Wenn Hallia Venezia Hall entschleunigt: Masken und Kostüme faszinieren Tausende

Ruhe, Stille, Gemächlichkeit. Das, was man im Alltagsleben vergeblich sucht, hat am Sonntag beim Karneval im venezianischen Stil die Stadt beherrscht. Tausende Zuschauer und Dutzende Maskenträger kamen.

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Gevatter Tod steht auf dem Steinernen Steg. Das Kostüm ist tiefschwarz, das Gesicht wird von einer goldenen Totenmaske verdeckt. Nach den Konturen steckt eine Frau dahinter. In den Händen hält sie eine Sanduhr, auf die sie deutet. Die Geste ist klar: Die Zeit des Lebens läuft ab. Unerbittlich. Vielleicht ist es auch eine Anspielung auf die Zeiten der Pest, die Millionen Menschen dahinraffte und im venezianischen Karneval eine große Rolle spielt.

Kopfbedeckung wiegt 1,5 Kilogramm

Doch längst nicht alle Maskenträger wirken so düster. Andere sind bunt und farbenfroh gekleidet. Eines ist allen gemein: Sie lassen sich gern fotografieren. Immer wieder sind vonseiten der Fotografen Verbeugungen zu sehen, als Dankeschön für das Bild. Und die Abgelichteten verbeugen sich ebenfalls. Als Seestern oder Kugelfisch ist Elisabeth Koppen aus Bad Neuenahr unterwegs. Sie ist eine der wenigen Kostümierten, die bereitwillig Auskunft geben. "Ich wäre auch gern als Nixe gegangen, aber so schlank bin ich nicht. Drei Jahre habe ich an dem Kostüm gearbeitet. Zehn Reifen sind eingearbeitet und ungezählte Rockschleifen", führt sie aus. Ihre Kopfbedeckung besteht aus 250 großen zusammengenähten Stacheln und wiegt 1,5 Kilogramm. Koppen ist Mitglied im Bonner Verein Mascherata Veneziana.

Aus Heilbronn kommen Kerstin Kirsch und Marc Burmeister. "Toll, faszinierend, diese Stille, wunderschön, beeindruckend", meint sie bei ihrer Hallia-Venezia-Premiere. Im nächsten Jahr will sie wiederkommen und vielleicht sogar selber mitmachen.

Sabine Riesbeck kommt aus Mannheim. Sie besucht eine Fotoschule. Ihr Lehrmeister hat sie zur Generalprobe nach Hall geschickt, bevor es in einer Woche zum richtigen Karneval nach Venedig geht. Sie wird von Petra Brendel begleitet. Auch sie kommt aus Mannheim und hat auch eine Aufgabe: Sie soll einen Fotospaziergang von Hall erarbeiten. Im kommenden Jahr soll sie dann eine etwa 20-köpfige Gruppe bei Hallia Venezia durch die Stadt führen. Beide sind von der "wunderschönen Altstadt" und den Kostümen angetan.

Unbestrittener Höhepunkt am Sonntagnachmittag ist das Defilee auf der Großen Treppe und zum Schluss am Froschgraben vor Hunderten von Zuschauern.

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Tausende Besucher und Fotografen lassen sich am Sonntag in der Haller Altstadt von Masken und Kostümen faszinieren. Bilder und ein Video gibt es hier.

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