Unwetter richtet in Kupferzell rund 500.000 Euro Schaden an

Auch wenn noch nicht viel abgerechnet sei, machte Bürgermeister Joachim Schaaf bei der jüngsten Kupferzeller Gemeinderatssitzung eine Prognose: Beim Unwetter am 29. Mai sollen in Kupferzell Schäden in Höhe von 500.000 Euro entstanden sein.

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Auch der Keller (Bild) und der Sitzungssaal im Kupferzeller Rathaus waren überschwemmt.  Foto: 

Lang befasste sich der Gemeinderat am Dienstagabend mit dem Unwetter, das am 29. Mai auch die Kommune Kupferzell traf – mit den Teilorten. Marc Binder von der freiwilligen Feuerwehr hatte eigens eine Übersicht der Einsätze zusammengestellt, welche die Mannschaft in Atem hielten. Bereits samstags gab es Wassereinbruch an neun Stellen im Ortsgebiet Kupferzell, unter anderem in der Carl-Julius-Weber-Halle. Am Sonntag, 29. Mai, gingen die ersten Alarmierungen um 20.12 Uhr ein, die letzte montags gegen 21 Uhr. „Wir waren also rund 24 Stunden im Einsatz“, berichtete Binder.

38 Einsatzstellen waren auf das gesamte Gemeindegebiet von Kupferzell verteilt. Schwerpunkt bildete der Markplatz in Kupferzell. An 16 Punkten war Arbeit von einer Stunde und mehr erforderlich, zwölf benötigten weniger Zeit beziehungsweise eine Sicherung durch Sandsäcke. Betroffen waren überwiegend Keller, aber auch Räume im Erdgeschoss.

Das Wasser kam aus übergetretenen Bächen. Stauungen in der Kanalisation verhinderten, das Oberflächenwasser schnell abfließen konnte. Dieses Wasser sammelte sich. Auch Straßen waren zeitweilig nicht zu befahren. „Da gab es Uneinsichtige, die durchs Wasser fuhren und hinterher zu uns kamen, damit wir sie wieder rausziehen“, berichtete der Feuerwehrmann.

Probleme seien bei solch einem Ereignis die geringe Reaktionszeit, die Blockade von Notrufnummern und Einsatzfunk und die lauernden Gefahren. Binder forderte ein Hochwasser-Konzept. „Nur die Feuerwehr mit Hochwasseraufgaben beauftragen und dann schauen, dass die das alleine macht, das funktioniert nicht“, stellte er klar. Bei einem Unwetter sei nicht alles gleichzeitig zu leisten. Eine Lösung seien bauliche Veränderungen, aber auch die Einsicht, dass viele Hände dabei zusammenarbeiten müssten.

„Es muss eine Lösung mit mehreren Komponenten her. Aber vor allem kann man sich auch nicht schützen“, stellte Bürgermeister Joachim Schaaf klar und fügte hinzu: „Jeder muss auch überlegen, wie er sein eigenes Objekt schützt.“

Auf die Frage aus dem Gremium, wie hoch der entstandene Sachschaden ist, meinte er: „Die Grobkalkulation liegt bei einer halben Million Euro.“ Schäden am und im Rathaus über 10.000 Euro seien versichert. Schaaf betonte, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr sei.

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