Wegen Verstoß gegen Tierschutzgesetz muss Unternehmer 1000 Euro Strafe zahlen

Einmal pro Woche fährt ein Alleinunternehmer aus Niedersachsen mit seinem Viehtransporter einen Schlachtbetrieb in Beltersrot an, um Ferkel abzuliefern. Immer wieder wurde er bei Kontrollen ertappt.

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Gesunde Ferkel, die neugierig in die Kamera blicken: Ein 33-Jähriger hatte seinen Viehtransporter dagegen immer wieder überladen und den jungen Schweinen dadurch etliche Leiden bereitet.  Foto: 

Mehrfach wurde der Mann von Tierärztinnen des Kreisveterinäramtes bei Kontrollen darauf hingewiesen, dass er weitaus mehr Ferkel transportierte, als nach der Tierschutztransportverordnung für die Fläche seines Lastzugs zugelassen sind. Die Folge: Vier Bußgeldbescheide über insgesamt 3000 Euro hatten sich 2014 angesammelt. Gegen diese hatte der 33-Jährige Einspruch eingelegt. Wegen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz musste er sich nun vor dem Öhringer Amtsgericht verantworten. Dabei erschien er jedoch nicht selbst, sondern ließ sich von seinem Anwalt vertreten.

"Junger Viehhändler, der sehr auf Gewinn bedacht war"

Als "geordnet, aber sehr angespannt" bezeichnete jener die wirtschaftlichen Verhältnisse seines Mandanten. Die einzige Erwerbsquelle für den Familienvater seien die Fahrten mit dem Transporter. Erst vor kurzem habe er sein altes Fahrzeug durch den Kauf eines neuen ersetzt. Die Investition von knapp 300.000 Euro zahle er nun mit Monatsraten von 5000 Euro ab. "Die muss er halt verdienen, das ist nicht einfach." Mit seiner Familie lebe er von 1100 Euro im Monat.

"Als jungen Viehhändler, sehr engagiert, sehr auf Gewinn bedacht" beschrieb ihn die erste der beiden Amtsveterinärinnen, die als Zeuginnen aussagten. Mehrfach hatte sie bei der Viehannahme in dem Schlachthof festgestellt, dass der Transporter des Mannes überladen gewesen sei. Sie habe ihn wiederholt ermahnt und ihm sogar eine Tabelle an die Hand gegeben, wie viele Tiere er je nach Gewicht maximal aufladen dürfe. "Er musste nur zählen."

"Schwache Tiere haben keine Chance. Sie werden zu Tode gedrückt"

Das allerdings habe nichts genützt. Obwohl der Mann gewusst habe, dass er unter ständiger Beobachtung stehe, sei er wegen seines überladenen Transporters immer wieder aufgefallen. Dabei sei es nicht um fünf, sondern um 20 bis 30 Prozent gegangen. "Er setzt seinen Gewinn über das Wohl der Tiere."

Welche Qualen das für die Ferkel - manche sind gerade mal drei Wochen von der Mutter weg - bedeutet, machte die Zeugin deutlich. Die Tiere stünden zum Teil senkrecht im Transporter oder würden übereinander liegen. "Schwache Tiere haben keine Chance. Sie werden zu Tode gedrückt."

Ihre Kollegin, der der Transporteur ebenfalls bei Kontrollen aufgefallen war, bestätigte dies. "Keines der Tiere hatte den Platz wie vom Gesetzgeber gefordert, um sich hinzulegen." Die Tiere, die der Mann bei Bauern einsammelte, mussten möglicherweise viele Stunden auf dem Transport in schmerzhafter Stellung verbringen. Je nach Jahreszeit kommen Kälte oder Hitze hinzu. "Das verursacht Leiden." Mit Fotos aus dem überladenen Transporter untermauerten die Veterinärinnen ihre Aussagen.

Er habe versucht, seinem Mandanten klar zu machen, dass seine Lizenz als Transporteur in Gefahr sei, sagte der Anwalt. Vor Gericht einigte man sich darauf, dass der Mann den Bußgeldbescheid mit der höchsten Summe über 1000 Euro zahlen muss und die anderen drei eingestellt werden. "Ich habe mir ein Bild gemacht. Wenn es permanent weiter Ärger gibt, weiß ich Bescheid", unterstrich der Richter abschließend.

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