Turniertag in der Keckenburg: Jungs und Mädchen spielen Ritter

"Was führt ihr im Schilde?" Unter diesem Motto haben sich Sechs- bis Achtjährige im ritterlichen Kampfspiel geübt. In der Keckenburg des Hällisch-Fränkischen Museums stellten die 14 Kinder ihr Wappen selbst her.

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Ein Nachwuchsritter im goldenen Helm sticht mit der Lanze Ringe aus. Das Mädchen links, mit der Maske, ist die Königin. Museumspädagogin Ines Frontzek (rechts) hilft dem Kleinen beim Stechen. Foto: Marc Weigert

Es ist heiß, und die Kinder sind mit großer Begeisterung dabei, die Wappen für ihr bevorstehendes Turnier zu bemalen. Bei diesem Turnier geht es ums Ringstechen. Die Kinder wurden in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: in eine blaue Gruppe und eine rote Gruppe. Dann haben sie unterschiedliche Wappen zum Bemalen bekommen. Sie konzentrieren sich beim Bemalen, sie summen und lachen. Die Kinder, die schneller sind, können dann noch einen Ritter oder eine Prinzessin ausmalen und ausschneiden.

Als dann jedes Kind fertig ist, wird das Turnierwappen für die jeweilige Gruppe ausgelost und auf dem Wappenschild befestigt. Die neun Jahre alte Rebekka und die gleichaltrige Emmi sind unterwegs in den Park und sagen, dass sie beim Turniertag großen Spaß haben. Im Park angekommen, werden die Aufgaben für jedes Kind ausgelost. Das eine darf König sein, ein anderes Ringhalter oder Ritter.

Das blaue Team lässt sich nicht unterkriegen

Ines Frontzek erklärt den Rittern, dass sie um die Wette laufen müssen und dabei versuchen sollten, so schnell wie möglich Ringe aus den Händen der Ringhalter auszustechen. Die ersten beiden Runden gehen an das rote Team mit dem Drachen auf dem Wappenschild. Das geht so weiter, bis zum 5:4 für Rot. Doch das blaue Team mit dem Löwen auf dem Wappenschild lässt sich nicht unterkriegen.

Der sieben Jahre alte Andreas darf König sein und schaut sich das ganze Geschehen aus der Distanz an. Der Junge interessiert sich für das Mittelalter und hat beim Turniertag seinen Spaß. Als Ritter hat auch der sechsjährige Torben schon Ringe ausgestochen. Er wäre auch im wirklichen Leben gern ein Ritter. Das blaue Team holt auf und kommt zum 5:5-Unentschieden. Das Team darf nun seinen besten Ritter auswählen und zum Stechen zurück auf den Platz schicken, doch es gibt erneut ein Unentschieden. Die Ritter werden nun vom König zu echten Rittern geschlagen und bekommen von ihren Knappen Waffen, Helm und Schild.

"Ein museumspädagogisches Projekt muss natürlich auch zu dem jeweiligen Museum passen", erklärt Museumspädagogin Ines Frontzek, wie sie auf das Ritterprogramm gekommen ist. Schon früher wurden Freizeitaktivitäten für Kinder im Hällisch-Fränkischen Museum angeboten, die dann aber eingestellt werden mussten.

Dies ist das erste Projekt der Diplom-Restauratorin Ines Frontzek. Sie hatte es eigentlich für Kindergeburtstage und höchstens acht Personen konzipiert, es dann aber doch als Ferien-Freizeitaktivität ausprobiert. In der Regel macht Frontzek monatlich zwei bis drei Führungen für Schulklassen.

Bevor die Kinder ihre Wappen aussuchen und bemalen durften, zeigte Ines Frontzek ihnen ein altes original Ritterschwert. Sie fragte die Kleinen, was noch alles zu einer ritterlichen Ausrüstung gehöre. Die Kinder wussten Bescheid und gaben richtige Antworten: Helm, Schild, Rüstung . . .

Frontzek fragte, was die Aufgabe eines Ritters gewesen sei, und eines der Kinder antwortete: "Die sind vom König ernannt worden, um die Leute zu beschützen."

Den Kindern wurde erzählt, welche Werdegänge und Aufgaben ein Ritter hat. Er wurde im Alter von sechs und sieben Jahren zum Pagen, mit 14 Jahren zum Knappen. Im Alter von 21 Jahren schließlich wurden die Vorfahren Ritter. Von da an bestritten die Ritter Turniere und dienten einem König.

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