Weilerwiese: "Das ist ein sportlicher Zeitplan"

Tiefgarage, Ärztehaus, ein Gebäude für Hotel und Wohnungen: Auf einer der größten Baustellen in Hall in diesem Sommer herrscht Hochbetrieb. Aushub, Tiefbau, Hochbau: Einige Arbeiten laufen parallel.

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Im Vordergrund wird die Betonierung des Tiefgaragenbodens vorbereitet, im Hintergrund ist die Decke bereits fertig und Säulen für den Hochbau ragen in den Himmel. Auf der Baustelle Weilerwiese entsteht eine Tiefgarage.  Foto: 

Auf der einen Seite ragen bereits 16 Säulen in den Himmel. Sie werden das Dach des Erdgeschosses des Ärztehauses tragen. Am nördlichen Zipfel der Baustelle ist hingegen noch gar nichts geschehen - demnächst wird dort die Erde aufgegraben. Von der Vorstellung aus dem Kinderlied "Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein", muss man sich verabschieden, will man die Bauphasen auf der Weilerwiese erfassen. Derzeit werden fünf Abschnitte - von Ost nach West und Süd nach Nord - beackert. 15 Millionen Euro werden allein für die Tiefgarage verbaut.

"Die Anfänge des Hochbaus sind zu sehen", erläutert Peter Busch von den Stadtwerken Schwäbisch Hall. Auf der Seite des Kochers - neben dem Solbad - sind die Bauarbeiter schon weit. Neben der Johanniterbrücke stehen noch die Wohn- und Bürocontainer für die Bauarbeiter auf der Fläche, auf der später die Tiefgarage errichtet wird.

"Die Tiefgarage wird in zwei Teile geteilt", berichtet Gebhard Gentner, Geschäftsführer der Stadtwerke Hall. Das sei eine Brandschutz-Auflage. Für Benutzer der Tiefgarage sei das aber kaum zu sehen: Lediglich eine Mauer trenne die Bereiche, Brandschutztore stehen offen.

Zahl der Parkplätze auf der Weilerwiese bleibt gleich hoch

"365 Parkplätze wird es insgesamt geben - so viele wie das Jahr Tage hat", sagt Busch. 286 davon sind unterirdisch, 79 über der Erde. Früher standen auf der Weilerwiese 157 Parkplätze zur Verfügung, die später, während der Bauzeit des Kocherquartiers, auf 299 erweitert wurden. Parken ist in Hall häufig ein Thema. Händler fordern möglichst viele Stellplätze ein. Zieht man die 60 Buchten ab, die für die neuen Nutzer der beiden Gebäude Weilerwiese in der neuen Tiefgarage reserviert sind, ändert sich an der Zahl der Stellplätze der vergangenen Jahre auf der Weilerwiese wenig.

Überraschungen habe es beim Bauen noch keine gegeben, erläutert Gentner. "Wir sind 70 Zentimeter tief ins Grundwasser gekommen. Das wussten wir aber schon vorher", sagt er. Das bedeutet: Im Frühjahr musste eine Pumpe Wasser absaugen, damit es nicht auf die frisch betonierten Flächen läuft. Stehen alle Gebäude, sei diese Pumpe nicht mehr notwendig. Mehr noch: "Wegen der Trockenheit können wir schon jetzt auf sie verzichten", erläutert Gentner.

Obwohl die Tiefgarage direkt neben dem Kocher entsteht, seien die Risiken weit geringer als beim Bau des Kocherquartiers. Damals musste auf ein Tiefgaragengeschoss verzichtet werden, da Druckwasser von unten den Bau immens teuer gemacht hätte. "Diese geologischen Probleme haben wir nicht", erläutert Gentner. Auch eine enorm hohe Stützwand am Berg - wie beim Kocherquartier - sei nicht nötig.

Beim Aushub seien Bagger auf Stellen mit natürlich eingelagertem Gips gestoßen. Auch das sei zu erwarten gewesen, betont Busch. Der Gips musste auf Spezialdeponien gebracht werden und wurde zum Teil im Straßenbau eingesetzt - was den Aushub prinzipiell teuerer macht. Doch alle diese Besonderheiten seien schon vorab abzusehen gewesen, seien sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan eingeplant.

"Das ist ein sportlicher Zeitplan", sagt Busch. Der Rohbau aller Gebäude soll Ende Februar stehen, die Tiefgarage im Sommer 2016 betriebsbereit sein. Im Herbst sei dann der Einzug der Praxen in das südliche Gebäude und des Hotels sowie der Mieter und Eigentümer in das nördliche Gebäude geplant.

Zahlen zum Bau: 2500 Tonnen Stahl, 18000 Kubikmeter Beton

Flächen Die Grundfläche der Tiefgarage beträgt 8700 Quadratmeter. Die der beiden Bauwerke (Ärztehaus und Hotel mit Wohnungen) jeweils 3400 Quadratmeter. Der umbaute Raum der beiden Häuser ohne die Tiefgarage umfasst 44.000 Kubikmeter.

Material Die eingesetzte Stahlmasse, die das Betonbauwerk stabilisiert, wiegt 2500 Tonnen. Das Betonvolumen beträgt 18.000 Kubikmeter. Für die Baugrube mussten 40.000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden. Das entspricht ungefähr 4000 Lastwagenladungen.

Ablauf Derzeit wird die Tiefgarage von Süden nach Norden gebaut. Parallel dazu die Hochbauten. Es entstehen zwei Gebäude, dazwischen ein öffentlicher Platz, im nördlichen Bereich ein Sportfeld. Fertigstellung im Herbst 2016 geplant. Quelle:StadtwerkeHall

SWP

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