Verkehr verdoppelt sich bis 2030

An der Bürgerversammlung in Oberaspach nehmen 140 Menschen teil. In der Diskussion über die geplante Ortsumfahrung zeichnet sich kein einheitliches Meinungsbild ab.

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  • Aufgepasst: Dieses Foto ist nicht eingenordet sondern zeigt den Blick nach Süden. Die diskutierte Ortsumfahrung würde im Osten  (also links am Ort vorbei) verlaufen. 1/3
    Aufgepasst: Dieses Foto ist nicht eingenordet sondern zeigt den Blick nach Süden. Die diskutierte Ortsumfahrung würde im Osten  (also links am Ort vorbei) verlaufen. Foto: 
  • Bürgermeister Roland Wurmthaler (links) und Steve Endel vom Landratsamt informieren am Montagabend die Bürger in der Frankschen Scheuer. 2/3
    Bürgermeister Roland Wurmthaler (links) und Steve Endel vom Landratsamt informieren am Montagabend die Bürger in der Frankschen Scheuer. Foto: 
  • Von links mündet die K2668 in die Landesstraße. 3/3
    Von links mündet die K2668 in die Landesstraße. Foto: 
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Davon war auch Bürgermeister Roland Wurmthaler überrascht: Der Verkehr in Oberaspach soll sich Prognosen des Landratsamts zufolge bis 2030 von 3400 Fahrzeugen plus 167 Lastwagen, die 2015 gezählt worden sind, auf 6100 Fahrzeuge im Jahr 2030 fast verdoppeln. Diese Berechnung gab am Montagabend Steve Endel in der Frankschen Scheune in Oberaspach bekannt. Dort informierten der Fachbereichsleiter Planung im Landratsamt und Bürgermeister Wurmthaler über die diskutierte Ortsumfahrung. Das Interesse der Bürger war groß: 140 Menschen verfolgten die Diskussion.

Darum ging es: Der Kreis will die Kreisstraße 2668 auf 6,5 Meter ausbauen. In der Vergangenheit kam es auf der 5,5 Meter breiten Straße immer wieder zu Unfällen im Begegnungsverkehr, berichtete Wurmthaler. Die Kreisstraße ist zudem eine wichtige Verbindungsstrecke aus dem Bühlertal zur Autobahn. Das Verkehrsaufkommen ist schon jetzt hoch (Zum Vergleich: Auf der Landesstraße 2218 bei Ilshofen fahren täglich etwas über 5000 Fahrzeuge). Das prognostizierte Wachstum des künftigen Verkehrs resultiere aus allgemeinen Steigerungen sowie aus einer möglichen Erweiterung der Firma Schmidt (Vellberg) sowie dem geplanten Gewerbegebiet in Großaltdorf, erklärte Endel.

„Eine historische Chance“

Im Zug des Ausbaus der Kreisstraße könnte Oberaspach eine Ortsumfahrung bekommen – eine „historische Chance“, wie Wurmthaler sagte. „In den nächsten 30 Jahren wird keine Ortsumfahrung mehr möglich sein – egal wie sich der Verkehr entwickelt.“ Das gehe aber nur, fügte er hinzu, „wenn alle mitmachen“. Der Vorteil einer Ortsumfahrung: Der innerörtliche Verkehr würde beruhigt, Schwerlastverkehr aus dem Dorf verlegt. Die Kilianstraße würde die bevorrechtigte Straße im Ort werden. An der Ortsdurchfahrt wäre Wohnbebauung möglich.

Der Nachteil: ein hoher Landverbrauch, voraussichtliche Kosten von 1,3 Millionen Euro für Kreis und Land und – das wird in Oberaspach seit Wochen diskutiert – fünf Vollerwerbs-Landwirte wären von ihren Feldern abgeschnitten. Zudem würden große Äcker zerschnitten. „Ob die Flächen zwischen dem Ort und der Umfahrung noch sinnvoll genutzt werden können, ist die Frage“, fügte Planer Endel hinzu.

Kein Tempo 30 möglich

Zahlreiche Fragen aus der Bürgerschaft kamen dazu, welche Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung möglich sind, so auf eine Umfahrung verzichtet werde. „Im Ort ist keine Erweiterung auf 6,5 Meter möglich“, so Endel. Es sei denn, an bestehenden Gebäuden werde etwas geändert. Kaum eine Chance gebe es für eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer, denn es gelte den überörtlichen Verkehr nicht auszubremsen. Eine Ampel werde angesichts der geringen Fußgängerzahlen wohl nicht genehmigt. Wolle man eine sichere Querung ermöglichen, müsse eine Unter- oder Überführung gebaut werden. Eine Seniorin bemängelte, dass sie schon jetzt kaum ohne Gefahr über die Straße käme. Beim Begegnungsverkehr zweier LKW oder landwirtschaftlicher Fahrzeuge wichen diese regelmäßig auf den Gehweg aus. Falls durch den steigenden innerörtlichen Verkehr die Lärmbelastung über die Grenzwerte steige, sei es denkbar, dass die Anwohner Zuschüsse für Lärmschutz bekommen.

Mehrkosten für die Stadt

Einige Bürger fragten nach, wie belastbar die Verkehrsprognose sei. Sie bezweifelten, dass es zu einem solchen Anstieg kommt. Es gab auch einige Anregungen zur anderen Führung einer möglichen Umfahrung. Eine Umfahrung brauche auf jeden Fall, so einige Bürger, Unter- oder Überführungen für den landwirtschaftlichen Verkehr. Darauf hatte im Juli auch schon der Ortschaftsrat hingewiesen. Die Kosten für solche Bauten müsste die Stadt tragen, vermutet Roland Wurmthaler.

Landwirt legt Veto ein

Ob eine Umfahrung kommt, hängt von mehreren Faktoren ab: Gemeinderat und Kreistag müssten dem Vorhaben zustimmen. Zudem müssten die Landwirte aus Oberaspach  für das Projekt gewonnen werden, sie müssten entsprechend sehr gute Ausgleichsflächen bekommen. Die Ablehnung des Projekts ist bei den Bauern bislang groß. Verkaufen sie nicht, ist das Projekt beerdigt, denn niemand soll enteignet werden, heißt es aus dem Landratsamt. Landwirt Günter Philipp sagte am Montagabend energisch: „Die Grundstückseigner haben sich doch ganz klar geäußert, dass sie nicht verkaufen wollen. Der ganze Aufwand ist doch umsonst.“

Die Einmündung der Kreisstraße 2668 von Oberaspach in die Landesstraße bei Ilshofen wird diesen Herbst mit mobilen Leitschwellen verengt (wir berichteten). Der Grund: Dort kam es mehrfach zu schweren Unfällen. Wie Steven Endel am Montagabend sagte, wird die Einmündung möglicherweise im Zug des Ausbaus der Kreisstraße 2668 überplant.  Die Verengung auf nur eine Fahrspur an der Einmündung dürfte nicht zu halten sein, wenn beim Ausbau der Kreisstraße die Fahrbahn auf 6,5 Meter verbreitert wird. Denkbar sei dann ein Kreisverkehr oder eine Ampelschaltung.

Bei den Bürgern kommt die Vereengung der Einmündung von Oberaspach auf eine Fahrspur schlecht an. Eine Frau sagte, dort müsse man während der Hauptverkehrszeit schon jetzt warten. Sie würde dann künftig über die Siedlung Lerchenhöhe fahren, um nicht warten zu müssen. sel

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