Voll im Zeitplan: Jetzt wird das letzte Modul auf die Diak-Kinderklinik gesetzt

Das Spiel mit den 30 Tonnen schweren Bauklötzen scheint zu gelingen. Die Kinderklinik wird voraussichtlich heute vollständig zusammengesetzt. Arbeiter schweißen 61 Elemente auf fünf Ebenen zusammen.

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  • Arbeiter verkleben das Dach auf den Modulen der Kinderklinik. Auf die schwarze Fläche soll heute die fünfte und letzte Ebene des Bauwerks gesetzt werden. Das Parkhaus samt Helikopterlandeplatz ist links im Bild zu sehen. Fotos: Tobias Würth 1/2
    Arbeiter verkleben das Dach auf den Modulen der Kinderklinik. Auf die schwarze Fläche soll heute die fünfte und letzte Ebene des Bauwerks gesetzt werden. Das Parkhaus samt Helikopterlandeplatz ist links im Bild zu sehen. Fotos: Tobias Würth
  • Klaus Pitthan, Projektleiter der Firma ADK Modulraum aus Neresheim. 2/2
    Klaus Pitthan, Projektleiter der Firma ADK Modulraum aus Neresheim.
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Wie kann ein Kran ein Teil, das so schwer ist wie 23 Autos des Typs VW Golf, genau dort einfügen, wo es hin soll? Die Module für die Kinderklinik bestehen aus einem Stahlgerüst, in denen komplett eingerichtete Krankenhauszimmmer Platz finden. Gipsfaserplatten sind angebracht, Kabel in den Wänden, Waschbecken, Steckdosen und Fenster.

"In der einen Richtung haben wir einen Spielraum von zwei Zentimetern", erläutert Klaus Pitthan (46), Projektleiter der Firma ADK-Modulraum aus Neresheim. Ein solcher Zwischenraum sei einkalkuliert. In der anderen Richtung gebe es null Spielraum. Pitthan: "Wenn ein Flur über mehrere Module verläuft, haben wir keine Toleranz." Daher wird beim "Verkranen", also beim Weg der Teile vom Tieflader auf die Baustelle durch die Luft, genau hingesehen. Schwebt ein Modul noch wenige Zentimeter über dem Boden, drücken Bauarbeiter von Hand dagegen.

Pitthan: "Wir können froh sein, dass es die ganze Zeit so windstill war." Der Kran könne präzise arbeiten. "Wir schauen immer mit dem Richtscheit hin, ob es passt", erläutert der Techniker. Hier knüpft die moderne Modulbauweise an den alten Handwerkstechniken an, die es auch schon im Mittelalter gegeben hat. Ein langer Stab wird angelegt, er zeigt, ob die Wand gerade ist. Bisher passe alles sehr gut. Selbst der Verbindungssteg zur Klinik sitze perfekt. Die Maße im Neubau stimmen nicht nur in sich, er hat auch den richtigen Abstand zum Altbau.

Kaum haben die Mitarbeiter ein Modul eingepasst, wird es schon verschweißt. "Zwei bis drei Arbeiter gehen mit dem Schweißgerät herum", sagt der Projektleiter. In den Plänen sei genau vorgegeben, wo die Verbindungspunkte zu setzen sind - mindestens alle zweieinhalb Meter. Die Elemente sind am Boden, an den Wände und an den Dächern miteinander verknüpft. Dadurch erhält das Gebäude Stabilität - wie ein Fachwerkhaus aus Stahl. Die zehn Module jedes Stockwerks bilden eine statische Einheit. Sie muss die anderen Geschosse tragen und ist so stark, dass sogar ein Aufzug eingebaut werden kann - ohne dass dazu ein eigener Schacht aus Beton gegossen werden muss. Läuft auch kein Wasser zwischen den Modulen hindurch? Pitthan schüttelt den Kopf: Ist eine Etage fertig, werde sie oben abgedichtet. Das Dach ganz oben sei leicht geneigt.

"Ich habe keine kaputte Glasscheibe gesehen und noch keine Fliese ist geplatzt", freut sich Pitthan. Die Räume hätten den Transport ohne Schäden überstanden.

"Wir sind sogar einen Tick vor dem Zeitplan", freut sich Diplom-Ingenieur (FH) Markus Nagar, der seit fast einem Jahr den Bereich Bau und Technik des Evangelischen Diakoniewerks leitet. Heute soll das letzte Element der Kinderklinik aufgesetzt werden. Am Freitag werde der Kran abgebaut. Nun muss das Gebäude noch außen mit einer Wärmeisolierung versehen werden.

Laufen Patienten später durch das Gebäude, würden sie nicht erkennen, dass es in Modulbauweise errichtet wurde, verspricht Pitthan. Die Wände seien sogar mit 30 Zentimetern dicker als die von so manchem Gebäude in Massivbauweise.

Die Firma ADK Modulraum habe Erfahrungen mit der Technik. Die deutsche Botschaft in Kabul wurde so errichtet, fünf Polikliniken in der Umgebung von Moskau und zahlreiche Labor- und Klinikgebäude in Deutschland. Derzeit werden in Neresheim Module für die Neurologie in Hall gefertigt und parallel dazu das Anti-Doping-Labor für die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Die neue Kinderklinik: Zahlen und Zeitplan
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