Thomas Edelbluth als neuer kaufmännischer Vorstand des Sonnenhofs eingesetzt

Viele sind am Sonntag in die Kirche St. Michael gekommen, um Thomas Edelbluth einen guten Start zu wünschen: Er wechselt von Tettnang zum Sonnenhof.

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  • „Mein Name ist . . .“: Thomas Edelbluth bei seiner Einführung in der Michaelskirche. 1/2
    „Mein Name ist . . .“: Thomas Edelbluth bei seiner Einführung in der Michaelskirche. Foto: 
  • Thomas Edelbluth hat eine Verletzung am Sprunggelenk. Deshalb nimmt er auf einem Stuhl sitzend die Grußworte entgegen. 2/2
    Thomas Edelbluth hat eine Verletzung am Sprunggelenk. Deshalb nimmt er auf einem Stuhl sitzend die Grußworte entgegen. Foto: 
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„Sehr geehrter Herr Edelbluth“, sagt die Bewohnerin und Heimbeirätin in den Fürbitten, „wir wünschen Ihnen gute Augen, gute Ohren, Mut, Kraft und ein weites Herz.“ Sie sticht mit ihrer kindlichen, freundlichen Stimme aus den feierlich-reserviert vorgetragenen Fürbitten heraus. „Ihre Ehrlichkeit schätze ich besonders“, wird Thomas Edelbluth später sagen, als er gefragt wird, wie er den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung empfinde. Nicht nur durch seine vorherige Arbeitsstelle hat er mit ihnen Kontakt, auch durch Familienmitglieder.

Seit fast drei Monaten ist er bereits an seinem neuen Arbeitsplatz, wo er die Finanzen des Sonnenhofs zu verwalten hat. Zuvor hatte er denselben Posten inne, aber bei einer wesentlich kleineren Einrichtung, der „Diakonie Pfingstweid“ in Tettnang. Der Sonnenhof, ein viel größerer Betrieb mit Schule und Kindergarten, reizte ihn. Außerdem bietet der neue Arbeitsplatz den Vorteil, in seiner Heimatstadt Aalen bei seiner Frau und zusammen mit der Mutter wohnen zu können.

Ihm sei sicher mulmig, mutmaßte Prälat Harald Stumpf, schließlich sei er betriebswirtschaftlichen Zwängen unterworfen und man wisse ja, dass die Pflege nicht ausreichend honoriert werde. Nein, ihm sei nicht mulmig, antwortete Edelbluth. Er habe ja in seinen bisherigen 18 Jahren in kirchlich-diakonischen Einrichtungen ähnliche Aufgaben gehabt.

In dem Gottesdienst, vor vielen Gästen, die den Kirchenraum füllen, wirkt Thomas Edelbluth fast bekümmert. Seine Worte vor der Gemeinde fallen knapp aus: „Mein Name ist…“, beginnt er nüchtern, und bald darauf schließt er mit „…und hoffe, den hier gesprochenen Worten gerecht zu werden“. Stumpf und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann legen ihm die Hände auf und segnen ihn für sein Amt.

Wichtig ist ihm, die Teilhabe umzusetzen

Nach dem Gottesdienst stehen viele Menschen Schlange, um ihm zu gratulieren und „den Neuen“ kennenzulernen. Neue Kollegen, alte Kollegen, Haller Stadträte und weitere Vertreter von Kirche und Politik. Da steht plötzlich ein ganz anderer Thomas Edelbluth als zuvor am Altar. Immer lachend, Späße machend, interessiert an dem, der da vor ihm steht, er nimmt sich Zeit für jeden.

Dekan Winfried Dalferth, der beim Bewerbungsgespräch dabei war, sagt, ihm hätte Thomas Edelbluth gefallen, weil er sehr offen gewirkt habe – offen für Veränderung, außerdem planungs- und handlungskompetent.

„Ideen habe ich noch keine zu vermelden“, sagt der neue kaufmännische Chef des Sonnenhofs. Erst einmal wolle er sich einarbeiten, aber wichtig sei ihm vor allem, die neuen Teilhabegesetze umzusetzen, betont Thomas Edelbluth. „Wir sind auch Anwälte“, sagt er über sich und seine Kollegen vom Schwäbisch Haller Sonnenhof. Er ist gelernter Volkswirt, hat sein gesamtes Berufsleben in sozialen Einrichtungen gearbeitet. Das habe er im Studium bereits beschlossen, weil er geahnt hat, „die brauchen uns“.

Seine ehemaligen Kollegen hätten ihm zum Abschied gesagt, man spüre bei ihm nicht nur den Kaufmann, sondern auch, dass er Verständnis für Pädagogik habe.

Nachdem er lange in Altenpflegeeinrichtungen gearbeitet hat, fühlte er sich im Umfeld von Menschen mit Beeinträchtigung am richtigen Platz. „Das ist meine Welt“, sagt er, „weil hier noch etwas wachsen kann.“
 

Zur Person

Thomas Edelbluth wurde 1967 in Aalen geboren. Die letzten fünf Jahre arbeitete er als kaufmännischer Vorstand der „Diakonie Pfingstweid“ in Tettnang. In den Jahren davor war er als Geschäftsführer und Einrichtungsleiter tätig. Er ist verheiratet und kinderlos. Leidenschaftlich spricht er vom Skifahren und von seinem Labradorhund. „Ich muss aufpassen: Man wirft mir vor, ich nenne den immer, bevor ich meine Frau erwähne“, feixt er. sasch

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