Von Stetten siegt

Die Bundestagswahl hat im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe einen klaren Gewinner. Christian von Stetten holt über die Hälfte der Stimmen. Deutlicher Verlierer: Stephen Brauer (FDP).

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Kurz vor 20 Uhr: Erstmals gibt es am Wahlabend großen Applaus im Landratsamt Künzelsau, wo seit 18 Uhr Ergebnisse auf Bundesebene und ab 19.10 Uhr Ergebnisse aus dem Wahlbezirk Schwäbisch Hall-Hohenlohe auf drei Leinwänden präsentiert werden – erste Ergebnisse, die aus dem Wahlkreis einlaufen, stammen aus der Gemeinde Wolpertshausen. Christian von Stetten kommt in den Saal im vierten Obergeschoss, wo rund 50 Gäste an Stehtischen mit Deutschlandfähnchen in wechselnden Zusammensetzungen die Entwicklung der Ergebnisse verfolgen und diskutieren, sich dabei Häppchen in unterschiedlichen Parteifarben schmecken lassen.

Die ersten, die Christian von Stetten im Landratsamt gratulieren, sind der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb und Matthias Neth. Der Landrat des Hohenlohekreises gibt gerade das Ergebnis für Künzelsau bekannt. „56,8 Prozent bei den Erststimmen für Christian von Stetten“, liest Netz unter anderem vom Ergebniszettel vor. „Das ist ein starkes Ergebnis und freut mich ganz besonders, weil es meine Heimatstadt ist“, so Christian von Stetten. Am Ende gegen 22.30 Uhr bekommt er insgesamt 52,3 Prozent der Erststimmen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete sieht Gründe in einer „Politik der Klarheit und Wahrheit“. Er habe klare Ansagen gemacht und danach gehandelt. Für das Ergebnis im Bund in der Nähe der absoluten Mehrheit benutzt er Worte wie „sensationell“. Im Prinzip könne man nur dankbar sein.

"Eine Katastrophe für die FDP,
Stephen Brauer (Direktkandidat)


Von Stetten will gleich am Sonntag nach Berlin fahren, um das Ergebnis zu analysieren und um Koalitionsmöglichkeiten durchzusprechen. Der Koalitionspartner kommt personfiziert durch Stephen Brauer, der gerade in Begleitung seiner Frau den Saal betritt. Von Stetten bedauert das schlechte FDP-Ergebnis. Für Brauer ist es schlicht „eine Katastrophe“, denn die Liberalen werden nahezu sicher erstmals in ihrer Geschichte aus dem Bundestag fliegen (Wahlkreis:6,6 Prozent der Zweitstimmen). „Das Schönste an diesem Tag ist das Volksfest in Crailsheim“, sagt Brauer, der sich persönlich„einige Prozent mehr erwartet“ hat, als 6,6 Prozent der Zweitstimmen.

„Enttäuscht und ernüchtert“ ist auch Harald Ebner (rund zehn Prozent der Erst- und Zweitstimmen), der Direktkandidaten der Grünen gratuliert Christian von Stetten zum Wahlsieg im Landratsamt. „Ehrlichkeit wird anscheinend nicht honoriert. Ich empfinde das Ergebnis als unverdient“. macht Ebner deutlich. Und in den Bundestag? Er hätte nicht gedacht, dass es für ihn über die Landesliste so knapp werde (bei Redaktionsschluss: es reicht). Annette Sawade stellt bei ihrer Wahlparty in Hall fest, es hätte etwas mehr für die SPD sein können. Reicht es für den Bundestag? „So wie es jetzt aussieht, bin ich drin.“ Stand Redaktionsschluss: Sawade hat’s geschafft (rund 23 Prozent der Erst- und 20 Prozent der Zweitstimmen). Für eine Überraschung sorgt die AfD: Sie holt 4,99 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis und scheitert nur ganz knapp an der theoretischen Fünf-Prozent-Hürde.

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