Volle Aufragsbücher im Handwerk

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Gute Auftragslage und hohe Auslastung in den Betrieben sorgen für gute Stimmung unter den Handwerken. Der Fachkräftemangel bedrohe die momentan starke Position jedoch erheblich, warnt Kammerpräsident Ulrich Bopp.  Foto: 

Die Stimmung unter den Handwerkern der Region Heilbronn-Franken ist auch im zweiten Quartal 2017 gut. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Das Frühjahr brachte den meisten Handwerkern steigende Aufträge und Umsätze. „Die Betriebe im Kammergebiet sind derzeit sehr gut ausgelastet“, weiß auch Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer. Mehr als die Hälfte der Betriebe ist auf sechs bis zwölf Wochen mit Aufträgen versorgt. „Die Kunden müssen damit schon heute immer öfter erstmal auf ihren Handwerker warten“, betont Bopp. Immer wieder warnt der Maurermeister, dass die fehlenden Azubis und Fachkräfte im Handwerk künftig zu langen Wartezeiten und höheren Preisen für die Kunden führen werden.

Die hohe Nachfrage sorgt bei den Handwerksbetrieben für gute Stimmung. Rund 78 Prozent der Befragten bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage gut, nur knapp fünf Prozent halten sie für schlecht. Auch die nächsten Monate sieht die Mehrheit der Betriebe rosig. 81 Prozent meinten, dass sich ihre Geschäftslage weiter verbessern wird. Nur rund zwei Prozent rechnen mit schlechteren Geschäften.

 Einen Sprung nach oben gab es in den Betrieben der Region Heilbronn-Franken beim Auftragseingang. Rund 45 Prozent der Befragten verzeichneten steigende Aufträge. Das sind gut zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei rund neun Prozent gingen in den vergangenen drei Monaten weniger Aufträge ein. Für die nächsten Wochen rechnen rund zwei Drittel der Handwerker damit, dass die Nachfrage stabil bleibt. Weiter steigende Aufträge erwarten noch rund ein Viertel. Etwa jeder zehnte befürchtet weniger Aufträge.

Kaum freie Kapazitäten

Entsprechend der Auftragslage verbesserte sich im zweiten Quartal 2017 auch die Kapazitätsauslastung der Handwerksbetriebe in Heilbronn-Franken. Rund sechs Prozent arbeiten bereits über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus. Einen deutlichen Anstieg von 50 auf aktuell rund 60 Prozent gab es bei den Betrieben mit einem hohen Auslastungsgrad (81 bis 100 Prozent). Jedes vierte Unternehmen in der Region (25,7 Prozent) konnte im Vergleichszeitraum seine Kapazitäten zu 61 bis 80 Prozent nutzen. Lediglich knapp acht Prozent der Betriebe hatten noch nennenswerte Kapazitätsfreiräume – im Jahr davor waren es noch mehr als doppelt so viele.

 Auch die Umsätze der Betriebe im Kammergebiet haben sich im Vergleich zum bereits guten Vorjahr noch einmal verbessert. Gut die Hälfte der Befragten konnte höhere Umsätze verbuchen. Nur etwa jeder zehnte Handwerker machte weniger Umsatz. Für die kommenden Monate zeigt sich die Mehrheit der Befragten optimistisch und rechnet mit stabilen oder weiter steigenden Umsätzen. Rund 13 Prozent befürchten, dass ihre Umsätze sinken werden.

Auf die Zahl der Beschäftigten im Handwerk hat sich die gute Auftragslage noch nicht niedergeschlagen. Nur rund sieben Prozent der Befragten haben im letzten Quartal Mitarbeiter eingestellt. Bei rund acht Prozent sank die Anzahl der Beschäftigten. Fast 15 Prozent der Betriebe möchten jedoch in den nächsten Monaten ihre Belegschaft aufstocken. Nur knapp vier Prozent planen mit weniger Mitarbeitern. „Immer wieder höre ich in den Betrieben, wie schwierig es ist, Fachkräfte zu finden“, berichtet Kammerpräsident Ulrich Bopp. „Diese Probleme zeigen sich hier deutlich, wenn trotz der vielen Aufträge und der hohen Auslastung die Beschäftigtenzahl im Handwerk sinkt.“

Die gute Stimmung hat sich auch auf die Investitionen der Handwerker niedergeschlagen. Jeder zweite Betrieb hat in den letzten Wochen investiert. Dabei haben 15,7 Prozent der Befragten ihr Investitionsbudget aufgestockt und 5,7 Prozent haben das Budget verringert. Für die nächsten Wochen zeigen sich die Handwerker in der Region jedoch etwas zurückhaltender. Rund 11 Prozent wollen weniger investieren. Weiter wie bisher geht es bei rund 27 Prozent. 14 Prozent nehmen mehr Geld in die Hand als in den vorigen Monaten. Und gar keine Investitionen plant knapp die Hälfte.

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