Von Hall nach Ondangwa

Hall pflegt derzeit sechs Partnerschaften mit Städten. Eine siebte ist nun im Gespräch. Sie soll in Afrika sein, entweder in Äthiopien oder in Namibia. Am 22. März reist eine Delegation ins südliche Afrika.

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"Die Reise ist ein Anfang auf dem Weg zur möglichen Städtepartnerschaft. Wir werden Ansprechpartner vom Bildungsministerium, Botschafter, Bürgermeister und Schulleiter persönlich kennenlernen und vor Ort erkunden, wo eine solche Partnerschaft eventuell Sinn macht. Die Reise führt nach Namibia und dort zunächst in die Städte Windhuk und Swakopmund - dann weiter in den Norden des Landes in die Städte Ondangwa, Oshakati und Eenhana", zeigt Hermann-Josef Pelgrim mit dem Finger auf einer Karte. Halls Oberbürgermeister möchte eine neue Partnerschaft mit einer oder mehreren Städten in Afrika auf den Weg bringen, sie sollen ein Teil der Entwicklungszusammenarbeit werden.

Kontakt zur Waldorfschule in Windhuk

Derzeit sind die Länder Äthiopien und Namibia im Gespräch. Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Beziehungen bestehen über Haller Service Clubs. Pelgrim war selbst auf Einladung der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit bereits in der Hauptstadt Addis Abeba. Konkret geht es nun um die Stadt Gondar, wo rund 220.000 Einwohner leben, um ein Wasserprojekt, um Förderung des Tourismus. Der Bürgermeister hat im Januar einen Brief von Pelgrim bekommen, aber noch nicht geantwortet.

Noch intensiveren Kontakt gibt es bereits nach Namibia, unter anderem durch Marion Würth, Tochter von Unternehmer Reinhold Würth, und Hans-Peter Seeger. Der Geschäftsführer der Waldorfschule in Windhuk war kürzlich wieder zu Besuch im Rathaus in Hall. "Ondangwa sucht eine Partnerschaft mit einer deutschen Stadt. Die ganze Region um Ondangwa mit den größeren Städten Oshakati und Eenhana hat rund 200.000 Einwohner. Hier gibt es Wasser, es ist ein fruchtbares Land. Es hat großes Potential, die Bevölkerung wächst schnell", macht er deutlich.

Ein Schlüssel für die Weiterentwicklung sei das Thema Bildung. In Namibia leben rund 2,1 Millionen Menschen. Probleme: Die Arbeitslosenquote liege derzeit bei über 50 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit sei mittlerweile bei rund 70 Prozent.

Praxisbezogenes Lernen soll weiter gestärkt werden

Der ländliche Raum solle weiter gestärkt, praxisbezogenes Lernen in die Schulen im Norden des Landes gebracht werden. Die Waldorfschule in Windhuk habe es sich seit der Schulgründung vor zwölf Jahren zur Aufgabe gemacht, den Kindern Namibias integrative Bildung zu ermöglichen. Bildung in Namibia sei nach diesem Verständnis die innovative Verbindung von kultureller Vielfalt, Mehrsprachigkeit und Berufsbildung. Die Waldorfschule besitze für das Erziehungsministerium modellhaften Charakter. Das solle nun auf andere Schulen übertragen werden.

Zentrale und wachsende Wirtschaftszweige seien Tourismus, Baugewerbe und Kunsthandwerk. An der Waldorfschule in Windhuk lernen demnach rund 280 Schüler in den Klassen eins bis zwölf, auch praxisbezogen in integrierten Ausbildungsstätten in den Bereichen Tourismus und Gastronomie, Baugewerbe, Tischlerei, Textildesign und Kunsthandwerk. Seeger sieht zudem weitere Entwicklungsmöglichkeiten in der Lehrerausbildung oder der Verzahnung von Betrieben und Schulen.

Am Samstag fliegt eine mehrköpfige Delegation für eine Woche von Hall nach Namibia. Dabei sind voraussichtlich die dienstältesten Haller Gemeinderäte Hans Georg Reber, Hartmut Baumann und Rüdiger Schorpp, um sich in den Städten selbst ein Bild zu machen.

1964 bis 2006: Hall wird Partner von sechs Städten

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