Wenn Freundinnen zu Feindinnen werden

|
Die Mienen von Fritzi (Gabi Diether), Frieda (Bettina Kamischke) und Friederike (Helga Luithle) (von links) sprechen Bände: Es gibt „Zoff wega nix.“  Foto: Kurz Hinz  Foto: 

Das Stück „Zoff wega nix!“, eine temperamentvolle, klassische Komödie, wurde ursprünglich von Shakespeare geschrieben und von Carlo Goldoni als „Viel Lärm in Chiozza“ ins Italienische übernommen.

Martin Herrmann hat sich des Stücks angenommen und es ins Schwäbische versetzt. Das Ergebnis begeisterte die Zuschauer bereits im Sommer bei der Freilichtaufführung des Stückes auf der Burg Löwenstein. Und es begeisterte die Besucher jetzt in der Kulturscheune der Familie von Doris und Edmund Braun.

Das turbulente Stück spielt in einem Fischerdorf und beschreibt, wie aus zuvor befreundeten Frauen verfeindete Bestien werden können. Es beginnt, als Fritzi, Frieda, Friedericke, Gerti und Gertrude handarbeitend vor ihren Häusern sitzen, mit kleinen Eifersüchteleien und steigert sich zu einem ausgewachsenen Streit. Eigentlich sollten die nach Hause kommenden Männer nichts erfahren. Die werden dennoch hineingezogen. Aus gutmütigen Freunden werden erbitterte Streithähne, die selbst vor Gewalt nicht Halt machen. Lastkahnfahrer Toni, an der ganzen Sache nicht unschuldig, fürchtet sogar um sein Leben. Das Ganze geht letztendlich vor den Gerichtsassistenten Heiner, der die Beteiligten zur Befragung lädt, um die Angelegenheit zu klären. Doch dies scheint erst einmal aussichtslos. Der Assistent ist am Verzweifeln. Alle Versuche, die Streithähne wieder zu versöhnen, scheitern. Mit viel Geduld und Diplomatie schafft er es am Ende aber doch, indem er die Beteiligten einfach untereinander verheiratet.

Natürlich verläuft auch dies nicht ohne Hindernisse. Doch am Ende siegt die Vernunft und die Liebe. Ein turbulentes Stück, das den Schlussbeifall mehr als verdient hat – in mehrfacher Hinsicht. Angefangen bei der Regie von Martin Herrmann, dem es durch seine Buchbearbeitung gelungen ist, das schwäbische Temperament auf die Bühne zu holen.

Ein großes Kompliment geht an die Darsteller, die alle Amateurschauspieler sind. Jeder agierte sicher in seiner Rolle. Besonders  die Darstellung der zänkischen Weiber war sehr authentisch. Gelungen war auch das Bühnenbild mit den zwei Fischerhütten. Die stilechte Kostümierung war das i-Tüpfelchen der Inszenierung. Das Team der Kulturscheune zeigte sich ebenso zufrieden mit dem Abend wie Autor Martin Herrmann.

Info Text

Die Figuren des Stücks werden von diesen Schauspielern verkörpert: Fritzi (Gabi Diether), Frieda (Bettina Kamischke), Friedericke (Helga Luithle), Gerti (Sabine Enrst) und Gertrude (Anna Katharina Vogt), Toni (Timo Köhler), Heiner (Volker Schäfer), Gerald (Martin Herrmann), Hansi (Markus Weber), Gerhard (Klaus Finkbeiner) Frieder (Konrad Schnell), Herr Vinzenz (Hans-Günther Schütt), Büttel (Karl-Heinz Kuntzi), Itzer, der Bootsjunge (Jonas Kamischke).

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ibis aus der Asche

Eigentlich wollte man nur sein Verhalten studieren. Dann stellte sich heraus, dass der vom Aussterben bedrohte Waldrapp ein Zugvogel ist, der den Weg nach Süden vergessen hat. Zu den Biologen, die das Fliegen lernten, um ihn zu führen, zählt der Fichtenberger Markus Unsöld. weiter lesen