Weilertunnel: Planung läuft, Ausschreibung wird vorbereitet, Anwohner freuen sich

Wertvolle Innenstadtfläche, weniger Lärm und Verkehr: Der Weilertunnel soll mehr Lebensqualität, Chancen für städtebauliche Entwicklung bringen. Voraussichtlich im Frühjahr 2017 rollen die ersten Bagger.

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Der Weilertunnel wird es möglich machen: Autofahrer verschwinden auf der Höhe des Hotel Hohenlohes und biegen vis a vis vom Löwenkeller wieder auf die Stuttgarter Straße. Das freut auch Volker Dürr vom Hotel Hohenlohe. „Wir sehen den Bau äußerst positiv. Zum einen für die Gesamtentwicklung der Stadt, die Weiler- und Katharinenvorstadt, aber natürlich auch für unser Hotel, für unsere Gästehäuser. Eine so stark befahrene Straße direkt vor der Haustüre zu haben, bringt immer wieder Probleme wie Lärm, Stau, Abgase“, sagt der Geschäftsführer. Das Hotel habe einen sechsstelligen Betrag in Schallschutzmaßnahmen investieren müssen, nur um die beiden Gästehäuser für den Gebrauch nutzbar zu machen. Diese seien auch nur solange genehmigt, bis der Weilertunnel gebaut ist. Danach müsse die Schallschutzwand zurückgebaut werden. Lärmschutz übernimmt dann der Tunnel.

Pelgrim: „Die Johanniterstraße wird dann abgestuft“

„Die Johanniterstraße wird dann abgestuft und keine Bundesstraße mehr sein“, macht Hermann-Josef Pelgrim in diesem Zusammenhang deutlich. Der Oberbürgermeister sieht eine große Chance, eine wertvolle Innenstadtfläche auch in historischen Bezügen neu zu ordnen, wenn Weiler- und Katharinenvorstadt nicht mehr durchtrennt werden. Zudem werde durch den Tunnel die Luft besser, vor allem an der Johanniterstraße am Scharfen Eck, wo die Belastung landesweit mit am höchsten sei. Nach heutigem Stand bleibe der Busknoten am Scharfen Eck. Es gebe aber auch mit Blick auf die Umgestaltung des Bahnhofsareals und das Wettbewerbsverfahren Gedanken, dort einen Knoten zwischen Schiene und Bus zu initiieren. „Das wird eine gute Sache. In dem Zusammenhang kann es auch tolle Lösungen für den Busverkehr geben. Wir haben aber noch nicht detailliert darüber gesprochen“, sagt Sabine Dannemann. Am Scharfen Eck werden auch Busse fahren, wenn der Tunnel gebaut ist, wie die Bedienung aussehe, sei aber offen, Planung gebe es noch keine, so die Stadtbus-Betriebsleiterin.

„Endlich fällt die Engstelle weg. Wir freuen uns auf den Weilertunnel, fühlen uns ausreichend informiert“, sagt Kristian Neidhardt, der ganz in der Nähe des Tunneleingangs wohnt. „Jede Baustelle hat ein Ende“, bleibt der FDP-Stadtrat gelassen, was Lärm und Erschütterungen während der Bauzeit angeht.


Die letzte Lücke der Stadtumfahrung wird geschlossen

Chronologie Die ursprüngliche Vereinbarung zwischen Stadt und Land geht auf das Jahr 1968 zurück. Damals war von einem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße die Rede, noch ohne Tunnel. Der Weilertunnel, offiziell Verlegung der B14/B19 in Schwäbisch Hall genannt, ist das letzte Puzzlestück der Stadtumfahrung. Mit deren Bau wurde 1977 begonnen (Neugestaltung des Friedhofdreiecks).

Verlauf Der rund 390 Meter lange Weilertunnel verbindet die vierspurige Johanniterstraße mit der vierspurigen Stuttgarter Straße. Er beginnt auf Höhe des Hotels Hohenlohe und führt schräg gegenüber des Löwenkellers wieder auf die Bundestraße.

Daten Kalkulierte Kosten für den Weilertunnel: 34 Millionen Euro. Der Bund zahlt, da Bundesstraße. Die Baugenehmigung ist erteilt. Planung und Umsetzung liegen noch bei der Stadt, soll aber ans Land gegeben werden, da hier mehr Wissen beim Tunnelbau ist. Gespräche laufen, Ausschreibung wird vorbereitet. Ziel Baubeginn: Frühjahr 2017. (cus)
 
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