Unbelehrbarer 20-Jähriger: Nach Haft erneut auf schiefer Bahn

Der 20-Jährige, der jetzt vor dem Haller Amtsgericht wegen Diebstahls angeklagt war, ist früh straffällig geworden. Im Adelsheimer Jugendgefängnis wurde der junge Mann zum Haschisch-Konsumenten.

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    Die Einbrecher steigen ins Schenkenseebad ein. Archivfoto: Bettina Lober Foto: 
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    Auch im Club Alpha will die Clique an Diebesgut kommen. Archivfoto: Marc Weigert Foto: 
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Über seine erste Haftzeit in der JVA Adelsheim spricht der 20-Jährige nicht viel. Immerhin konnte er in der Anstalt seinen Hauptschulabschluss nachholen. Aber als er im September 2013 nach zweijähriger Inhaftierung auf Bewährung entlassen wurde, war er nicht genügend standfest, um eine Ausbildung zu beginnen. Ein wesentlicher Grund: Er hatte begonnen, Cannabis - also Haschisch und Marihuana - zu rauchen. Das Gericht hält für möglich, was er selbst sagt: In Adelsheim begann er während seiner Haft mit dem "Kiffen".

Im Juli 2014 wurde er vom Haller Amtsgericht wegen zehnfachen Drogenerwerbs verurteilt. Er löste sich aber immer noch nicht aus seiner alten Clique. Einem Schüler, der zu seiner Raucherrunde gehörte, stahl er wenige Tage nach der Verurteilung 50 Euro. Ob er dem Vater des Opfers Anfang September eine wertvolle Play-Station entwendet hat, blieb vor Gericht ungeklärt. Zur selben Zeit wurde er sechsmal in der Bahn beim Schwarzfahren erwischt. Warum der zeitweise wohnsitzlose Mann ständig unterwegs war, ist unklar - vielleicht suchte er Übernachtungsmöglichkeiten.

Am 18. November stieg er mit Kumpanen aus seiner Clique ins Schenkenseebad ein. Die Mühe war umsonst: Man fand nicht viel. Anfang Dezember war er bei einem Einbruch in den Club Alpha dabei. Am 12. Dezember machte er sich mit zwei Mittätern in Mädchen-Umkleidekabinen des Schulzentrums Ost zu schaffen. Das Trio erbeutete neben Kleingeld fünf Mobiltelefone, ein iPad und eine Winterjacke.

Am 13. Dezember lief er mit einem Freund durch die Haller Straße "In den Herrenäckern". Der Freund schaute nebenbei nach unverschlossenen Autos und soll auch einiges erbeutet haben. Noch in derselben Nacht wurde der damals noch 19-jährige Angeklagte beim Holzmarkt festgenommen. Seitdem sitzt er wieder in Adelsheim ein.

Der Angeklagte habe die Bewährung, die ihm gewährt worden sei, "mit Füßen getreten", sagt Oberstaatsanwalt Peter Bracharz in der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht. Verteidiger Andreas Kugel lenkt den Blick auf den Cannabis-Konsum: "Er hat nach seiner Haftentlassung weiter konsumiert und sprichwörtlich Gas gegeben."

Rechtsanwalt Kugel steht dem Angeklagten schon länger zur Seite. Er ist überzeugt, dass sein Mandant eine Chance bekommen muss: "In ihm steckt mit Sicherheit ein guter Kern." Der 20-Jährige wolle vom Marihuana loskommen und habe eine Therapie beantragt. Auch der Angeklagte selbst hofft auf den Erfolg einer Drogenbehandlung. Er erklärt: "Ich habe mir extra einen Therapieplatz rausgesucht weit entfernt von Schwäbisch Hall."

Das Gericht verhängt einen Aufschlag von neun Monaten auf die Jugendstrafe, die der Angeklagte bisher nicht vollständig abgebüßt hat. "Das Vorleben ist entscheidend, und das spricht entschieden gegen Sie", mahnt Richter Wolfgang Amendt. Aber die Möglichkeit, dass der Angeklagte aus der Haft heraus eine Therapie antritt, wird auch von Amendt unterstützt: "Wenn die Kasse ja sagt, können Sie gehen."

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