Vize-Präsident der EU-Kommission kommentiert in Hall die Krim-Krise

"Wir sind alle besorgt über das, was in Russland passiert", sagt Olli Rehn, EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung. Er ist zu Gast in der Bausparkasse.

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Der amtierende Vizepräsident der EU-Kommission und Architekt der Euro-Rettung fliegt in die Provinz, um nur eine Firma zu besuchen. Zwar ist man in Hall prominenten Besuch gewohnt, doch das sei schon etwas besonderes, wird in den Fluren der Bausparkasse Hall geraunt. FDP-Europaabgeordneter Michael Theurer hat den Gast vermittelt.

In der Firmenzentrale wird Rehn am Montag im Saal im Erdgeschoss empfangen, 200 Mitarbeiter des Finanzdienstleisters hören ihm zu. Rehn wird nicht von kritischen Nachfragen verschont. "Okay, also kein Small-Talk", kontert der Finne die erste Frage. Bausparkassenchef Matthias Metz wollte wissen: "Das Niedrigzinsniveau drückt uns. Es ist eine stille Enteignung der Sparer." Warum dauere diese Politik an? Rehn antwortet diplomatisch. Entscheidungen der Zentralbank würde er nicht kommentieren. Die niedrigen Zinsen würden schwache Staaten stützen.

Olli Rehn begrüßt die Zuhörer auf Deutsch, um auf Englisch zu wechseln. Der Vortrag wird simultan übersetzt. "Ein Prominenter hat dafür gesorgt, dass ich nicht so gut Deutsch spreche", berichtet Rehn. "Er heißt Gerd Müller." Statt sich auf den Unterricht zu konzentrieren, habe er viel Zeit auf dem Fußballplatz verbracht. Dennoch ist aus ihm was geworden. Er spielte zeitweise in Finnlands erster Fußball-Liga, promovierte in Oxford.

"Wir dürfen keine Schwäche zeigen"

Rehn findet vorsichtig gewählte Worte über die Krim-Krise: "Wir dürfen keine Schwäche zeigen." Allerdings müsse man bedenken: "Wenn wir Sanktionen wollen, sind die weder gut für Europa, noch für Russland."

Auch sein Vortrag über die Wirtschaft enthält keine Zuspitzungen: "Der wirtschaftliche Aufschwung in Europa gewinnt an Fahrt. Auch die Schwächeren profitieren."

Halls Oberbürgermeister Pelgrim hakt nach: Ob in der Ukraine nicht sowohl die alte als auch die neue Regierung korrupt sei? Rehn gibt ihm zum Teil recht: "Korruption ist ein entscheidendes Problem." Wie man am Beispiel von Polen sehe, habe die EU dem Land gut getan und die Korruption sei zurückgegangen.

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