Viel entspannter als in Venedig

Seit 13 Jahren begleitet der Hobbyfotograf Markus Assenheimer aus Honhardt das stille Maskenträger-Spektakel in Halls Gassen mit der Kamera – und trifft dabei viele Gleichgesinnte.

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  • Markus Assenheimer hat vor einigen Jahren bei Hallia Venezia diese Gruppe fotografisch festgehalten: Die Maskenträger stellen mit ihren Kostümen die vier Jahreszeiten dar.  1/2
    Markus Assenheimer hat vor einigen Jahren bei Hallia Venezia diese Gruppe fotografisch festgehalten: Die Maskenträger stellen mit ihren Kostümen die vier Jahreszeiten dar.  Foto: 
  • Markus Assenheimer aus Honhardt. 2/2
    Markus Assenheimer aus Honhardt. Foto: 
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Halls Gassen und Plätze werden am Sonntag bunt: Zum 20. Mal sind dann zahlreiche Maskenträger in fantasievollen Kostümen unterwegs. Ein etwas anderes und eher stilles Karneval-Spektakel, das mittlerweile tausende Besucher aus nah und fern anlockt – und zahlreiche Fotografen. Zu ihnen zählt auch Markus Assenheimer aus Honhardt. Der Hobbyfotograf, der im Hauptberuf als Fachkrankenpfleger auf der Intensivstation im Haller Diak arbeitet, begleitet Hallia Venezia mit seiner Kameraausrüstung seit nunmehr 13 Jahren. Zu seinen Hauptmotiven gehört unter anderem sein Vater Walter, der als Vereins- und Vorstandsmitglied jedes Jahr mit einer Maske und neuem Kostüm bei Wind und Wetter durch die Haller Gassen zieht. „Klar, dass er immer im April zu seinem Geburtstag dann auch ein Fotobuch von Hallia Venezia bekommt“, erzählt Markus Assenheimer.

Viel Vorbereitung nötig

Nicht nur bei Hallia Venezia geht der 45-Jährige gerne auf Jagd nach schönen Fotomotiven. Er hat auch ein Faible dafür, Sternenspuren aufzuzeichnen, macht Zeitraffer- und Panorama-Aufnahmen. Beispielsweise hat er bereits das
Diak-Stammhaus mit zahlreichen 360-Grad-Bildern dokumentiert. Wenn Ereignisse anstehen wie Mond- oder Sonnenfinsternis oder wie im November der so genannte „Supermond“, dann steht er mit seiner Ausrüstung parat, baut das Stativ auf und programmiert seine Kamera.

Eine schöne Sternenspur lasse sich meist nur im Winterhalbjahr abseits von größeren Siedlungen und Städten aufzeichnen. Später legt Assenheimer am Computer rund 500 einzelne Bilder übereinander und erhält so das Startrail-Foto. Ob Sonnenauf- und -untergänge oder Zeitraffer von aufgehenden Blüten – es bedarf stets einer genauen Planung und Kameraeinstellung. Überhaupt: „Die Vor- und Nachbereitung braucht die meiste Zeit“, erklärt Assenheimer. Auf den Auslöser zu drücken, sei das Einfachste.

Woher seine Leidenschaft für die Fotografie rührt? „Ich war 20 Jahre lang Pressewart bei der DLRG Gschwend.“ Dabei hat er auch für die Zeitung Berichte verfasst und fotografiert, sei also quasi „so reingerutscht“, sagt er und ergänzt gelassen: „Aber eigentlich habe ich schon immer gerne fotografiert.“

Zuweilen unternimmt Markus Assenheimer Fotoreisen, er war auch bereits beim „echten“ Karneval in Venedig. „Dort gibt es dann nicht nur 70 Maskenträger wie in Hall, sondern gleich 400. Und die vielen Fotografen stehen in Viererreihen“, erzählt er. Überhaupt herrsche bei den Bilderjägern in der Lagunenstadt ein ziemliches Gedränge um die besten Plätze. In Hall sei das alles wesentlich entspannter.

Kleine Gassen besonders reizvoll

Aber in den vergangenen drei oder vier Jahren hat auch Markus Assenheimer beobachtet, dass das Interesse der Fotografier-Fans an Hallia Venezia gewachsen sei. Ganze Fotoclubs reisen nach Schwäbisch Hall, „oft sind das technikbegeisterte Männer, die mindestens zwei Kameras dabei haben“. Beliebte Kulissen seien beispielsweise das Grasbödele, der Steinerne Steg, Kocher und Unterwöhrd, die Henkersbrücke und natürlich der Marktplatz. Assenheimer findet vor allem die kleinen Gassen besonders reizvoll. Zudem seien die Wetterprognosen für den kommenden Sonntag mit Sonne und halbwegs milden Temperaturen recht positiv: „Da wird sicherlich viel los sein“, vermutet Assenheimer. Er hat Hallia Venezia auch schon bei Regen, Schnee und Eis erlebt – „eigentlich ist das Wetter fast egal, die Menschen kommen trotzdem“, freut er sich.

Übrigens: Einen Einblick in seine 13-jährige Fotoerfahrung bei Hallia Venezia gibt der Hobbyfotograf derzeit auch in einer Ausstellung: Sie wird in der kleinen Galerie auf Station H4.2 des Haller Diakonieklinikums gezeigt.

Markus Assenheimer ist 45 Jahre alt und stammt aus Gschwend. Am Haller Diak machte er eine Ausbildung zum Krankenpfleger, später folgte zusätzlich eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Ingolstadt. Heute arbeitet Assenheimer als Fachkrankenpfleger auf der Intensivstation im Diak und ist auch Praxisanleiter. Zudem ist der passionierte Läufer Teamorganisator der Diak-Runners, die unter anderem beim Dreikönigslauf an den Start gehen. Und er organisiert den Treppenlauf im Diak, der wieder im Sommer stattfinden soll. Markus Assenheimer ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und einem Sohn und lebt in Honhardt (Gemeinde Frankenhardt).

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