Teile der Marktstraße werden für 600.000 Euro saniert - Freude über Lückenschluss

Die Marktstraße wird beim Säumarkt und am Übergang zum Marktplatz erneuert. Die Gestaltung von Fahrbahn und Bänken orientiert sich am sanierten Teil der Straße. Von September an wird gebaut.

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Vorne hui, hinten pfui: Die Arbeiter haben einst genau vor Sibylle Giggas Weinladen aufgehört, die Straße zu sanieren. Jetzt freut sich die Inhaberin: Endlich soll auch vor ihrem Geschäft der Belag erneuert werden. Foto: Tobias Würth  Foto: 

Sibylle Gigga ordnet Gläser auf einem Tisch vor ihrer Weinhandlung. Sie blickt auf die Marktstraße. Der Anblick ist für sie unerfreulich. Direkt vor dem Geschäft wellt sich der Asphalt. Nur drei Meter vom Laden entfernt schmeichelt aber feinster, neuer Straßenbelag den Füßen der Kunden. "Dass es vor meinem Geschäft so hässlich hingemacht wurde, ist schändlich", sagt sie.

Vor eineinhalb Jahren sanierten Arbeiter die Straße "Im Spitalbach". Da mehr aufgerissen werden musste als gedacht, erstrahlen Teile der Marktstraße in neuem Glanz. Nur zwei Lücken blieben unsaniert: Die Fläche zwischen Marktplatz/Neuer Straße/Marktsstraße und der nördliche Teil der Marktstraße, die zum Säumarkt führt. Das soll sich jetzt ändern. Die Lücken im neuen Belag werden geschlossen. Sibylle Gigga macht das glücklich: "Ich freue mich zwar nicht auf die Baustelle. Aber endlich entsteht hier ein toller Platz."

Säumarkt soll fit für Außengastronomie gemacht werden

Die Pläne, die vergangene Woche im Gemeinderat vorgestellt wurden, sehen Neuerungen vor. "Ein Platz entsteht, der mit einem Zeltdach überspannt werden kann", erläutert OB Hermann-Josef Pelgrim. Bei Aufführungen der Freilichtspiele sei die Straße sowieso gesperrt. Ab der 2015er-Saison könnten dort Besucher vor der Aufführung an der Ecke Marktstraße/Marktplatz mit Prosecco anstoßen oder sich in Regenpausen unter einen Schirm flüchten.

Auch im nördlichen Teil der Marktstraße seien Veränderungen vorgesehen. So sollen die sechs Parkplätze vor der Alten Wache verschwinden. Dabei handelt es sich um das historische Gebäude mit den Säulen am Säumarkt. Die Verwaltung sieht vor, einen Ort zu schaffen, auf dem möglicherweise Stühle eines Cafés stehen könnten.

Die Stadträte befürworten die Sanierung, diskutieren aber noch über die Gestaltung. "Das ist die richtige Konsequenz, das zu machen. Bis heute morgen war ich begeistert. Dann habe ich gesehen, dass wieder gelbe und grüne Blumenkübel hinkommen", sagt Armin Stutz (CDU). OB Pelgrim versichert, dass auch ihm die in grellen Farben gehaltenen Quader nicht gefallen, die im sanierten Teil von Marktstraße und Spitalbach stehen. "Die streichen wir raus." Friedrich Waller (FWV) wünscht sich, dass der finanzielle Rahmen von 600000 Euro nicht gesprengt werde. Er befürwortet das Projekt, stört sich aber an den Mustern auf der Straße: "Das sieht nach einem Schachbrett aus." Auch Ruth Striebel (FDP) hat Bedenken: "Das Hell-Dunkel-Hell-Dunkel bringt Unruhe rein." Thomas Pfisterer (SPD) findet die Pläne im Grundsatz gut.

Die farbliche Abstufung der Oberfläche sei bewusst so gewählt worden, erläutert Pelgrim. Der bereits sanierte Teil weise in der Mitte eine Fahrspur auf, an den Ränder Markierungen, die für Gehwege gehalten werden. Das stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus. "Wenn die Autofahrer den Eindruck haben, von der VR-Bank bis zum Marktplatz eine Fahrspur zu sehen, fahren sie nicht langsamer."

Die gesamte Marktstraße soll zu einem verkehrsberuhigten Bereich werden, der mit einem Spielstraßenschild gekennzeichnet ist. "Das bedeutet eine Höchstgeschwindigkeit von 7 Kilometern pro Stunde", erläutert Pelgrim. Die Verkehrsbehörde habe darauf gedrängt, durch die Pflastersteine nicht den Eindruck einer Fahrspur entstehen zu lassen sowie Ladezonen für Lastwagen farblich abzusetzen.

"Ich bezweifle, dass die Streifen gut rauskommen", sagt Jutta Niemann (Bündnis 90/Die Grünen) über den Plan, der gefleckt aussieht. Grünen-Fraktionssprecherin Andrea Herrmann bemängelt, dass die Räte nur wenige Stunden vor der Sitzung die Unterlagen erhalten haben. Man habe sich nicht lang genug mit der Materie vertraut machen können.

Am Ende kommt die Planung ohne Gegenstimmen - bei sechs Enthaltungen - durch. Die Arbeiten können ausgeschrieben werden.

Was verändert werden soll

Belag Die Marktstraße erhält an ihrem nördlichen Teil samt dem Säumarkt einen neuen Straßenbelag. Der sieht im Prinzip so aus wie der des sanierten Teils der Straße. Einziger Unterschied: Es wird keine Fahrspur abgebildet, sondern helle und dunkle Streifen entstehen aus Pflastersteinen, die ein Muster bilden.

Übergang Am südlichen Ende der Marktstraße wird der Übergang zum Marktplatz neu gestaltet. Wie in der Straße "Im Spitalbach" gliedert ein Metallraster den Ort, dazwischen werden Betonpflastersteine gesetzt. Der Platz soll bei Freilichtspiel-Aufführungen überdacht werden.

TOB

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