Viele neue Stellen, doch es fehlen die Bewerber

Die Ausbildungskonferenz wirbt bei Unternehmen in der Region 1600 Ausbildungsstellen ein, die es bisher noch nicht gab. Dennoch sinkt die Zahl der Azubis weiter. Von 7710 im Jahr 2012 auf 7220 im Jahr 2013.

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Besonders stark sei der Rückgang bei den Unternehmen der Handwerkskammer (-8,2 Prozent oder 156 Verträge) und der Industrie- und Handelskammer (-7,8 Prozent oder 391 Verträge) ausgefallen. Die Bereiche Öffentlicher Dienst, Landwirtschaft, freie Berufe und Hauswirtschaft verzeichneten dagegen ein Plus von 7,1 Prozent oder 66 Verträgen. Nicht erreicht werden konnten die Zielmarken bei den Erstausbildungsbetrieben und den Praktikantenplätzen. Mit der Gewinnung von 299 Erstausbildungsbetrieben blieb die Region um 81 Betriebe hinter der gesetzten Zielgröße von 380. Im Bereich der Praktikantenplätze lag sie mit 191 gewonnenen Plätzen um 189 hinter dem Ziel von 380 zurück, schreibt das Bündnis in einer Pressemitteilung. "Dies war zu erwarten", sagt Dietmar Niedziella, Leiter Berufsbildung der IHK Heilbronn-Franken. "Viele Unternehmen konnten bereits im letzten Jahr ihre Ausbildungs- und Praktikantenplätze vielfach nicht besetzen. Daher sind immer weniger Unternehmen bereit, Plätze anzubieten oder überhaupt auszubilden."

"So schwierig sich die Suche nach Auszubildenden seitens der Arbeitgeber zuweilen auch gestaltet, hat die steigende Zahl an Ausbildungsplätzen pro Bewerber auch ihre Vorteile", behauptet Silke Ortwein, DGB Kreisvorsitzende: "Der Markt hat sich gedreht - junge Leute können heute viel häufiger ihren Wunschberuf erlernen." So waren 6239 Jugendliche bei den regionalen Agenturen für Arbeit im Jahr 2013 als ausbildungsplatzsuchend gemeldet. Demgegenüber standen 7581 gemeldete freie Ausbildungsplätze.

"Dies ist nicht zuletzt eine Auswirkung des demografischen Wandels in der Region", erläutert Wolfgang Seibold, Leiter des Staatlichen Schulamts Heilbronn die Situation. "Wurden 1997 noch 11275 Kinder eingeschult, so waren es 2013 nur rund 7500. Dies ist ein Rückgang von über 33 Prozent, der sich in den kommenden Jahren immer mehr auf die Schulabgängerzahl auswirken wird." Hinzu kommt der anhaltende Trend der Jugendlichen, länger auf die Schule zu gehen und im Anschluss daran zu studieren. Dies zeigt die Anzahl der Abiturienten an den Schulabgängern, die trotz rückläufiger Gesamtzahlen seit 2006 von 3388 auf 4182 im Jahr 2013 um mehr als 23 Prozent gestiegen ist. "Es ist kaum zu erwarten, dass die Lage in den nächsten Jahren besser wird", prognostiziert Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn. Mit den eigens geschaffenen Ausbildungsvermittlern ergänzen die Kammern das Angebot der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit in diesem Bereich.

Ausbildungskonferenz

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