Viola Robakowski mit Liedern der Sehnsucht im Theaterkeller

Chansons der 20er und 30er Jahre, argentinische Tangos, Hymnen und Balladen an die Liebe. In zwei Rollen singt sich die ehemalige Hallerin Viola Robakowski durch tiefe Gefühle. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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Als graue Maus singt Viola Robakowski im Theaterkeller in Hall.  Foto: 

„Der Star des Abends ist leider erkrankt“, teilt Ninette Hofmann (Klavier) dem überraschten Publikum nach „Besame Mucho“, dem ersten Instrumentalstück des Abends mit. Aber man habe einen wunderbaren „Ersatz“ bekommen. Viola Robakowski tritt in ihrer ersten Rolle als graue Maus auf die Bühne, wo sie gleich zwischen Klavier und Anna Daskovskaia am Cello das Lied „Die Unscheinbare“ von Hugo Wiener anstimmt.

Im schönsten österreichischen Dialekt lässt sie auch beim zweiten Lied („Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn“) des Abends die Sehnsucht nach der Liebe einer grauen Maus erklingen. „Nach meene Beene is ja janz Berlin verrückt“ singt sie ganz und gar nicht im Stil einer Marlene Dietrich, sondern viel frecher und impulsiver durch den Klassiker.

Als eine echte Berliner Göre eben, die aber eigentlich in Hall aufgewachsen ist. Auch dem berühmten „Koffer in Berlin“ kann Fräulein Viola, wie sie sich selbst bezeichnet, sehr gelungen ihren eigenen Stil verpassen. Mit französischen Chansons und argentinischen spanischsprachigen Tangos geht es dann in die Pause, aus der die „graue Maus“ nicht wiederkehrt. In knallroter „Marlene-Hose“, jetzt ganz Star des Abends, geht es mit „La vie en rose“ viel weltoffener weiter. In Französisch – nur ohne Zigarette. Aber mindestens genauso verrucht. Doch die Sehnsüchte bleiben dieselben. Ob graue Maus oder Diva.

Sie sei „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Viola Robakowski und ihre Musikerinnen schaffen es auf eine ganz famose und frische, lebendige und spritzige Art ihre eigenen Interpretationen der Klassiker zu schaffen. „Hoch leben die Verrückten, die die Liebe erfunden haben.“ Von der „Kleptomanin“ bis zum „Rüdiger“, sie bringen selbst die Chansons sehr gefühlvoll und voller Energie in ihrer eigenen Art auf die Bühne. „Ne me quitte pas“. Neben dem französischen Originaltext sprechen sie einen deutschen Text. „Verlass mich nicht. Lass mich deine Königin sein.“ Eine spannende Mischung mit einem breiten Spagat zwischen Spaß und Ernst. Der Theaterkeller war nur spärlich besetzt. Mit „Ham se nich nen Mann für mich“ verabschiedet sich das Trio nach über neunzig Minuten.

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