Vergnüglicher Poetry-Slam

Zu seinem 18. Geburtstag veranstaltete "Radio StHörfunk" einen heiteren Poetry-Slam-Wettbewerb. Die Haller Kultbucht platzte fast aus allen Nähten. Unter den acht Teilnehmern waren auch zwei Haller.

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Als nach zweieinhalb Stunden der Sieger des Abends feststand, hatte das sehr gut unterhaltene Publikum 13 Vorträge der Dichter zu hören bekommen, von denen fast alle preisverdächtig waren. Hanz, der mit lebhaften Moderationen eigenwillig, aber gekonnt und kurzweilig durch das Programm führte, erläuterte zu Beginn "vor der Horde wilder Haller" die Regeln des Dichterwettstreits: Nur eigene Texte, nicht länger als sechs Minuten, keine Requisiten. Mit seiner eigenen Lesung über das Leben und die angespannte Stimmung in seinem Kühlschrank brachte er das zahlreiche Publikum gleich zu Beginn in die richtig poetisch-amüsierte Stimmung und erklärte danach das Abstimmen per Applaus.

Max Kennel, der spätere Sieger, eröffnete das Vortragen der Kandidaten: "Jedes Feierabendbier / bringt mich anderen Menschen näher / doch entfernt es mich / mehr von mir." Jule Weber präsentierte sich mit zwei Beiträgen: "Irgendwo endet nicht nur die Kompromissbereitschaft, sondern auch die Toleranz." Indiana Jonas sah mit seinem Text: "Auf dieser Tür steht drücken - doch die Welt zieht an mir vorbei" und mit der Geschichte seiner Liebesbeziehung zu dem Mädchen Florentz ("zwei Meter groß, einsachtzig breit und ungefähr viervierzig tief") schon fast wie ein Sieger aus. Marvin Suckut aus Konstanz berichtete von wüsten Partys im nächtlichen Wald: "Selbst die Hexe setzt sich einen Hexenschuss."

Nach diesen Autoren, die das ganze Jahr über in Deutschland unterwegs sind, um ihre Texte und Vorträge prämieren zu lassen, hatte Robert Bolte aus Hall einen schweren Stand. Seine Texte waren überraschend gut: "Ihr Schwaben lasst euch belehren - der Sinn des Lebens ist nicht Kehren", doch fehlte es ihm deutlich an der nötigen, wie Hanz es auszudrücken pflegt, "Performance", diese auf der Bühne zu präsentieren. Gleiches trifft auch auf den zweiten Haller Teilnehmer Jörg zu, der aber auch textlich noch großes Entwicklungspotential hat. Doch das Publikum dankte den beiden für den Mut, neben solchen Sprachprofis aufzutreten.

Marvin Ruppert kam mit seinem witzigen Bericht über die Pinkelblockade zweier Männer ebenso in die zweite Runde wie Florian Cieslick mit "Die letzten Worte - Teil zwei". Die Finalrunde wurde denkbar knapp entschieden. Dem begeisterten Publikum in der restlos gefüllten Kultbucht wurde es nicht leicht gemacht: "Betrunken ist, wenn man betrunken isst", verkündete Ruppert. "Aus Ruinen aufzustehen ist schwer, aus dem Federbett umso mehr", wusste Cieslik zu berichten.

Doch das Publikum entschied sich für die einen Tick bessere "Performance" bei der Darstellung des wilden Westens im Film: "Der Sieg für die Helden, der Schurke vernichtet, Ehre, Whiskey und Frauen. Das Gute bleibt siegreich, das Böse am Boden, gleich dem amerikanischen Traum."

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