Wiederentdeckte Komposition wird bald in Künzelsau aufgeführt

Vor 180 Jahren Jahren starb der aus Niederstetten stammende Komponist Friedrich Witt. Seine C-Dur Messe war fast vergessen. Am 12. Juni erwacht sie in Künzelsau zu neuem Leben.

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Goldgräberstimmung im Hohenloher Zentralarchiv in Neuenstein: Vor fast zehn Jahren war Gerhard Götz aus Kocherstetten – er ist Musiklehrer am Ganerben-Gymnasium in Künzelsau – auf hunderte Notenblätter des Hohenloher Beethoven-Zeitgenossen Friedrich Witt (1770 – 1836) gestoßen. Er fand drei komplette Messen, vertonte katholische Liturgie also. Auf den Handschriften waren einzelne Stimmen notiert, eine Partitur gab es nicht.

Bald sollen die jahrzehntelang im Archiv schlummernden Werke zum Leben erwachen: am Sonntag, 12. Juni, um 19 Uhr in der katholischen Kirche St. Paulus in Künzelsau. Erklingen werden Witts nun vollständige Messe in C-Dur, die „Jenaer Sinfonie“ und das Flötenkonzert in G-Dur, jeweils der erste Satz. Die Leitung hat Gerhard Götz.

Bereits seit vielen Jahren interessiert er sich für den Komponisten aus Niederstetten: „Witt war der einzige bedeutende klassische Komponist aus unserer Region“, sagt er. Schon früh ahnte er, dass es von Witt noch unbekannte Noten geben könnte. Im Sommer 2007 machte er sich auf die Suche  – und wurde tatsächlich im Neuensteiner Archiv fündig. Er fotografierte die Noten ab, weihte bald den damaligen katholischen Dekanatskirchenmusiker Matthias Ankenbrand ein, und gemeinsam begannen sie, die Musik von Witt zu rekonstruieren.

Bereits im Jahr 2009 fand die Wiederuraufführung von Witts Messe B-Dur und einiger Sätze der C-Dur-Messe in St. Paulus große Resonanz. Das damalige Konzert war ein Kooperationsprojekt von Chorisma unter der Leitung Ankenbrandds und dem Chor des Ganerben-Gymnasiums unter dem Dirigat von Götz. Nur etwa die Hälfte der Messe in C-Dur wurde damals aufgeführt - die strahlende Transparenz des Werks habe aber großen Appetit auf die Rekonstruktion und die Wiederaufführung der restlichen Sätze gemacht, lässt Gerhard Götz durchblicken.

Bald soll jener Appetit gestillt werden, denn mittlerweile sind auch „Gloria“, „Sanctus“ und „Benedictus“ vollständig aufbereitet. Folgende Ausführende sind am 12. Juni mit von der Partie: der Oberstufenchor des Ganerbengymnasiums und ein Projektchor, ein Projektorchester mit dem Solisten Bernhard Beck (Querflöte), sowie den Sängern Susanne Koch (Sopran), Maria Kalmbach (Alt), Arndt Krueger (Tenor) und Thomas Pfeiffer (Bass).

Übrigens: Witts „Jenaer Sinfonie“, deren erster Satz erklingen wird, ist lange Zeit als Werk Beethovens gehandelt worden.

Info Das Konzert unter dem Motto „Witt 2.0“ beginnt am Sonntag, 12. Juni, um 19 Uhr in der Kirche St. Paulus in Künzelsau. Karten gibt es im Vorverkauf bei Tabak Brückenbauer in Künzelsau (Telefon 0 79 40 / 27 21) sowie beim Ganerben-Gymnasium (Telefon 0 79 40 / 9 82 20).

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