Übrigshausen: Räte votieren bei drei Gegenstimmen für den Aufstellungsbeschluss

Einige Räte befürchten, dass durch die Erweiterung des Gewerbegebiets Übrigshausen die Wohnbauentwicklung dort verhindert wird. Dennoch stimmte das Gremium mehrheitlich für das Verfahren.

|

Es geht um eine rund 6,5 Hektar große Fläche nordöstlich im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet in Übrigshausen. Dafür sollte das Gremium den Aufstellungsbeschluss fassen. Dann könnte die Gemeinde bei der nächsten Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Braunsbach-Untermünkheim am Montag, 24. März, beantragen, diese Fläche in den Flächennutzungsplan aufzunehmen.

Davor gab es aber noch einigen Diskussionsbedarf. Gemeinderat Hartmut Stenzel wies darauf hin, dass es in Übrigshausen keine freien Bauplätze mehr gibt. Er sieht in Richtung des geplanten Gewerbegebiets die einzige Möglichkeit für weitere Wohnbebauung. Er erinnerte auch daran, dass in diesem Bereich im Westen des Ortes mit wenig Geruchsbelästigung durch Landwirtschaft zu rechnen sei.

"Ortsansässige sollen bauen können", forderte er. Wenn das Gremium jetzt das Gewerbegebiet zementiere, würde das für zehn bis 15 Jahre ausgeschlossen, meinte er. "Wie wollen wir weiter vorgehen in Hinblick auf Bauplätze für Privatleute?", fragte er in Richtung Christoph Maschke. Das werde das Gremium entscheiden, so der Schultes. Er sehe außerdem die Landwirtschaft als problematischer für die Wohnbebauung an als ein Gewerbegebiet, ergänzte er in der Sitzung.

Maschke: „Wir könnten immer noch zurück“

Zuspruch bekam Stenzel von Hermann Stapf und Harald Schäfer. Schäfer befürchtete, "wenn das heute beschlossen wird, gibt es kein Zurück mehr". Dagegen sah Peter Busch in dem Aufstellungsbeschluss eine Chance für die Gemeinde. Man vergebe sich dadurch nichts. Auch Maschke wies darauf hin, dass der Aufstellungsbeschluss nur besagt, "dass wir da etwas machen wollen. Wir könnten immer noch zurück", stellte er klar. Weil aber am kommenden Montag die Gemeindeverbandssitzung ist, wäre viel Zeit verloren, wenn das Gremium den Beschluss aufschiebt. Es sei zudem ein Ergebnis der Bürgerbefragung und der Bürgerwerkstatt gewesen, Gewerbeflächen dort weiterzuentwickeln, wo bereits Gewerbe angesiedelt ist, was für die anvisierte Fläche spricht. Professor Richard Reschl, Experte für Kommunalplanung, der die Bürgerbefragung in Untermünkheim durchgeführt hat, habe ebenfalls empfohlen, dort das Gewerbegebiet zu planen, argumentiert der Rathauschef.

Als alternativer Standort für das neue Gewerbegebiet kam der Bereich nördlich der Gewerbeflächen von "Kupfer II" ins Gespräch. Dort liegt aber ein sogenannter regionaler Grünzug. Der sei zwar nicht unumstößlich, so Kreisplaner Jens Fuhrmann, der in der Sitzung die Planung vorstellte. Das Verfahren, das entweder über das Regierungspräsidium in Stuttgart oder über den Regionalverband Heilbronn-Franken laufen würde, wäre aber sehr langwierig. Zudem wären die Bürger von Kupfer sicher gegen diese Lösung, meinte Gemeinderat Rainer Baumann.

Letztendlich war bei drei Gegenstimmen die Mehrheit der Räte für den Aufstellungsbeschluss. Der nächste Schritt nach der Aufnahme in den Flächennutzungsplan ist ein artenschutzrechtliches Gutachten. Fuhrmann rechnet auf der freien Fläche mit Feldlerchen, für die die Gemeinde eventuell Ausgleichsflächen stellen muss.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gewerkschaft spricht von Schieflage

Die IG Bau geht davon aus, das im Landkreis Schwäbisch Hall mehr als 34.000 Menschen in Teilzeit und Leiharbeit arbeiten oder einen Minijob haben. weiter lesen