band "Auli" kennen. Insgesamt sechs der zehn Bandmitglieder spielen die traditionellen Dudelsäcke, die einst in Lettland verboten wurden. Angeblich sollte so verhindert werden, dass die Bauern sich der Musik in den Schänken hingeben, anstatt in die Kirche zu gehen. Die Inspiration für ihre Musik findet die Band in der Natur. Diese einem Genre zuzuordnen, ist aber schwierig. Einerseits interpretiert die Band alte Volkslieder, andererseits sei der Anteil eigener schöpferischer Gestaltung so groß, dass man nicht nur von Neuinterpretation der alten Lieder sprechen könne. Möglicherweise würde man in 50 Jahren ihre Musik selbst als lettische Folklore bezeichnen, vermutet Maris Jekabsons lächelnd. Ihr nächstes Konzert gibt die Band im September in Paris.

Wir verbringen zauberhafte Tage am See, in den Wäldern und im jugendstilgeprägten Zentrum von Riga. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind an jenem Wochenende kostenlos. Denn Riga feiert den 812. Geburtstag und den 200. Geburtstag Richard Wagners noch dazu. Als junger, noch unbekannter Kapellmeister lebte und wirkte Wagner hier. Darauf sind die Rigaer sehr stolz. Die Straße, in der er wohnte, wurde zur Richard-Wagner-Straße umbenannt. Auch das Haus ist gekennzeichnet und erinnert an seinen Aufenthalt. Dass es ausgerechnet Wagner nach Riga zog, überrascht nach all den Eindrücken nicht.

Von Hall nach Hanoi
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