Viel Beifall für junge Musiker

Beim Preisträgerkonzert von „Jugend musiziert“ in der Hospitalkirche zeigt der musikalische Nachwuchs eindrucksvoll klanglische und stilistische Vielfalt.

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Teils überragende Darbietungen hatte der Haller Musikschulleiter Lahnor Adjei beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ verzeichnet. Beim Preisträgerkonzert am Mittwoch in der Hospitalkirche wies er darauf hin, dass in 88 Wertungen 127 Teilnehmer zu hören waren. 49 davon seien zum Landeswettbewerb weiterempfohlen worden.

Einige von ihnen waren im Konzert zu hören. Den Anfang machten die jüngsten Wettbewerbsteilnehmer im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Eva Schober und Antonius Windau zeigten mit Béla Bartóks „Spottlied“ und Stephen Fosters „Oh, Susanna“, wie man auf Violoncelli gesanglich und schön zusammenspielt.

Victoria Lüring und Eileen Müller führten zu Esprit-­Philippe­ Chedevilles „Le Quincy“-Rondeau vor, wie man mit zwei Blockflöten Spannung aufbaut. Lisa Häußermann zeigte auf der Harfe Sinn für die sehr zarten, leisen Momente in Turlough O‘Carolans „Miss MacDermot“.

Michael Stolz ließ den giguenartigen Satz aus einer Sonate von Johann Christoph Friedrich Bach tänzeln. Die beiden Oboistinnen Justina Gunther und Salome Kemmling hatten zur „Griechischen Tarantella“ von Elias Davidsson das Tänzerische herausgearbeitet. Franziska und Felix Herzog gingen mit ihren Klarinetten „On Safari“ (Paul Harris): mal mit Witz, mal mit Vorsicht.

Bach mit abgeklärter Heiterkeit

Bei den 13- bis 16-Jährigen zeigten die Geschwister Hannah-Sophie und David Nikolai Buchzik auf Violine und Violoncello, wie man sehnsüchtig kantabel oder beim „Tango Eight“ von Jeremy Cohen entschieden im Ton spielt. Lea-Maria Gunther verlieh dem Präludium und der Fuge in Cis-Dur aus dem „Wohltemperierten Klavier“ Bachs abgeklärte Heiterkeit und hob wunderbar die Themeneinsätze in der Fuge hervor. Andere Pianistinnen dieses Alters spielten romantische Werke. Melina Loreen Kauz verlieh ihrem Tastenspiel zu Michail Glinkas „Nachtigall“-Variationen schwärmerischen Ton und ließ die Verzierungen glitzern. Antonia Ebert lotete zu einer Chopin-Polonaise das Rubato-Spiel aus.

Nuancenreiche Harfenklänge

Zwischen den Klavierdarbietungen hatten sich Marc Fabri, Ian und Robin Probst sowie Patrick Wolf auf Trompeten einer Sonatine von Ron Simpson angenommen: perfekt abgestimmt und zum Schluss leicht ins Übermütige tendierend. In den ersten Satz von Eugène Ysaÿes Streichtrio „Le Londres“ hatten sich Sarah Litak, Marie Koonert und Julian Herzing versenkt. Sehnsüchtige Passagen waren da ebenso zu hören wie ausdrucksstarkes Spiel im Fugenteil.

Daran reichte auch Rena Tietz heran, die schon zur nächsthöheren Altersgruppe gehört. Auf der Harfe gab sie Michail Glinkas Mozart-Variationen ausgesprochen nuanciert wieder.

Den Schlusspunkt des Preisträgerkonzertes setzte die junge Sängerin Katja Schickert, einfühlsam von Hagen Haupt auf dem Klavier begleitet, mit Eliza Doolittles  „Wouldn‘t It Be Loverly“ aus Frederick Loewes Musical „My Fair Lady“. Der zupackend kecken Art setzte sie verträumte Momente entgegen und kostete am Ende das verklingende „Loverly“ aus.

Unter viel Beifall wurden am Ende die Urkunden durch Thomas Lützelberger verliehen, dem Vorstandsvorsitzenden der den Regionalwettbewerb finanziell unterstützenden Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim. Sein Credo: „Wer das kreative Potenzial der Jugend fördert, sichert unsere Zukunft.“

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