Wenn Kunst auf Reisen geht

Normalerweise tragen Mitarbeiter von Speditionen grobe Arbeitshandschuhe. Thomas Bier und Werner Henker legen aber Samthandschuhe an - für eine wertvolle Fracht.

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Hochkonzentriert und mit großer Vorsicht agieren Thomas Bier (links) und Werner Henker beim Transport der Grünewald-Kopie. Foto: Ufuk Arslan

Der große LKW vor der Johanniterkirche mag täuschen. Denn so groß ist das Gemälde, das die Sammlung Würth an die Staatliche Kunstsammlung Dresden ausleiht, eigentlich gar nicht. Es handelt sich um "Die Kreuzigung Christi" von Matthias Grünewald - genauer gesagt, die Kopie eines süddeutschen Malers vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Die wertvolle Fichtenholztafel mit der Inventarnummer 6575 der Sammlung Würth ist etwa so groß wie ein Din-A-4-Blatt.

Die Arbeit wird von 5. April bis 13. Juli in der Ausstellung "Otto Dix. Der Krieg - Das Dresdner Triptychon" im Albertinum in Dresden zu sehen sein. Dix hat sich in seiner Arbeit intensiv mit Grünewald auseinander gesetzt.

"Wir haben auch noch andere Sachen dabei", erklärt Thomas Bier von der Kölner Spedition Hasenkamp, die sich auf Kunsttransporte spezialisiert hat, die LKW-Größe. Er, sein Kollege Werner Henker sowie Ralf Maurer vom Museum Würth haben alles penibel vorbereitet. Ein gut gepolsterter Klimakoffer steht bereit, "der funktioniert wie eine Thermoskanne", sagt Bier. Dann werden die weißen Stoffhandschuhe angelegt und los gehts. Zunächst bekommt die Glasscheibe des Tafelbilds ein spezielles Schutzklebeband verpasst. Werner Henker agiert ganz vorsichtig. Das Werk wird von der Wand genommen, behutsam in ein Tyvek-Tuch eingehüllt - "ein spezieller Stoff, der keine Kratzer macht", erklärt Bier. Alles geschieht in Ruhe und hochkonzentriert. Die eingewickelte Tafel wird in den Klimakoffer gelegt, sachte gepolstert und arretiert. Bier schließt den Koffer - dann kann die Reise losgehen.

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