Volle Auftragsbücher bei Recaro - 90.000 verkaufte Sitze

9 Prozent Umsatzwachstum sollen noch nicht das Ende sein. Der Haller Flugzeugsitzeentwickler Recaro strebt einen mittelfristigen Zuwachs von jährlich 10 Prozent an. Gestern präsentierte das Unternehmen Zahlen.

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Dr. Mark Hiller (rechts), geschäftsführender Gesellschafter, und Joachim Ley (Mitte), Ressortleiter Supply Chain, führen Baden-Württembergs Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid durch das Haller Recaro-Werk.  Foto: 

Gut angelaufen ist das Jahr 2015. "Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt", so Dr. Mark Hiller, geschäftsführender Gesellschafter, laut einer Pressemitteilung des Unternehmens.

"Bis zum Jahr 2018 soll unser internationaler Mitarbeiterstamm auf 2400 Beschäftigte anwachsen, der Umsatz soll dann 590 Millionen Euro betragen", kündigt Mark Hiller an. Derzeit hat das Unternehmen 1900 Mitarbeiter. Laut Angaben von Recaro sind davon rund 1000 in Deutschland beschäftigt. Weitere Standorte hat Recaro Aircraft Seating in Polen, China, den USA und Südafrika. Außerdem ist Recaro mit Kundencentern in Europa, Amerika, Asien, Australien und dem Nahen Osten vertreten.

Gewachsen sind im zurückliegenden Jahr alle Standorte im Recaro-Verbund. Besonders stark habe das Werk in den USA zugelegt. In Fort Worth/Texas seien 30 Prozent mehr Sitze hergestellt worden als im Vorjahr.

1000 Mitarbeiter in Schwäbisch Hall

Auch Schwäbisch Hall habe sich gut entwickelt. An seinen Standorten im Westen der Stadt begrüßte Recaro im Januar den 1000. Mitarbeiter.

Noch im Aufbau begriffen sei das Werk im chinesischen Qingdao in der Provinz Shandong. Der Standort werde sich schrittweise entwickeln.

Im zurückliegenden Jahr steigerte Recaro den Umsatz von 337 auf den Höchstwert in der Unternehmensgeschichte von 367 Millionen Euro. "Das Umsatzplus von 9 Prozent hat unsere Erwartungen sogar leicht übertroffen", erklärt Mark Hiller. Was übrig bleibt, wenn von allen Einnahmen alle Ausgaben abgezogen werden, macht das Unternehmen nicht öffentlich.

"Einen Rekord erzielten wir zudem bei unseren Produktionszahlen: Im vergangenen Jahr haben wir an unseren weltweiten Standorten mehr als 90.000 Sitze hergestellt", so Mark Hiller.

Recaro kündigt an, 13 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung zu investieren. Auf 2014 gerechnet wären das knapp 50 Millionen Euro.

Das Unternehmen macht deutlich, dass die Kapazitäten an den weltweiten Standorten weiter ausgebaut wurden. Damit werde der wachsenden Nachfrage begegnet. Eine hohe Qualität sowie Liefertermintreue führt Recaro als Gründe für seine Erfolge an.

Die Geschäfte in der weltweiten Luftfahrt-Branche

Boom Das Geschäft in der zivilen Luftfahrt boomt. Der Branchenverband BDLI geht von einem jährlichen Wachstum von 10 Prozent aus. In diesem Bereich bewegen sich auch die Erwartungen des Haller Flugzeugsitzeentwickler Recaro Aircraft Seating, der seinen Stammsitz in Schwäbisch Hall hat. BDLI-Präsident Lutz Bertling wies unlängst auf die Herausforderung hin, dieses Wachstum zu bewältigen. Manche Luftfahrt-Unternehmen müssten in den kommenden Jahren die Produktion um 40 Prozent hochfahren, ihre weltweiten Lieferketten sichern und um Fachkräfte kämpfen.

"Die Luftfahrtbranche hat bislang 100 Jahre benötigt, um insgesamt 65 Milliarden Passagiere zu befördern. Die nächsten 65 Milliarden Passagiere werden ihren Flug voraussichtlich bereits in den kommenden 15 Jahren antreten", vermutet Jochen Hörger, Leiter Flugzeuge bei KGAL in einem aktuellen Marktbericht.

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