Traumberuf Lehrer

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Celine Schuhmacher unterstützt den Zweitklässler Johann bei seinen Mathehausaufgaben.  Foto: 

Kurz nach 13 Uhr: 14 Grundschüler sind zur Hausaufgabenbetreuung da. Celine Schuhmacher beugt sich gerade zu Johann, einem Zweitklässler. Er braucht ein bisschen Unterstützung bei seinen Matheaufgaben. Geduldig erklärt die 19-Jährige, die seit 1. September ein freiwilliges soziales Jahr an der Bühlerzeller Grundschule und im Kinderhaus absolviert, worauf Johann achten muss. Dann macht er sich wieder allein an die Arbeit. Aufmerksam beobachtet die junge Frau aus Untersontheim die Kinder. Wenn sich eines meldet und Hilfe braucht, gibt sie Tipps, wie es die Aufgabe angehen soll. „Die Kinder sind hin und weg von ihr und sie akzeptieren sie. Das ist wichtig“, meint Desirée Kunz, Klassenlehrerin der vierten Klasse, in deren Zimmer die Hausaufgabenbetreuung stattfindet. „Celine macht das sehr gut und nimmt uns viel Arbeit ab“, meint sie. Besonders freut sich die Pädagogin darüber, dass Celine sie und ihre Klasse im Frühjahr ins Schullandheim nach Gschwend begleitet. „Meine Klasse ist davon total begeistert“, sagt sie.

„Glücklich und froh“

Eigentlich wollte die engagierte junge Frau nach der Schule als au-pair ins Ausland, aber das hat nicht geklappt. „Jetzt bin ich glücklich und froh, dass ich hier sein darf. Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit. Es passt super und macht Spaß“, berichtet die frühere Realschülerin des Schulzentrums Bühlertann. Ihr damaliger Klassenlehrer Thomas Pfeffer, Schulleiter in Bühlertann und Bühlerzell, habe sie auf die FSJ-Stelle aufmerksam gemacht, erzählt sie und strahlt. Pfeffer wusste, warum er gerade Celine angesprochen hat: „Es sind alle begeistert von ihr – Eltern, Kinder, Erzieherinnen und Lehrer. Es könnte nicht besser sein. Sie ist selbstständig, umsichtig, kann gut mit Kindern umgehen – wir sind froh, dass sie da ist“, lobt Pfeffer sie in den höchsten Tönen.

Später auf dem Pausenhof hat die Absolventin des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums an der Sibilla-Egen-Schule alle Kinder im Blick. Zwei Streithähne trennt sie, bis sie sich wieder beruhigt haben. Die Kinder nehmen sie ernst, obwohl sie eher klein und zierlich ist. Als sich die Erstklässlerin Jana am Knie anschlägt, nimmt sie sie tröstend in den Arm. Dann holen sie einen Kühlakku für das lädierte Knie. Ein paar Minuten später bekommt Celine ihn zurück: „Es geht schon viel besser“, meint Jana und springt zu den anderen Kindern.

Vormittags ist Celine Schuhmacher meist im Kinderhaus:  „Im Dachsbau bei den Drei- bis Sechsjährigen“, erklärt sie. Basteln, spielen, vorlesen – sie hilft bei allem, was nötig ist und begleitet die Jüngeren auch mal auf die Toi­lette. „Das gehört dazu“, sagt sie.

„Sie ist motiviert und offen“

Auch bei den ganz Kleinen in der Krippe hilft sie aus. Mittags arbeitet sie bei der Essensausgabe für die Grundschüler. Sie sieht, wo etwas fehlt, wo ein Kind Hilfe oder eine der Erzieherinnen Unterstützung braucht. „Sie ist motiviert und offen, geht auf die Kinder zu und wir können sie in allen Bereichen einsetzen“, bestätigt Anja Wallisch, stellvertretende Kinderhausleiterin.

Nachmittags betreut Celine Schüler. „Montags gehen wir mit ihnen, wenn es  das Wetter zulässt, in den Wald, mittwochs gibt es erst Yoga zur Entspannung und anschließend kochen wir gemeinsam und heute ist Fußball angesagt“, erzählt die junge Frau, die mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen ist. An diesem Dienstag toben an die 20 Kinder mit Fußbällen durch die Turnhalle. Da ist es gut, dass Rudolf Wengert, ein Ehrenamtlicher der Sportfreunde Bühlerzell, ihr ein paar Kinder abnimmt.

„Ich hatte schon immer den Wunsch, Lehrer zu werden. Zwischendurch war ich mir mal nicht mehr ganz sicher, aber jetzt weiß ich, dass es das Richtige ist“, stellt Celine fest. Realschullehrer für Englisch und Sport ist ihr Traum. „Es liegt wohl in der Familie. Meine Mutter wäre auch gern Lehrerin geworden“, meint sie und lacht. Verantwortung zu übernehmen, sei immer ihr Ding gewesen. „In der Realschule war ich zwei Jahre Schulsprecher und dann am Gymnasium zwei Jahre Klassensprecher“, berichtet sie.

Mögliche Einsatzbereiche sind die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit alten oder behinderten Menschen, beim Rettungsdienst, in der Verwaltung etwa von Gemeinden, in Sportvereinen, im Krankenhaus. Während des FSJ bekommt man ein Taschengeld, ist sozialversichert, hat Anspruch auf Urlaub, auf Bildungstage und Begleitseminare. Das FSJ wird als Vorpraktikum und als Wartezeit aufs Studium anerkannt. siba

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