Trends: Nächstes Jahr ist alles wieder neu

Fidget Spinner sind der neuste Hype unter Jugendlichen. Bevor die Handkreisel die Schulhöfe eroberten gab es dort schon Loom-Bänder, Tamagotchis und Pokémon Go.

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    Pokémon Go war 2016 auf allen Smartphones zu finden. Foto: 
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    Hype: Tamagotchi Foto: 
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    Loom-Armbänder waren 2014 ein Must-have. Foto: 
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    Mit den Fidget Spinnern geht’s im Sommer 2017 rund. Foto: 
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Es geht rund in den Händen vieler Jugendlicher: Der Fidget Spinner ist der Trend des Sommers 2017. Wer keines der drehenden Plastikspielzeuge hat, ist schnell außen vor. Wer dagegen mit Pokémon Go, Loom-Bändern oder einem Tamagotchi ankommt, ist definitiv von gestern. Denn die meisten Trends sind schnell wieder vergessen.

So sind Tamagotchis für viele nur eine blasse Erinnerung. Ende der 90er-Jahre waren  die digitalen Haustiere jedoch kaum aus Klassenzimmern und  Schulhöfen wegzudenken: Ihre „Herrchen“ mussten sie füttern, unterhalten und schlafen legen, und das rund um die Uhr. Damals noch nicht als App fürs Smartphone, sondern als kleine, ovale Minicomputer, konnte man die piepsenden Geräte überall hin mitnehmen. Das Spiel war so beliebt, dass der japanische Spielzeughersteller Bandai rund 35 Millionen der Plastikspielzeuge innerhalb eines Jahres verkaufte.

Wer kein Tamagotchi vorweisen konnte, hatte schnell ein Problem, Spielkameraden zu finden. Doch wie das bei Hypes eben ist, verflog die Begeisterung um die Tamagotchis bereits nach einigen Monaten. 2004 versuchte der Spielekonzern Bandai den Trend durch eine Neuauflage wieder aufleben zu lassen, doch die Verkaufszahlen sollten ihre alte Größe bei Weitem nicht erreichen.

Einige Jahre später konnte man in Deutschland wieder einen großen Hype in Form der knallbunten Loom-Bänder beobachten. Das sind bunte Gummiringe, welche mithilfe von speziellen Webrahmen zu individuellen Armbändern geknüpft werden können. Entwickelt wurden diese von dem Malaysier Cheong Choon Ng. 2014 kamen die ersten Gummiringe in die deutschen Läden, einige Wochen später gab es kein Entkommen mehr. Kinder und Jugendliche lebten nach dem Motto: „Mehr ist mehr“, und trugen die selbst gemachten Armbänder bis unter die Ellenbogen. In den Schulen, auf der Straße, überall fand man auf dem Boden lose Gummiringe und halbfertige Armbänder.

Warnungen vor Loom-Bändern

Im Herbst 2014 kamen jedoch erste Warnungen vor den Loom-Bändern auf: So enthielten diese Giftstoffe, sogenannte Weichmacher, und Latex, die durch Verschlucken in den Körper gelängen.

Der Trend der selbst gemachten Armbänder hielt sich dennoch zum Erstaunen vieler ein ganzes Jahr, bis die Loom-Bänder wieder aus den Läden verschwanden. Im selben Jahr gab es noch einen Trend: Die Ice-Bucket-Challenge. Die Herausforderung bestand darin, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und danach drei oder mehr Personen zu nominieren, es ihnen innerhalb von 24 Stunden gleichzutun.

Wer jetzt denkt, das Eiswasser-Bad habe keinen tieferen Sinn, der irrt. Tatsächlich sollte die Aktion auf die Nervenkrankheit „Amyotrophe Lateralsklerose“ (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung sammeln. So verpflichtete sich jeder Teilnehmer, zusätzlich zehn Euro an die ALS-Association zu spenden, wer die Herausforderung nicht annahm, sollte 100 Euro spenden. Durch soziale Netzwerke  wurde die Aktion verbreitet. Inzwischen sollen durch die Ice-Bucket-Challenge rund 190 Millionen Euro weltweit zusammengekommen sein. Trotz der heißen Temperaturen in diesem Sommer stellen heute kaum noch Menschen Videos von sich ins Netz, in denen sie sich das eisige Nass über die Köpfe leeren.

Im vergangenen Jahr eroberte dann Pokémon Go die Smart-
phones der Jugendlichen. Die App, die das amerikanische Entwicklerstudio Niantic Labs entwickelte, sorgte für viel Aufregung. Mit ihr konnten Spieler Pokémons, virtuelle Wesen, fangen, trainieren und in Kämpfe mit anderen Spielern schicken. Das Besondere: Um sich in der Spielwelt zu bewegen, muss der Nutzer auch in der realen Welt zum angegebenen Ort laufen. So sollte die App auch „nicht-frischluft­affine“ Jugendliche nach draußen locken.

Pokémon Go – der Trend 2016

Das Konzept ging auf: 2016 nutzten nahezu 100 Millionen Spieler im Monat die App, bis Ende des Jahres  wurden 90 Millionen Fabelwesen weltweit gefangen. Die Kehrseite des Hypes konnte man in vielen Städten sehen: überfüllte Parks und blockierte Straßen. Auch in Schwäbisch Hall führte die Pokémon-Begeisterung zu Problemen. Im Bereich des Unterwöhrds war der Spielplatz fast durchgängig von Pokémon-Jägern besetzt. Die Folge waren vor allem eine Menge Müll und Ärger mit Anwohnern. Im Zuge der Auseinandersetzungen beschloss der Gemeinderat sogar ein Rauchverbot auf Spielplätzen in Hall. Ob sich dieses Rauchverbot wegen den Pokémon-Go-Spielern noch lohnte, ist fragwürdig. Denn schon einige Monate später ließ sich die einst so beliebte App auf kaum einem Handy mehr finden. Wie alle  Trends verlief auch dieser im Sand.

Bei Fidget Spinnern, Einhörnern und Hunde-Filtern bei Snapchat, den aktuellen Trends, wird es vermutlich ähnlich ablaufen. Sind sie heute noch das Must-have,­ redet im nächsten Jahr schon niemand mehr darüber. Einen Trend mal auszulassen, ist also keineswegs schlimm. Denn der nächste kommt bestimmt.

Alle Jahre wieder kommt ein neuer Trend. Für alle, die den Überblick verloren haben, hier eine kurze Liste der letzten Trends:

2012: Der „Gangnam-Style“ bringt alle zum Tanzen.
2014: Dieses Jahr findet man überall bunte Loom-Bänder.
2015: Die Bänder müssen Sprachausdrücken wie „YOLO“ (you only live once) und „Läuft bei dir“ weichen.
2016: Die App „Pokémon Go“ lockt selbst die größten Stubenhocker aus dem Haus.
2017: Dieses Jahr gibt es keine Chance, dem Glitzerstaub und den Regenbögen der Einhörner zu entkommen. Auch die „Mannequin-Challenge“ ist beliebt. böt

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