Urlaub im Stadion

Drei junge Männer aus dem Kreis Hall wollen der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM ganz nah sein. Sie reisen zweieinhalb Wochen durch Brasilien und haben Tickets für die Vorrundenspiele.

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Die Deutschland-Trikots liegen bereit. Mit einem Nachtflug von Frankfurt geht es in zwölf Stunden nach Rio de Janeiro. Die Vorfreude steigt bei den drei Männern. Zweieinhalb Wochen lang sind sie in Brasilien, wollen dort Land und Leute im Ausnahmezustand erleben.

"Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet", sagt Stefan Merkle (29) aus Mainhardt. Er und seine beiden Kumpels Sven Bauer (29) aus Michelfeld und Georg Kugele (29) aus Mainhardt sind Fußballfans und waren bereits bei der Europameisterschaft 2012 in der Ukraine dabei. "Das war richtig toll, wir haben so viele schöne Erlebnisse dort gehabt. Da haben wir gesagt, 2014 gehen wir auch zur WM", erinnert sich Sven Bauer.

Anfangs wollten viele Freunde mitkommen, am Ende waren es nur noch die drei. Im März wurden die Reisepläne konkret, die Flüge und die Hotels gebucht. Da die Entfernungen zwischen den Spielstätten groß sind, haben die drei zudem Inlandsflüge gebucht. "Das sind ganz andere Dimensionen und Strecken als bei uns in Deutschland", erklärt Stefan Merkle. Die Tickets waren für sie erschwinglich: rund 100 Euro pro Kopf und Spiel. Die Karten haben sie sich für alle drei Vorrundenspiele gesichert. Es war ihnen aber zu riskant auf ein Achtel- oder Viertelfinale zu hoffen.

Stefan Merkle fügt an, dass "es ein sehr gastfreundliches Land ist." Man müsse dennoch vorsichtig und wachsam sein und Respekt haben. Merkle war 2009 bereits für ein halbes Jahr in Brasilien und kennt sich ein wenig aus. Auch Portugiesisch hat er nicht verlernt. "Die Armenviertel in Rio sollte man vermeiden. Aber Rio lohnt sich richtig, wir freuen uns auf die Copacabana."

Von Rio aus geht es zum ersten Spiel nach Salvador. In Fortaleza und Recife werden die anderen beiden Partien ausgetragen. Da in Brasilien gerade Herbst ist, seien die Temperaturen gerade angenehm, die Luftfeuchtigkeit aber hoch.

Einen Tag vor Abflug haben die drei noch nicht gepackt. Viel bräuchten sie nicht, albern sie. Am wichtigsten sind die Deutschland-Trikots. Vielleicht kaufen sie sich eines von Brasilien. "Das haben wir in der Ukraine auch gemacht und waren dann die Helden der Ukrainer", erzählt Bauer lachend.

Der hochgewachsene Blonde wird unter den Brasilianern vermutlich auffallen. Die anderen beiden schauen ihn grinsend an. "Gefeiert wird nach den Spielen ja auch. Die Nationalmannschaft hat einen Fanclub dabei, die Partys nach den Spielen sind organisiert", erzählt Kugele. Alle drei freuen sich, auch mit den Einheimischen zu feiern und in Kontakt zu kommen.

Doch was begeistert die drei so sehr, dass sie bei der WM live dabei sein wollen? Stefan Merkle muss nicht lange überlegen: "Das Kribbeln vor dem Spiel. Und um Land und Leute kennen zu lernen." Georg Kugele freut sich auf das Fußballspielen am Strand und das Gemeinschaftsgefühl im Stadion. Für Sven Bauer ist klar, dass "es ein einmaliges Erlebnis sein wird, das man noch seinen Enkeln erzählt". Wenn die Deutschen verlieren, wollen die drei einfach ihren Urlaub genießen - dann eben ohne Fußball.

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