Vom Pfützenhopser zum Professor

Gut drei Meter weit zischt die kleine Rakete die Schnur entlang. Ihr einziger Antrieb: Ein aufgeblasener Luftballon. „Huiiii“, macht Erzieherin Gerlinde Haux und die Eltern sind über das Wunder dieser schlichten Technik genauso begeistert wie die Kinder.

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Eine Nachwuchswissenschaftlerin testet eine Rakete mit grünem Luftballon-Antrieb.  Foto: 

Hilflose Haushaltsgegenstände, unvorsichtiges Kleingetier, friedliche Pflanzen und viele für die Patschhändchen erreichbare Dinge mehr können ein Lied davon singen: Kleine Kinder erkunden gerne ihre Umwelt. Diese natürliche Neugierde nutzt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Eine nagelneue Dependance hat die Frühbildungsinitiative nun im evangelischen Kindergarten Reifenhof. Es darf sich „Haus der kleinen Forscher“ nennen.

Kindergarten Reifenhof jetzt "Haus der kleinen Forscher"

Die Urkunde überreicht Annette Schmidt aus Heilbronn. „Wenn es ebenso viele Plätze für den frühkindlichen Kontakt mit Naturwissenschaften, Mathematik und Technik gibt wie Bolzplätze, dann sind wir vielleicht in der Forschung einmal so gut wie im Fußball“, hofft die lokale Netzwerkerin der bundesweit tätigen Stiftung. Anhand eines nassen Beispiels beschreibt Kindergartenleiterin Ute Siffring das Entwicklungspotenzial des kindliches Forscherdrangs: „Früher seid ihr in eine Pfütze gehopst und habt festgestellt, dass das spritzt. Später habt ihr dann gezählt, wie oft ihr in die Pfütze springen müsst, bis sie leer ist.“

Elf Stationen wollen von 58 wissbegierigen Nachwuchsprofessoren erkundet  werden. Das Gartenschlauchtelefon erinnert an die Anfänge des Handyhypes, selbstgefaltete Seerosen öffnen sich geheimnisvoll, sobald man sie ins Wasser legt, riesige Seifenblasen schweben durch die Luft. Die vertrackte Bogenkonstruktion einer kleinen Leonardo-Brücke weckt  den Ehrgeiz der Väter, die versuchen, mit dünnen Stromkabeln einen kleinen Propeller in Schwung zu bringen. Erstaunen herrscht beim einem „spuckenden Vulkan“, einem Sandhäufchen, aus dem es gar schauerlich brodelt. Natron, Geschirrspülmittel und Zitronensaft stecken hinter dem „Naturereignis“.

Gerlinde Haux hat ihre  Fortbildungstage genutzt, um Fachfrau für kleine Forscher zu werden. Seit 2012 gibt es im Kindergarten ein „Forschungszentrum“, das sie über die Jahre entwickelt hat. Das Zertifikat sieht sie als Lohn ihres Engagements. „Ohne das Interesse und die Freude der Kinder hätte es nicht geklappt“, gibt sie die Lorbeeren weiter.

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