Tourist-Info zieht in Klein-Gebäude am Hafenmarkt

Die Tourist-Info zieht vom Marktplatz an den Hafenmarkt. Die Stadt mietet dort von Oktober an die Räume des heutigen Teppichhandels Klein.

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  • Für viele Touristen bietet das Sibilla-Egen-Haus am Marktplatz (Hintergrund) den Startpunkt auf der Haller Sight-Seeing-Tour. So auch für Cornelia Bayer (Unterschneidheim), Christa Klink und Hilde Volk (beide Aalen). 1/2
    Für viele Touristen bietet das Sibilla-Egen-Haus am Marktplatz (Hintergrund) den Startpunkt auf der Haller Sight-Seeing-Tour. So auch für Cornelia Bayer (Unterschneidheim), Christa Klink und Hilde Volk (beide Aalen). Foto: 
  • Das Klein-Gebäude am Hafenmarkt. 2/2
    Das Klein-Gebäude am Hafenmarkt. Foto: 
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Reinigungsmittel trieft an den aufgeklebten Prozent-Symbolen herunter. Zwei Arbeiter wischen mit gekonnten Bewegungen über die Schaufenster. Für den Schlussverkauf soll alles blitzeblank sein. Zwar ist es nicht nicht der erste angekündigte Ausverkauf im Gebäude mit den großen Lettern „J. L. Klein“ am Hafenmarkt. Doch diesmal sei es endgültig, versichert Ulrich Klein. Aus gesundheitlichen Gründen müsse er langsamer machen. Da sei ihm das Angebot des Oberbürgermeisters recht gekommen. Nun schließt er den Laden und vermietet die Flächen an die Stadt.

OB Hermann-Josef Pelgrim will die rund 300 Quadratmeter große Verkaufsfläche, wo einst Parfüm und heute Teppiche verkauft werden, als neuen Standort für die Tourist-Info nutzen. „Auf dem Weg vom Gemeinderat zur Gastronomie“ sei ihm die Idee dazu gekommen. Bettina Wilhelm, Erste Bürgermeisterin, ergänzt, dass bereits seit eineinhalb Jahren ein neues Domizil für die städtische Abteilung gesucht werde. Im Erdgeschoss des Sibilla-Egen-Hauses am Marktplatz, wo heute die Tourist-Info untergebracht ist,  sei es zu eng.

Informationen, Stadtführungen und Tickets für Veranstaltungen werden dort auf knapp 120 Quadratmetern angeboten. Allerdings, so Wilhelm, seien im denkmalgeschützten Haus bauliche Änderungen nicht möglich. Der Zugang zu den Büroräumen in den  oberen Etagen führe durch die Verkaufsräume. „Das ist alles nicht ideal.“

Pläne, das Angebot der städtischen  Touristik und Marketing auszuweiten, seien am mangelnden Platz gescheitert.  Aber gerade der Verkauf von Merchandising-Artikeln sei eines der Vorhaben, die die Verwaltung nach der Marketingstrategie anvisiert hat.

Produkte zu Hall sollen daher neu im Sortiment landen – nicht nur mit der Marke der Stadt, sondern auch von Firmen und Vereinen, etwa von den Unicorns. „Wir wollen ein Schaufenster für Schwäbisch Hall sein, ein Hall-Fan-Shop sozusagen“, sagt Wilhelm. Das sei im Klein-Gebäude gut möglich.

Ein weiteres Ziel sei, so Pelgrim, den Marktplatz zur Festspielzeit „vernünftig zu organisieren“. Dazu gehörten in der Vergangenheit unter anderem die Einrichtung einer neuen öffentlichen Toilette und Lagermöglichkeiten für Stühle. „Der Umzug der Tourist-Info ist ein weiterer Baustein.“ So werde auch die Wegeführung angepasst. Derzeit müssen Besucher während Theatervorstellungen durch die Absperrvorhänge des Theaters gehen, um in die Tourist-Info zu gelangen.

Wilhelm betont, dass eine Tourist-Info nicht zwingend auf den Marktplatz gehöre. Das hatten Erkundungsbesuche bei mehreren Zentren in Baden-Württemberg gezeigt. In diesem Zuge hätte sie gemeinsam mit Mitarbeitern auch Ideen für das Haller Angebot gesammelt.

Auch Klaus Lindenmeyer, Leiter des Dezernats Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, ist überzeugt, dass der Wegzug vom Marktplatz kein Hindernis darstelle. „Man hat über die Treppe zum Hafenmarkt ja weiterhin eine direkte Sichtachse.“

Hafenmarkt soll später umgestaltet werden

Im Oktober beginnt der Mietvertrag, der zunächst auf 15 Jahre abgeschlossen wurde – mit zweimaliger Verlängerungsoption um je fünf Jahre. Den von der Stadt priorisierten Kauf hatte Klein abgelehnt. Das Haus sei bereits seit 150 Jahren im Familienbesitz (siehe Info).

„Uns war daher ein langfristiger Mietvertrag wichtig, da wir viel investieren“, meint Pelgrim. Zudem habe sich die Verwaltung das Vorkaufsrecht gesichert. Nun seien 550.000 Euro für den Umbau und Umzug eingeplant. Der soll 2017 erfolgen. Zunächst werde aber ein Wettbewerb durchgeführt und es würden gezielt Büros angeschrieben, die sich mit der Konzeption von Touristik-Zentren befasst haben.

Zudem, so der OB, solle der Außenbereich vor dem Klein-Gebäude neu gestaltet werden, wo derzeit mehrere Schaufenster eine kleine Passage  bilden. Pelgrims Vision ist ein ebene Fläche daneben, auf der Passanten und Autofahrer sich gleichberechtigt bewegen können, ähnlich wie in der neu gestalteten Marktstraße. Das soll aber erst viel später konzipiert werden.

Für die freiwerdenden Flächen im Erdgeschoss des Sibilla-Egen-Hauses habe die Verwaltung noch keine konkreten Pläne. Pelgrim und Wilhelm wünschen sich aber, dass die Buden vor dem Fischbrunnen verschwinden, in denen an Festspieltagen und Festen Kulinarisches angeboten wird. „Das Angebot könnte in das Gebäude verlagert werden“, meint Wilhelm.
 

Von Apotheke zum Teppichhandel

Besitzer Die Geschichte des Gebäudes am Hafenmarkt 3 reicht im Häuserlexikon der Stadt Hall bis ins Jahr 1643 zurück. Melchior Döllin legte damals den Eid auf die Apothekerordnung ab und eröffnete seinen Betrieb. Mehrfach wechselte daraufhin der Besitzer.

Wechsel Der Bürstenbinder Johann Ludwig Klein erwarb das Gebäude 1865, allerdings ohne Apotheken-Lizenz.  Diese ging an Herrn Picot, der die Engelapotheke an der Marktstraße 2 eröffnete (heute Atelier Kerstin Körner). Klein wiederum ließ das Gebäude am Hafenmarkt mehrfach umbauen. Später wurden dort Linoleumböden und Drogeriewaren angeboten. Später folgte der Teppichhandel und die Parfümerie. Ulrich Klein übernahm den Betrieb Mitte der 1990er-Jahre von seinem Vater.

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