Wildbienenhotels und Schwarmfangkasten: Besucher informieren sich beim Imkertag

Beim Imkertag ging es um das kleinste „Haustier“, die Biene. Mitglieder der Imkervereine aus der Region informierten die Besucher des Freilandmuseums. 

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„Na, habt ihr schon mal eine Bienenkönigin gesehen“, fragt Wolfgang Brosam zwei kleine Museumsbesucher. Erst nach genauem Hinsehen und der Mithilfe des Bienenfachmanns erkennen der Junge und das Mädchen in der Wabe die Bienenkönigin. „Die markieren wir Imker immer mit einem Punkt“, erläutert Wolfgang Brosam. Beim Imkersonntag in Wackershofen gab der Vorsitzende des Bezirksimkervereins Crailsheim zusammen mit seinen Vereinskollegen Heinrich Seiffert und Wilhem Ruck einen Einblick in das Leben von Bienenköniginnen.

Beim Imkertag zeigten sie, was es mit einer „instrumentellen Besamung“ auf sich hat. „Wie männliche Drohnen in der Natur die Bienenkönigin begatten, geschieht ja eher zufällig“, so Brosam. Um eine gezielte Vermehrung zu erreichen, nutzen Imker inzwischen  Begattungskästen als Drohnensammelplatz. „In dem Kasten deponieren wir Blütenhonig und Puderzucker als Spezialfutter für die Königin“, verriet der Bienenexperte. Später werde der Königin dann unter dem Mikroskop das Sperma eingeflößt.

Wissenswertes über das jahrtausendealte Imkerwesen erfuhren die Museumsbesucher auch am Trinkpavillon. Hier wurden alte Imkerwerkzeuge wie Steckhölzer, Schwarmfangkasten und Schwarmmelder sowie historische Bienenbauten wie „Grafenhorster Bogenstülper“ oder Figuren-/Klotzbeute präsentiert. „Einen Schwarmfangkasten besitze ich auch“, erklärte Horst Feyerabend, der am Imkertag im Trinkpavillon „Dienst“ schob.

Seit 1998 betreibt der Industriemechaniker aus Mainhardt die Bienenzucht als Hobby. Feyerabend erklärte den Museumsbesuchern, dass die Imkerei – in früheren Zeiten auch als Zeidlerei tituliert – heute mehr denn je einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leistet. „Ohne Honigbienen und Wildbienen gibt es keine Bestäubung von Pflanzen und somit weniger Leben“, betonte er.

Wie den rund 400 heimischen Wildbienenarten geholfen werden kann, veranschaulichten Erich Rothfuß und seine Kollegen vom Imkerverein Gerabronn an der Dorflinde durch Wildbienenhotels, die sie mitgebracht hatten. „Schon ein kleiner Baumstamm mit drei bis zehn Millimeter großen Löchern reicht aus, um Wildbienen anzulocken“, gab Rothfuß den Besuchern einen Tipp mit nach Hause.

Auch Kinder kamen beim Imkertag auf ihre Kosten. Im Steigenhaus durften die Kleinen unter fachkundiger Anleitung von Margarete Hübner und Harald Schnaible vom Bezirksimkerverein Schwäbisch Hall zum Beispiel Wachsplatten herstellen oder Kerzen aus Bienenwachs basteln. Im Obergeschoss des Steigenhauses zeigte Elmar Frank vom Imkerverein Künzelsau sein Schaubienenvolk und klärte zudem über Propolis (Bienenharz) als bewährtes Mittel in der Alternativmedizin auf. „Propolis wird häufig als Mundspülung bei der Zahnpflege verwendet“, weiß Elmar Frank.
 

Infos im Imkerpavillon

Gartenschau Um den Honig der Hohenloher Imker geht es auch bei der Landesgartenschau in Öhringen. Auf dem Gelände ist ein Imkerpavillon aufgestellt worden. Dort gibt es nicht nur aromatischen Tannen- und Buchweizenhonig, sondern auch weitere und detaillierte Informationen zum „kleinsten Haustier der Welt“. Die Internetseite dieses Imkerpavillons auf der Landesgartenschau ist unter dieser Adresse aufrufbar: www.laga-imker.de. asc

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