Über Wurzeln und steile Absätze

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Frank Greiner demonstriert auf der Strecke am Finsterroter See, wie man über Stock und Stein und Wurzelwerk fährt: Das Gewicht muss man hinter den Sattel bringen. Von Vorteil ist, wenn das Bike vorn und hinten gefedert ist.  Foto: 

Der schwierigste Abschnitt ist der alte Schulweg zwischen Walklensweiler und Maienfels“, sagt Frank Greiner. „Da sind Absätze drin und viele Wurzelelemente.“ Dafür empfiehlt sich ein Mountainbike mit Federung vorne und hinten. Der Freizeitsportler muss die Balance auf dem Fahrrad halten, bergab das Gewicht hinter den Sattel bringen. Experte Greiner macht das, was er gerade erklärt, auf einem kleinen Abschnitt im Wald am Finsterroter See gleich einmal vor. Für den Laien sieht das ganz schön waghalsig aus.

Am Waldparkplatz des Naturdenkmals sind Start- und Zielpunkt der „Hochoben-Tour“, wie die Tour 5 des neuen Mountainbike-Trailnetzes in Stadt- und Landkreis Heilbronn heißt. Die Heilbronner Stadtwaldrunde (1), die Salzweg-Tour (2), die Paradies-Tour (3) und die Burgen-Tour (4) sind bereits ausgeschildert, die Strecken 1 und 2 auch offiziell eingeweiht. Der 36 Kilometer lange Rundkurs im Raum Wüstenrot könnte laut Greiner eventuell noch im September folgen.

Mit Waldbesitzern geeinigt

Der Wüstenroter Gemeinderat und Finsterroter Ortsvorsteher hat mit Iri Föll, die ebenfalls zu den Freitagsbikern – ein lockerer Treff – gehört, die Strecke ausgesucht. Meist auf bestehenden Wald- und Wiesenwegen – in Absprache auch mit der Forstverwaltung und Bürgermeistern in benachbarten Landkreisen sowie mit den betroffenen Privatbesitzern. Jetzt gehen die GPS-Daten mit den Standorten für die Infotafeln und Beschilderung an den Büroleiter des Kreisforstamts Heilbronn, Remo Fuchs, der treibenden Kraft des Projekts.

Die Schilder werden bestellt und von den Wüstenroter Paten mit Unterstützung einiger weiterer Freitagsbiker, eventuell auch dem Wüstenroter Bauhof, platziert – und zwar auf Pfosten oder Bäume gespannt oder geklebt, „nicht geschraubt oder genagelt“, wie Greiner betont.

Der 49-Jährige beschreibt grob den Streckenverlauf übers Rottal Richtung Fürstenhütte, Vorderbüchelberg, Wüstenrot, Neuhütten, Maienfels und über Walklensweiler und Blindenmannshäusle zurück zum Ausgangspunkt. Anspruchsvolle 36 Kilometer mit knapp 800 Höhenmetern – eben eine „Hochoben-Tour“, die zwischen 385 und 547 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

„Der eine oder andere muss eventuell mal absteigen“, sagt Greiner. Denn auf der Singletrail-Skala bewege sich die Tour in den Schwierigkeitsgraden S0 bis S2 (leicht bis mittelschwer). „Landschaftlich ist das sehr reizvoll“, sagt Greiner zu dem Trail, einer weiteren Attraktion in Sachen Tourismus in Wüstenrot. Wichtig war den Streckenplanern, dass die Route Aussichtspunkte passiert, etwa das Steinknickle und die Burg Maienfels.

Auch an Einkehrmöglichkeiten ist gedacht. Es soll Hinweise für vier bis fünf geben, genau so viele auch für Park- und damit Einstiegsmöglichkeiten für die Tour. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr darf ebenfalls nicht fehlen.

„Wir nehmen die Natur so, wie sie gewachsen ist“, betont Greiner. Hindernisse und Schikanen für einen Extra-Kick gibt es nicht. Was verspricht die Wüstenroter „Hochoben“-Tour? „Spaß und teilweise anspruchsvolle Technik“, sagt Greiner. Und sie verlange Sportlichkeit. Jugendliche soll sie reizen, sich an der frischen Luft zu betätigen. Auf dem Mountainbike habe man die richtige Geschwindigkeit, die Natur zu erleben. Gründe für Greiner, warum er selbst vor 17 Jahren aufs Mountainbike gestiegen ist: Sport im Team, die Freiheit, die Technik, das Adrenalin – all das begeistert ihn an diesem Hobby.

Tipps für Radler

Der Berufsschullehrer an der Wilhelm-Maybach-Schule in Heilbronn hat Fortbildungen absolviert, um seinen Schülern eine Mountainbike-AG anzubieten. Und wie man sich im Miteinander mit Wanderern auf gemeinsamen Wegen verhält, gibt er ihnen dabei auch gleich mit auf den Weg: Sonnenbrille runter, nett grüßen und die Anzahl der noch folgenden Radler in der Gruppe mitteilen, lautet sein gut gemeinter Ratschlag.

Hier steht der Anlauf, und hier der Text

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