„UpBeat“-Festival: Viel Können, wenig Besucher

Die Crailsheimer Schulband „Turtle Noiz“ startet beim Hohenloher Kultursommer das Festival „UpBeat“ – mit der avantgardistischen Band „Jilman Zilman“.

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Die Band „Turtle Noiz“, angeleitet von der Formation „Jilman Zilman“, musiziert im Kirchberger Rittersaal. Auch wenn auf dem Foto einige Hinterköpfe zu sehen sind – das Konzert war nur mäßig besucht.  Foto: 

„Hey Leute – das war geil.“ Wer von den zehn Protagonisten des Abends diesen Satz beim Verlassen der Bühne im Kirchberger Rittersaal gesagt hat, ist wohl nicht mehr zu ermitteln. Aber deutlich hörbar für das etwa 60-köpfige Publikum findet so die Anspannung der jungen Leute ihr passendes Ventil.

Ein viel zu wenig beachtetes Projekt des Hohenloher Kultursommers ist das Festival „UpBeat­ Hohenlohe“, veranstaltet von der Kulturstiftung. Jetzt gab es die vierte Auflage. Es bringt unter dem Motto „Drei Bands, drei Schulen, drei Konzerte“ Musiker und Schüler zusammen. An zwei Tagen können die Schüler dank der Unterstützung des Hohenloher Kultursommers mit den Profis zusammenarbeiten. Sie entwickeln dabei ein kleines Programm.

Schüler beginnen mit Klassiker

In diesem Jahr macht das Albert- Schweitzer-Gymnasium in Crailsheim den Auftakt. Die Gruppe „Jilman Zilman“, eine Jazz-Formation um den Augsburger Schlagzeuger Tilman Herpichböhm, coacht die Jugendlichen. Das Ergebnis ist der frisch entwickelte Bandname „Turtle Noiz“ und ein etwa 20-minütiges Programm, in dem neun Schüler und eine Austauschschülerin aus den USA ihr neu erworbenes Können präsentieren.

Mit „Cold Duck Time“, einem Jazz- Klassiker, machen sie den Anfang. Es folgen „Schulterstück“, ein Song ihrer vorübergehenden Musiklehrer, „All Blues“, eine Komposition von Miles Davis, und „Chamäleon“ von Herbie Hancock.

Schwerpunkt der Darbietungen sind die Improvisationen der jeweiligen Solisten, denen breiter Raum eingeräumt wird. „Zunächst waren wir schockiert wegen des Improvisierens“, beschreibt Fabian den Auftakt des Kurses. Aber das scheint sich schnell gelegt zu haben. Ihren Lehrern, den Mitgliedern der Band, geben sie für den Unterricht sehr gute Noten. „Zwischen 1 und 1,5“ – so wird das lehrende Engagement der Musiker einvernehmlich bewertet.

Nach dem Auftritt von „Turtle Noiz“ folgt das etwa einstündige Konzert der „Lehrer.“ Die Gruppe „Jilman Zilman“ zeichnet sich nicht nur durch die Wahl ihrer Titel aus – „Krombiragsälz“ oder „Bingo Wings & Muffin Tops“. So ungewöhnlich sind auch ihre Musik und ihre außergewöhnliche Besetzung mit zwei Altsaxophonen, Kontrabass und Schlagzeug.

Die Crailsheimer Schüler haben eine der innovativsten Jazzbands als Lehrer gehabt, die es aktuell zu hören gibt. Allein „Grey all day“, das letzte Stück vor der Zugabe, ist nahe an einer „jazzlichen“ Offenbarung. Selbst das „Wiegenlied“ von Brahms ist authentisch verjazzt.

Gelungene Auftritte

Über das überschaubare Publikumsinteresse kann man sich  nur wundern – und darüber, dass die Jazzer aus Hohenlohe und Umgebung so ein grandioses Quartett wie „Jilman Zilman“ an sich vorübergehen lassen. Dass sie dem jungen Jazz-Nachwuchs mit ihrer Nichtanwesenheit die kalte Schulter gezeigt habt, ist eigentlich fast unverzeihlich. Zwei so gelungene Auftritte hätten mehr Publikum verdient.

Die nächste „Up-­Beat“-Veranstaltung beginnt am Samstag, 13. Mai. Von 19 Uhr an tritt das Kölner „Mengamo Trio“ im Alma-Würth-Saal des Würth-Museums in Künzelsau-Gaisbach auf. Vorgruppe ist die Schülerband des Künzelsauer Ganerben-Gymnasiums. Das Mengamo-Trio spielt in der Besetzung Sebastian Scobel (Hammond-Orgel), Philipp Brämswig (E-Gitarre) und Thomas Sauerborn (Schlagzeug). Ein weiteres „Up- Beat“-Konzert gibt es am Samstag, 20. Mai, im Kloster Schöntal mit der Kölner Gypsy-Swing-Gruppe „Hot Club de Cologne“. Das „Up-­Beat“-Festival ist eine Veranstaltung der Kulturstiftung Hohenlohe. Tickets gibt es etwa unter der Telefonnummer 0 79 40/1 83 48 und im Internet: www.upbeat-hohenlohe.de.

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