Woodstock-Veteranen unter Engeln: Oregon beim Jazz-Art-Festival

Mit Ralph Towners Quartett "Oregon" aus dem gleichnamigen amerikanischen Bundesstaat fand das 8. Jazz-Art-Festival einen würdigen Abschluss. Es erklangen auch Jazz-untypische Instrumente wie die Oboe.

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  • Ralph Towner, Paul McCandless und Mark Walker von "Oregon" beim Abschlusskonzert des Jazz-Art-Festivals am Sonntagabend in der Hospitalkirche in Schwäbisch Hall. 1/2
    Ralph Towner, Paul McCandless und Mark Walker von "Oregon" beim Abschlusskonzert des Jazz-Art-Festivals am Sonntagabend in der Hospitalkirche in Schwäbisch Hall. Foto: 
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Auf seiner klassischen Konzertgitarre tönt der mittlerweile 74-jährige Ralph Towner eher wie der spanische Gitarrist Andrés Segovia als wie die Gitarristen Charlie Christian oder Jim Hall. Aber eine wirbellose E-Gitarre bedient der Multi-Instrumentalist auch noch, verbunden im Digitalzeitalter nun mit Notebook und Synthesizer.

"Oregon" ist ein eingespieltes Team, das sich aber doch noch auf Notenmaterial stützt. Perkussionist Colin Walcott, der 1984 auf einer Tour in der Nähe von Magdeburg bei einem Autounfall sein Leben verlor, brachte einst mit Tabla-Trommeln und einer Sitar subtile indische Klangfarben ein. Der jetzige Drummer Mark Walker betätigt sich mehr als strenger Rhythmiker.

Mit dem Kontrabassisten Glen Moore trat Towner übrigens beim Woodstock-Festival 1969 auf - in der Band von Tim Hardin. Dass da zwei leibhaftige Woodstock-Veteranen unter den Barockengeln und Aposteln musizierten, wussten im randvoll gefüllten Saale wohl die wenigsten "Oregon"-Bewunderer, die schlussendlich die vier Mannen mit stehenden Ovationen feierten. Sie hatten sich zuvor erfreut an vertrauten Titeln wie "In Stride", "Green and Golden", "Witchi-Toi-tu" oder "Handsome". Stilistisch huldigt man da mal einem Calypso oder spanischem Flair, intoniert Liedhaftes als auch Abstraktes, bewegt sich tänzelnd im Dreivierteltakt. Allgemeiner Wohlklang herrscht vor, die Welt ist in Ordnung.

Neben Towner bleibt Paul McCandless der unverwechselbare Hauptakteur von "Oregon". Ein Sopransaxophon und das kleinere Sopranino hört man oft bei Jazzkonzerten, nicht aber eine Oboe oder das ebenfalls mit einem Doppelrohrblatt bestückte tiefere Englischhorn. So lässt McCandless eine Atmosphäre zwischen John Coltrane auf der einen Seite und Klassik sowie Ethno-Musik auf der anderen entstehen. Das Klangspektrum rundet er noch mit einer konventionellen Bassklarinette und zwei minimalen folkloristischen Flöten ab.

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