TSV regt runden Tisch an

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Den Fußball betrifft es vor allem. Und dort vor allem die E-Jugend. Doch auch die anderen Mannschaften des TSV Ilshofen kennen das Problem: Flüchtlingskinder, die in die Mannschaften integriert werden sollen. „Wir haben im Fußball bestimmt 20 bis 25 Flüchtlingskinder“, sagt Dario Caeiro, Abteilungsleiter Herrenfußball. „Das bringt uns an unsere Grenzen.“

Dabei weist der TSV auf die Bedeutung der Sportvereine bei der Integration hin. Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen sprächen eine internationale Sprache und gerade Mannschaftssport verbinde. „Wir stehen für den Breitensport und damit auch für die Integration“, sagt etwa TSV-Vorsitzende Jasmin Holze. Fußballer Caeiro bestätigt das: „Wir stellen uns gerne dieser Aufgabe. Aber es ist nicht leicht. Wir können es nicht alleine schaffen.“  Denn wenn beim Training der Buben etwa drei erwachsene ehrenamtliche Trainer auf dem Platz sind, sei einer allein mit den Flüchtlingskindern gebunden.

Erstmals auf richtigem Platz

Sprache sei das eine Problem. Der unterschiedliche Leistungsstand das andere. Und auch wenn es beim Sport um Gemeinschaft und Integration geht – um die Leistung geht es in einem Verein eben auch. „Doch da kommen dann Kinder in die Mannschaften, die zum ersten Mal auf einem ordentlichen Platz spielen. Dass die bei einem Spiel nicht angespielt werden, weil sie gleich wieder den Ball verlieren, ist doch klar“, sagt Caeiro. „Aber für alle Beteiligten ist das frustrierend.“ Und gerade das verhindere die Integration, anstatt sie zu fördern.

Denkbar für den TSV wäre etwa, eine extra Gruppe für die Flüchtlingskinder zu bilden. In der könnten die Kinder erst einmal ankommen, bevor sie dann in die Jugendmannschaften inte­griert werden. Caeiro: „Die Kinder und Erwachsenen durchschauen außerdem unsere Vereinsstruktur nicht. Die müssen sie erst einmal kennenlernen.“ Denn dass ein Fußballtraining hier feste Zeiten habe, müssten viele erst einmal begreifen. „Wir sehen auch die Notwendigkeit von Deutschkursen und von anderen Angeboten, damit sich die Kinder nicht langweilen.“ Denn das Fußballtraining gebe es höchstens ein paar Stunden in der Woche. Für eine richtige Integration sei das bei weitem zu wenig. „Aber als Sportverein sind wir hier natürlich überfordert. Unsere ehrenamtlichen Helfer kommen da an die Grenzen.“

Der TSV hat das Problem im Vereinsrat besprochen und dann im vergangenen Jahr einen Hilferuf an den Gemeinderat gerichtet. „Wir haben dort unser Anliegen vorgebracht und um Unterstützung gebeten“, sagt Caeiro. „Aber ohne Ergebnis.“

„Unsere Idee war, ein Programm für die Kinder auf die Beine zu stellen, damit sie sich hier einleben und Deutsch lernen.“

Doch wer soll das organisieren? Wer soll es planen? „Es bleibt halt immer viel am Ehrenamt hängen“, sagt TSV-Kassier Thorsten König.

Flüchtlingsheim im Bau

Der TSV würde sich deshalb über Unterstützung freuen. Er würde sich wünschen, dass in Ilshofen ein runder Tisch entstehen würde, an dem sich all jene treffen, für die Integration von Bedeutung ist und die sich für Integration einsetzen. Engagieren könnten sich etwa die Gemeinde, die Schulen, die Kirchengemeinden, der Freundeskreis Asyl und nicht zuletzt die Vereine.

Denn das Problem mit der Integration wird in Ilshofen in Zukunft möglicherweise drängender, wenn nämlich das Flüchtlingsheim fertig ist, das derzeit gebaut wird. Caeiro: „Wer weiß, wer dann dort wohnt und wie viele Kinder zusätzlich zu uns kommen. Dabei sollen sie das ja. Sie sollen hier Sport machen und Freunde finden. Aber wir als Verein kommen da an unsere Grenzen.“

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