Wanderausstellung zur NSU-Mordserie wird am Donnerstag eröffnet

Der Nationalsozialistische Untergrund soll zehn Menschen getötet haben. Mit den Opfern befasst sich eine Ausstellung, die am Donnerstag beginnt.

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Demonstranten halten in Hall Plakate mit Bildern der Opfer.  Foto: 

Die Wanderausstellung "Die Opfer des NSU" hat bereits Station in Stuttgart und Heilbronn gemacht. Am Donnerstag wird sie im Haus der Bildung in Schwäbisch Hall eröffnet. Die bilderreiche Ausstellung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen des NSU sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrundes auseinander. Durch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) - in Kooperation mit der Volkshochschule - wurde die Ausstellung nach Hall geholt.

Im ersten Teil der Ausstellung werden Biografien der Ermordeten dargestellt, heißt es in der Ankündigung. Zu Wort kämen Angehörige der Opfer. Weitere Tafeln beschäftigten sich mit den Bombenanschlägen in Köln sowie den Banküberfällen, bei denen mehrere Menschen lebensbedrohlich verletzt wurden.

Der zweite Teil beleuchte die Neonaziszene der 1990er Jahre sowie die Hilfeleistungen an den NSU-Kern aus einem neonazistischen Netzwerk. Dargestellt würden auch Gründe, wieso die Mordserie nicht früher aufgedeckt wurde, außerdem der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex nach dem Auffliegen der mutmaßlichen neonazistischen Terrorgruppe am 4. November 2011.

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 19 Uhr, spricht Janka Kluge vom Landesvorstand der "VVN - Bund der Antifaschisten". Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm hält ein Grußwort.

Die Schau ist bis zum 1. August montags bis donnerstags, 9 bis 18 Uhr, sowie freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Im Rahmen dieser Ausstellung besucht Robert Andreasch, Beobachter des NSU-Prozesses in München, am Freitag, 18. Juli, 19 Uhr, das Haus der Bildung.

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Kommentare

04.07.2014 12:53 Uhr

Teil II

Immerhin sind zwei Drittel aller in der BRD lebenden Türken der Überzeugung, “dass hinter den Morden die staatlichen Stellen stecken” (Focus), und nicht die Neonazis?

Der NSU, der im Auftrag des Staates gegen Entgeld Menschen liquidierte. Wenn die Beugung des Rechtsstaates zu keinem Erfolg führt, benutzt man gerne diese unzähligen staatlich finanzierten "Terrordienste", auch die in grüner Uniform. Verbrecher sind Verbrecher und ein Land ohne rechtsstaatliche Prinzipien wird stets von Verbrechern/Stasis regiert.

Ohne Gewaltenteilung existiert keine Demokratie und in Folge auch kein Rechtsstaat. Regierungskriminalität und Korruption sind somit Tür und Tor geöffnet.

Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim:
"Hinter die Kulissen zu schauen heißt zu erkennen: Hinter der demokratischen Fassade wurde ein System installiert, in dem völlig andere Regeln gelten als die des Grundgesetzes. Das System ist undemokratisch und korrupt, es missbraucht die Macht und betrügt die Bürger skrupellos".

Buchautor und Journalist Jürgen Roth:
"Politiker haben massive Interessensverflechtungen mit der Organisierten Kriminalität und unterbinden oder blockieren gezielte Ermittlungen".

Ulrike Meinhof, RAF-Mitglied (1934-1976)
"Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen, wir können sie aber dazu bringen, immer dreister zu lügen."

Guido Westerwelle (FDP):
"Diese Terroristen sind brutale Kriminelle, die auch vor der Ermordung von Unschuldigen keinen Halt machen." (Schwäbisch Haller Bolizisten mit ihren Handlangern und AZUBIS beim NSU)

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04.07.2014 12:52 Uhr

Zur Wanderausstellung, aktuell in SHA

Diese Wanderausstellung ist zwar gut gemeint, ist aber eine Verhöhnung der Opfer! Bis dato ist nicht nachgewiesen, dass die Jenaer Schulabbrecher überhaupt einen Mord verübten. Vielleicht ein paar – aber ganz sicher nicht alle 10!!

Bei den polizeilichen Ermittlungen sagte Carsten S. aus, dass er die Tatwaffe erst nach dem 3. Mord dem Trio aushändigte. Wer erschoss also die ersten 3 Opfer?

Adäquat zum 10.Mord an Michelle Kiesewetter. Das Jenaer Trio, das den Behörden für politische Auftragsmorde jederzeit zur Verfügung stand, feierte zwar nach dem Mord mehrmals am Tatort, zusammen mit Polizisten aus HN und SHA, incl. rechtsradikaler Musik, aber den Mord an Michelle – den haben sie nicht verübt. Dafür waren sie auch nicht helle genug. Die tatsächlichen Mörder werden nie ermittelt werden. Die Zeugen, die zur Aufklärung etwas beitragen könnten, die sterben wie die Fliegen – auf dem Weg zu den Ermittlungsbehörden, oder „nachdem“ sie vom VS Besuch hatten!

Die Aufklärungsunterdrückung soll mit dem Schauprozess, dem Münchner Kasperl-Theater vertuscht werden - nur um Rechtsstaatlichkeit zu heucheln. Da haben wir z.B. den V-Mann Andreas Temme, Oberinspektor beim Geheimdienst. Temme war an sechs von zehn NSU-Morden in Tatortnähe. Und bei den restlichen Morden kann es ihm nicht nachgewiesen werden.

Eine 1:1 Kopie zur Aufklärung des Sachsen-Sumpfes anno 2007. Damals wurden die Zeugen im U-Ausschuss und ihre Familien massivst bedroht!!
Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) warnte davor, dass für die Aufklärer der Affäre eine Gefahr für Leib und Leben bestehe. Buttolo bekräftigte seine Warnung vor einem mafiösen Netzwerk. („Spiegel-online“ 7.6.2007)

Er gehe davon aus, dass die kriminellen Netzwerke noch intakt und gefährlich sind. "Allen, die gegen die Machenschaften in Sachsen kämpften, drohten Rufmordkampagnen", sagte Buttolo in der parlamentarischen Sondersitzung. "Die Organisierte Kriminalität (VS, Richter, Staatsanwälte, Polizsten?) werde mit ihren Mitteln zurückschlagen und verleumden, um eine Zerstörung ihrer Strukturen zu verhindern. Sie wird Misstrauen säen, sie wird Gerüchte streuen, sie wird einschüchtern". "Und sie wird weitermorden", hat er vergessen.

Ist es nicht schon längst erwiesen, dass die Zwickauer Auftragskiller (und andere "Dienste" des Staates) für den Staat mordeten und dann von diesen ermordet wurden?
Warum erhalten die Hinterbliebenen der sogenannten NSU-Morde eine so hohe Entschädigung, obwohl die Regierung doch nichts mit der Ermordung zu tun hat? Niemals werden Hinterbliebene bei Mordtaten entschädigt. Bei den sogenannten NSU-Morden erhielten die Witwen der Mordopfer aber 10.000 Euro, die Kinder noch einmal 5.000 Euro. Da kommen bestenfalls 200.000 Euro zusammen. Wohin gingen also die restlichen 700.000 Euro, wenn nicht als Schweigegeld an die türkischen Gemeinden in der BRD? Warum? Damit die Türken still halten?

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Themenschwerpunkt

Die Mordserie des NSU und ihre Aufarbeitung

Zehn lange Jahre zog die neonazistische Terrorzelle NSU mordend durch Deutschland. Anfang 2013 hat in München der Prozess gegen die letzte Überlebende, Beate Zschäpe, begonnen. In Stuttgart tagt währenddessen ein Untersuchungsausschuss.

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