Vorerst nur drei Windräder an Roter Steige

Auf Michelfelder Gemarkung bauen die Stadtwerke nur drei Windräder. Bei Mainhardt waren weitere drei geplant. Die errichtet aber wohl ein anderer Investor.

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Windpark Rote Steige/Michelfeld nannte der Geschäftsführer der Haller Stadtwerke, Gebhard Gentner, die geplanten drei Anlagen bei Witzmannsweiler und Blindheim in seiner Präsentation bei der Michelfelder Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag. Bislang war immer vom Windpark Rote Steige und von sechs Anlagen die Rede – der Haller Energieversorger hätte nämlich auch gern auf Mainhardter Gemarkung Windräder laufen. Doch Eigentümer der dortigen Fläche ist das Land, besser gesagt Forst BW, und der hat sich für das Ellwanger Unternehmen Uhl als Investor entschieden. „Wir waren von elf Bietern an zweiter Stelle“, räumte der Stadtwerkechef ein.

Voruntersuchungen und Gutachten haben die Stadtwerke für alle sechs Standorte erstellen lassen. „Für rund eine halbe Million Euro. Allein die Vogelkartierung hat fast 200 000 Euro gekostet“, so Gentner. Windmessungen hätten in der Konzentrationszone bei Bubenorbis sehr gute Ergebnisse gebracht. Mit diesen Vorarbeiten wäre die immissionsschutzrechtliche Genehmigung seiner Meinung nach bis Ende 2016 durch gewesen. Eine wichtige Frist, denn nur dann sei sicher, dass die Anlagen bis Ende 2017 in Betrieb gehen. Ab 2018 gibt es nämlich keine feste Einspeisevergütung für Strom aus Windkraft und Fotovoltaik mehr.

Bis Ende 2017 rechnet Gentner mit einer Einspeisevergütung von 8,08 Cent pro Kilowattstunde. „Im schlechtesten Fall“, ergänzte er. Aber danach werde es maximal 7 Cent geben, mutmaßte er. Die Firma Uhl wird es wohl nicht schaffen, auf eigene Faust diesen Zeitrahmen einzuhalten. Anders wäre es, wenn sie mit den Stadtwerken kooperiert und deren Vorarbeiten nutzt. „Wir werden darüber verhandeln“, so Gentner.

Ob sich denn drei Anlagen noch rentieren, wollte eine Bürgerin wissen. „Entscheidend ist die erforderliche Infrastruktur. Und die ist ideal über die B 14. Im Wald sind die Wege relativ kurz bis zu den geplanten Standorten“, antwortete Gentner. Die Stromabnahme sei mit drei Windkraftanlagen sogar günstiger als mit sechs oder sieben und für die Finanzierung gebe es gute Konditionen. Nur die Einmalkosten für die Genehmigung seien relativ gesehen höher. „Aber wir gehen von Wirtschaftlichkeit aus“, erklärte der Stadtwerke-Geschäftsführer.

In welcher Form die Bürger beteiligt werden können, ist noch offen. Für ein Bürgerwindrad wie in Michelbach ist der Windpark mit nur drei Anlagen zu klein. Eine Möglichkeit wären Genussrechtsscheine, mit denen sich Bürger Anteile an dem Windparkunternehmen kaufen können. „Sie sollten dann vorrangig an die Grundstücksverpächter und die Bürger von Blindheim und Witzmannsweiler gehen, weil sie am meisten von den Anlagen betroffen sind“, meinte Gentner. Er wolle aber abwarten, bis der Genehmigungsbescheid und klare Zahlen zur Wirtschaftlichkeit vorliegen. „Wir wollen seriös bleiben“, betonte er.

Zeitplan für die Errichtung der Windräder

Ablauf Am 20. Mai haben die Stadtwerke die Unterlagen zur Genehmigung für alle sechs Anlagen beim Haller Landratsamt eingereicht. Bis Ende 2016 rechnet Gebhard Gentner mit der Genehmigung. Bis Anfang Februar 2017 müssten die Rodungsarbeiten an den drei beziehungsweise sechs Standorten, sollte es zu einer Kooperation mit der Firma Uhl kommen, beendet sein. Die Fundamente würden bis etwa Juli stehen, die Anlagen im dritten Quartal aufgestellt  und im vierten Quartal 2017 in Betrieb gehen – entweder drei oder sechs Anlagen. siba

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Kommentare

02.07.2016 18:48 Uhr

Vielen Dank

an die Firma Uhl und die Haller Stadtwerke, für die nächste unsinnige Rodung von Wald und Verunstaltung der Landschaft !! Der Schwäbisch-Fränkische Wald verliert nach und nach seine Schönheit. Es ist zum Kotzen !!!!

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