Wo sich junge Familien wohlfühlen

Mainhardt ist aufgrund seiner Lage und seiner günstigen Bauplätze beliebt bei Familien. Derzeit wird am Gemeindeentwicklungsplan gearbeitet. Grundlage bildet neben Ortsbegehungen auch die Bürgerumfrage.

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Ein Bus hält in Mainhardt. Schüler steigen aus. Bürger und Bürgermeister Damian Komor wünschen sich bessere Verbindungen zwischen den Teilorten.  Foto: 

Gerade sind die Bürger wieder am Zug. Nach der großen Umfrage im Oktober vergangenen Jahres und dem Bürgerforum im März laufen in Mainhardt noch bis zum 18. Mai Arbeitsforen unter Bürgerbeteiligung. Dabei geht es inhaltlich an vier Abenden um die Stärkung des Hauptorts, die generationengerechte Gemeinde, die Innenentwicklung mit ihren Gebäude- und Flächenpotenzialen sowie um die Ortsbildentwicklung.

Die größte Übereinstimmung innerhalb der Umfrage gab es bei der "guten topografischen Lage Mainhardts". Diese sah auch Esther Schmidt vor 15 Jahren: "Die Entscheidung für den Weiler Maibach und der Hausbau dort war eine sehr bewusste. Vorher lebten wir in einer Stadtwohnung in Ludwigsburg. Jetzt haben wir Natur um uns." Ihr Mann Markus Schmidt schwärmt: "Hier ist es ruhig und ländlich, der Wald ist nah. Wir haben alles, was wir brauchen. Und einen Badesee, Vogelgezwitscher und gute Luft."

In den Ferien ist es "schwierig"

Familie Schmidt hat ab September drei schulpflichtige Kinder. Bei der Bürgerbefragung schnitt die Busanbindung mit der Note 3,6 ab. Auch die Schmidts sehen das ähnlich: "Leider sind wir ziemlich abgeschnitten vom Schulbusverkehr, unsere Kinder brauchen für die fünfeinhalb Kilometer nach Mainhardt 40 Minuten." Der Bus fahre zunächst weitere Teilorte an, bis er nach Bubenorbis und dann nach Mainhardt komme. Der Bürgermeister der Gesamtgemeinde Mainhardt, Damian Komor, bestätigt, dass die Busverbindung zwischen den Teilorten besser sein könnte. Zudem sei der öffentliche Nahverkehr sehr Schulbus-orientiert und die Verbindungen zwischen den Teilorten seien in den Ferien oder nachmittags "schwierig".

Deswegen wolle man neben der Familienförderung auch was für Ältere tun. Man sei gern eine Gemeinde für junge Familien. Man stelle aber gerade auch Überlegungen zu einem Seniorenbus an, "um das Wohnen in den eigenen vier Wänden im ländlichen Raum möglichst lange zu ermöglichen", so Komor. "Mainhardt gehört zu den Kommunen, die beim Zensus dazugewonnen haben", erzählt der Bürgermeister weiter. In den letzten Jahren sei die Entwicklung stabil geblieben, die Gesamtgemeinde sogar leicht gewachsen.

Diesen Eindruck hat Familie Schmidt in Maibach auch: "Es sind immer mehr Kinder dazugekommen." Komor fasst die Vorteile seiner Gemeinde zusammen: "Wir haben alles", eine Grundversorgung für Lebensmittel, Ärzte, Tankstelle, ein Schulzentrum bis zur Realschule, Kindergärten und einheimische Selbstvermarkter. Bei der Bürgerumfrage erhielt das Kindergarten- und Schulangebot eine gute Note.

Neben der ländlichen Gemeindestruktur sieht Komor auch einen großen Vorteil bei den vergleichsweise günstigen Bauplatzpreisen. Oft habe er gehört: "Bei euch kann ich mir wenigstens nicht nur den Bauplatz, sondern auch das Häusle dazu leisten." Derzeit gäbe es rund 20 Bauplätze, davon viele in Privatbesitz. Das Baugebiet Brettachhöhe und Viertel in Ammertsweiler werden derzeit von der Gemeinde angeboten. "Doch wir wollen weitere Bauplätze erschließen und alte Baulücken schließen", so der Bürgermeister.

Auch im Weiler Mönchsberg wird gebaut. Ein Neubau entsteht auf dem großväterlichen Grundstück. "Ich wohne noch in Großerlach. Da wir viel selber machen, kann es noch etwas dauern, bis wir fertig sind", erzählt der geschäftige Bauherr an einem Samstag im April. "Der Ort hat sich verjüngt", ist sein Eindruck. Die Kinderfahrzeuge und Spielgeräte vor den Haustüren und in den Gärten bestätigten das.

In Mönchsberg beginnt der Fuxi-Naturerlebnispfad. "Der ist unser Haus- und Hofwanderweg, wir fahren oft mit dem Fahrrad hin", schwärmt Esther Schmidt. Die Agendagruppe Tourismus habe laut Bürgermeister Komor erst kürzlich den Pfad überarbeitet, dies sei ein gelungenes Beispiel für Bürgerengagement. Der Boulepark im Schlösslespark, eine Idee von Bürgern, komme auch sehr gut an. Eine Initiative wolle das Mainhardter Backhäusle renovieren. "Mainhardt ist ein toller Standort", so Komor, der seit fünf Jahren Bürgermeister ist.

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