Unicorns weihen Kunstrasenspielfläche im Westen ein

Mit einem öffentlichen Training haben die Schwäbisch Hall Unicorns den neues Kunstrasenplatz im Haller Westen eingeweiht. Die Spieler sind begeistert - auch wenn die Arbeiten nicht ganz abgeschlossen sind.

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Neuzugänge und der Trainer im Interview auf dem neuen Kunstrasenplatz. Von links: Jordan Neuman (Offense Coordinator), Marco Ehrenfried (Quarterback), Siegfried Gehrke (Head Coach) und Unicorns-Sprecher Axel Streich. Foto: Ufuk Arslan

Ein T-Shirt, ein Rolli, darüber noch ein Strickpullover. Unten trägt Kai Rabus eine lange Unterhose, Hose und dicke Socken. "An das müssen wir uns nun auch gewöhnen", sagt der 31-jährige Wide Reciever der Haller Bundesliga-Footballer, während er am Spielfeldrand auf den Trainingsbeginn der Aktiven wartet. Temperaturen um den Gefrierpunkt lassen das Gefühl in den Fingerspitzen schnell schwinden. "Bislang haben wir von Ende Oktober bis Ende Februar in der Halle trainiert, nun können wir viel mehr draußen spielen" - eben auch bei frostigen Temperaturen.

Am vergangenen Freitagabend weihen die Unicorns das neue Kunstrasenspielfeld im Haller Westen ein - mit Glühwein, Punsch und Spielervorstellungen. Rund 100 Besucher kommen, schauen zunächst den A-Junioren zu, wie sie auf dem Grün, das durch Flutlicht noch leuchtender wirkt, ihre Spielzüge üben. Die weißen Football-Markierung heben sich deutlich von den gelben für Fußball ab.

Vorsitzender Jürgen Gehrke deutet auf das Spielfeld, das bei genauerem Betrachten wie ein Flickenteppich wirkt. Wurde etwa unsauber gearbeitet? "Nein, die Halme sind alle da, sie liegen aber unter dem schwarzen Granulat." Die Halme müssten noch hochgebürstet werden. Die Arbeiten haben sich aber verzögert. "Oben stehen noch Säcke mit zehn Tonnen Granulat, das muss erst verteilt werden", so der Unicorns-Vorsitzende. Die Witterung lässt dies nicht zu. "Trainieren können wir darauf aber schon."

Ganz im Gegensatz zum neuen Spielfeld im Haller Osten, wo das Grün noch gänzlich fehlt. "Die Baufirma hat abwechselnd an den beiden Plätzen gearbeitet, durch das milde und nasse Wetter liegt nun der Osten um Wochen zurück", erklärt Thorsten Hauck, Referent des Oberbürgermeisters. "80 Prozent sind getan. Wenn es kalt und trocken wird, kann die Baufirma in zehn Tagen den Rest erledigen."

Die Unicorns haben Glück - vielleicht liegt es aber auch an der elastischen Tragschicht, die im Westen bewusst weggelassen wurde. Das hat neben Kosten auch Zeit gespart - und die Unicorns können bereits ihr viertes Training auf dem Platz am Schulzentrum West wahrnehmen. "Dieser wurde um 90 Meter verlängert", verrät Gehrke. Enttäuscht ist er allerdings über Biker, die bereits Hänge ringsherum beschädigt haben. "Es wäre schade, wenn wir nun wegen diesen fünf Prozent den ganzen Platz einzäunen müssten."

Sein Bruder, Headcoach Siegfried Gehrke, lächelt meistens - bei der Vorstellung des Geländes am Freitag aber besonders freudig. "Der Platz ist der Traum. Wir sind hochzufrieden." Das Training könne flexibler gestaltet werden. Außerdem seien die Spielfeldmarkierungen sehr kräftig, was der Orientierung bei Spielzügen helfe.

Einen leicht bitteren Beigeschmack hat die Veranstaltung allerdings: Die Stadtverwaltung sei etwas verärgert, lässt deren Sprecher Robert Gruner durchblicken. Denn diese hätte gern selbst - als Eigentümer der Fläche - ein Einweihungsfest gefeiert. "Wir wurden nicht gefragt. Das war nicht optimal." Die Stadt wolle dies aber nun unabhängig von den Unicorns nachholen. "Vielleicht mit einem Turnier."

Kai Müller und Jasmin Sauter interessiert diese Diskussion nicht. Sie schauen vom Spielfeldrand den trainierenden - mittlerweile aktiven - Footballern zu. "Sieht gut aus, schöner Platz", sagt der 45-Jährige, der gerne mitspielen würde. "Das lässt mein Rücken leider nicht zu."

Safety Oliver Radke beweist besonderen Mut. In kurzer Hose und T-Shirt bewegt er sich flink auf dem Kunstrasen. "Nein, kalt ist es nicht, wir rennen und schwitzen doch." Der Platz sei ideal zum Trainieren - "rutscht nicht und die Schlaglöcher sind weg, das Verletzungsrisiko sinkt." Nur die gelben Linien störten.

Das meint auch Wide Reciever Kai Rabus: "Außerdem ist es nun egal, wie viele darauf bei welchem Wetter spielen, der Platz sieht immer gut aus" - deutlich besser als im alten Stadion nebenan, von dem sich die Unicorns bei Liga-Spiel ohnehin verabschieden - sobald der "Sportpark am Kocher" gebaut ist.

Kunstrasenplätze und Stadion
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