Untersteller: "Naturparks keine Tabu-Zonen"

Landes-Umweltminister Franz Untersteller war am Montag in Mainhardt. Im Gespräch mit dieser Zeitung ging er auf Windkraftanlagen und Stromtrassen in der Region ein - und sieht sie als unumgänglich an.

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Landes-Umweltminister Franz Untersteller (Mitte) spricht in Mainhardt mit den Leuten vor Ort auch über Windkraft und Hochspannungstrassen.  Foto: 

Gute und schlechte Nachrichten hatte der Umweltminister aus Stuttgart mitgebracht: Für die Mainhardter gab's eine Förderzusage über 1,45 Millionen Euro für den Neubau eines Wasserturms in Hohenstraßen. Im direkten Gespräch zwischen Bürgermeister Damian Komor und Untersteller gab's allerdings eine Absage, was ein Eingreifen des Grünen-Politikers gegen die geplanten Windräder nahe der Kreisgrenze auf Pfedelbacher Gemarkung angeht.

Im Gespräch erklärte Untersteller, dass nur Naturschutzgebiete und der Nationalpark Schwarzwald vor Windkraft und Stromtrassen geschützt sind. "Naturparks sind keine Tabu-Zonen", sagte er - es komme aber immer auf die Situation vor Ort an.

In einem Land, in dem die Elektrizität bisher zur Hälfte aus Atomkraftwerken komme, müssten Alternativen her, wenn man die Kernkraftwerke still legen und hin zu einer CO2-neutralen Energiegewinnung wolle. "Und das ist nun mal Windkraft", so der Umweltminister. Das Land habe aber zugegebenermaßen lange gebraucht, um diese auf den Weg zu bringen. "94 Genehmigungen hatten wir letztes Jahr im Land, 2013 waren es nur zehn", untermauerte er den Zuwachs an Windkraftanlagen in Zahlen.

Auch für neue Stromtrassen - eine könnte den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald auf Gemarkung Mainhardt streifen - warb er um Verständnis. Denn wenn man von einer Energieerzeugung an wenigen Punkten, also Kraftwerken, nun auf viele Stellen, meist auch noch im ländlichen Raum, umsteige, benötige es auch neue Netze. "Wir haben alleine 1,5 Millionen Fotovoltaik- und 27000 Windkraftanlagen", verdeutlichte Untersteller.

Dort, wo die Netze bislang nur darauf ausgelegt waren, Haushalte mit Strom zu versorgen, müsse nun auch Elektrizität eingespeist und an die nächst höhere Ebene transportiert werden. "Wir müssen deshalb die Verteilnetze verstärken", erklärte er. Ein nicht unwesentlicher Teil der Energiewende vollziehe sich nämlich verstärkt im ländlichen Raum. Gerade dort müsse die Infrastruktur, die bisher nur der Versorgung dünn besiedelter Gebiete diente, angepasst werden.

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Kommentare

08.08.2015 18:06 Uhr

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.. diese Typen a la Untersteller. CO2 als Alibifunktion, mehr hat der nicht drauf.

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