Wasserversorgung gesichert

Das Trinkwasser wird im Kreis trotz Trockenheit nicht knapp. Es kommt aus dem Bodensee und dem Donautal, wenn die regionalen Vorräte nicht reichen. Am Freitag wurde so viel Wasser verbraucht wie noch nie.

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Auch wenn im Kocher am Schwäbisch Haller Grasbödele noch reichlich Wasser zu sein scheint, ist das Gras direkt am Ufer restlos verdorrt. Sattes Grün ist nur noch an den Fensterläden eines historischen Hauses zu sehen.  Foto: 

Genauer gesagt, hatte der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) am Freitag eine Rekordwasserabgabe in seinem Gebiet, zu dem auch der Kreis gehört. 102,4 Millionen Liter (102.400 Kubikmeter) Wasser wurden von den 60.0000 Einwohnern in Nord-Ost-Württemberg verbraucht. Der alte Spitzenwert lag deutlich unter 100.000 Kubikmeter.

Der trockene und heiße Sommer wirkt sich auf die Ergiebigkeit der regionalen Quellen und Brunnen aus. Die meisten sprudeln jahreszeitenabhängig. Im Frühjahr und Sommer, wenn es weniger regnet, fließt also weniger, im Herbst und Winter mehr Wasser, erklärt NOW-Mitarbeiter Patrick Helber. "Die Ergiebigkeit ist bei manchen Quellen Anfang August um 30 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Jedoch bleibt dank der Vielzahl von lokal genutzten Brunnen und Quellen die Menge an eingespeistem ,regionalem, Wasser ins NOW-Netz weitgehend konstant", so Helber.

Alle 30 Kreisgemeinden hängen am Leitungsnetz der NOW, 18 werden komplett von der NOW versorgt. Wenn die Gemeinde eigene Quellen hat, bereitet die NOW das Wasser auf und übergibt es an das Gemeindeleitungsnetz. Manche Gemeinden haben sich zu einem Zweckverband zusammengeschlossen wie etwa Obersontheim, Bühlertann und Bühlerzell zum Zweckverband Wasserversorgung Oberes Bühlertal. Dadurch ist der Eigenwasseranteil der NOW bis 2014 auf rund 30 Prozent gestiegen. Auch mit Braunsbach, Kupferzell und Untermünkheim strebt der Wasserversorger so eine Kooperation an.

Den Zusatzbedarf an Wasser an diesen heißen Tagen gleicht die NOW durch mehr Fernwasser überwiegend aus dem Donautal und dem Bodensee aus. An den Spitzentagen des Juli 2015 hat der Zweckverband rund 20 Prozent mehr Fernwasser bezogen als im Vorjahr.

Bisher waren alle Monate dieses Jahres bis auf Januar und März zu trocken. "Der Juli war mit nur 26,6 Liter Regen pro Quadratmeter der trockenste seit Messbeginn 1985", schreibt Martin Melber von der Wetterstation Westheim. Der regenreichste Monat ist sonst der Juni mit durchschnittlich 110 Litern pro Quadratmeter. Heuer waren es immerhin 79,2 Liter. "Da hat es eigentlich auch das letzte Mal ergiebiger geregnet", so Melber. Ganz schlecht sieht es für die erste Augusthälfte aus: Es regnete bisher nur 2,3 Liter auf den Quadratmeter, das Monatssoll beträgt 85 Liter pro Quadratmeter. "Ein richtiger Landregen ist weiterhin nicht in Sicht, Entspannungen bringen nur Schauer und Gewitter, die aber regional unterschiedlich verteilt sind. Die trockenste Ecke in Baden-Württemberg ist tatsächlich der Raum Hall und die Region Main-Tauber, im Süden ist die Lage entspannter", so der Wetterexperte aus Westheim. Wesentlich trockener war es im Jahrhundertsommer 2003. Doch das habe sich noch Jahre danach auf die Quellschüttungen ausgewirkt, schreibt er.

Bodentrockenheit bedroht weitere Ernten

Böden Bis auf 60 Zentimeter Tiefe soll der Boden in den Weinbergen trocken sein, hat Werner Balbach vom Landwirtschaftsamt gehört. "Wir haben dazu keine Messungen, aber sicher ist das bei uns nicht viel anders", meint er. Die Folge: Pflanzen, die nicht tief wurzeln, verdorren. Der Mais muss wohl bald geerntet werden - als Noternte. Ohne Wasser wächst er nicht mehr weiter. "Wenn er vertrocknet und verholzt, ist Silomais nicht mehr als Futter zu gebrauchen", erklärt Balbach. Körnermais tauge heuer nur zur Silage, weil er kaum Kolben bilde. Auch Zuckerrüben und Äpfel würden wohl nicht so groß wie sonst.

SIBA

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