Vernissage im Rößler-Museum: Objekte mit dem "Ach-ja-Effekt"

Untermünkheim feiert heuer 800-jähriges Bestehen. Dafür sammelte man in nach Bildern, die die Veränderungen im Ort sichtbar machen.

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Die Besucher nehmen die alten Ansichten von Untermünkheim genau in Augenschein.  Foto: 

Da werden gestandene Männer zu kleinen Jungs. Frieder Krumrein, Untermünkheims Heimatforscher, greift zur antiken Bügelflasche. „Kleiner Sprudel“ steht auf dem Etikett. Einst eine Limonade, die im Ort hergestellt wurde.  Krumrein und ein weiterer Untermünkheimer machen sich am Verschluss zu schaffen. Erst schütteln, dann auf eine Person richten, dann öffnen, so machte man das damals.

Zahlreiche Erinnerungen können in der Sonderausstellung im Rößler- Museum wach werden. Eine Arbeitsgruppe des Freundeskreises (Karl-Heinz Wüstner, Dieter Kraft, Uli Blank, Ingeborg Kress, Frieder Krumrein) hat die Schau konzipiert. Im Herbst haben sie durch Aufrufe im Blättle und durch privates Anfragen nach Bildern gesucht. Auch das Rathaus wurde angefragt, so dass nun die Wände des Büros von Bürgermeister aschke  leer aussehen, weil er der Ausstellung zwei große Bilder zur Verfügung gestellt hat.

Der Freundeskreis-Vorsitzende Uwe Winkler nennt als Leihgeber Hanne Hartmann und Marlies Bauer, außerdem die Künstler Gerhard Knapp und Achim Kirchner.

Die Ausstellung ist in sieben Stationen aufgeteilt. Als erstes sind Ansichtskarten zu sehen, von 1900 bis heute.  Die ersten Postkarten, auf denen der Text öffentlich zu lesen war, waren erst ab 1896 gestattet, berichtet Frieder Krumrein. Während er spricht, klingelt plötzlich sein Handy: „Jetzt nicht, ich bin auf der Vernissage!“, spricht er hinein. „Sehen Sie, früher schrieb man eine Postkarte, heute kommen in Sekundenschnelle Anrufe und Mails herein.“

Krumrein nennt einige Geschäfte, die auf den alten Bildern zu sehen sind. Die Schlosserei W. Nagel, den Gemischwarenladen Karl Kleiner, die Konditorei Golfkoter. „Dort werden heute Haare geschnitten“, sagt er, „aber auch das nicht mehr lange.“ Die gut 50 Besucher stehen vor Bildern und Vitrinen, zeigen auf Häuser und Straßen. „Da war damals noch nichts“, sagen sie, und „Da war unser Schlittschuh-Weiher“, und „Ich sage meiner Mutter immer, sie soll ihre Fotos beschriften, wer und was drauf ist, sonst können wir damit nichts anfangen.“ Es sei denn, ein paar fleißige Freunde des Museums erledigen die bildliche Auffrischung der Vergangenheit.

Die Ausstellung „Untermünkheim in Bildern“ ist noch bis Ende August zu sehen.

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