Stromnetz in Michelfeld gehört regionalem Energieversorgungsunternehmen

Jetzt ist es offiziell: Die Energieversorgung Michelfeld betreibt das Stromnetz in der Gemeinde. Das große Ziel ist klar: Die Versorgung der Hälfte der rund 1580 Haushalte in der Gemeinde wird angestrebt.

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Im Baugebiet Langenäcker hat sich eine Gruppe Menschen vor einer Trafostation versammelt. "Was wollen die Leute denn alle hier?", werden sich einige Anwohner gefragt haben, die mit dem Auto durchfahren müssen. Die Aufsteller mit dem Logo der EVM, der Energieversorgung Michelfeld, sorgen aber für die nötige Erklärung. Für das neue regionale Unternehmen ist es ein großer Tag. Nachdem im vergangenen Jahr umfangreiche Arbeiten an dem von der EnBW übernommenen Stromnetz durchgeführt worden sind, befindet es sich seit Januar vollständig im Besitz der EVM. Symbolisch wollen Bürgermeister Wolfgang Binnig als Aufsichtsratsvorsitzender der EVM und Gebhard Gentner, EVM-Geschäftsführer und Geschäftsführer der für die Betriebsführung zuständigen Stadtwerke Schwäbisch Hall, einen Schalter umlegen.

Ein wichtiger Standortfaktor für die Zukunft

Insgesamt rund 3,5 Millionen habe man investiert, erklärt Binnig vor Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Gemeinderats, der Stadtwerke, der Baufirmen und den EVM-Aufsichtsräten. "Seit wir 2012 im Gemeinderat die Grundsatzentscheidung getroffen haben, die Energieversorgung in eigene Hände zu nehmen, hat sich viel getan", so Binnig. Die ersten Überlegungen habe es schon 2009 gegeben. Mit der EVM habe man nun ein "wichtiges Element der öffentlichen Daseinsvorsorge" geschaffen. Mit den Stadtwerken als Partner habe man auch die regionale Verankerung gestärkt. Die EVM sei ein "Jahrhundertprojekt" für die Gemeinde und ein wichtiger Standortfaktor.

"Netzübernahmen sind nicht einfach", mit diesen Worten weist Gebhard Gentner auf die drei Jahre dauernden Verhandlungen mit der EnBW, der das Netz vorher gehört hat, hin. Bürgern und Grundstückseignern sei in der Umbauzeit einiges zugemutet worden, man habe aber viel konstruktive Kritik und Verständnis erfahren. Der "Ring ist geschlossen", die EVM sei somit eingebunden in ein Versorgungsnetz rund um Schwäbisch Hall. Das sei ein großer Vorteil bei Störungen.

Dann legen Binnig und Gentner den Schalter um und eine große Glühbirne leuchtet auf: sozusagen betrieben mit Michelfelder Strom. 460 Kunden habe die EVM schon in der Gemeinde, sagt Bürgermeister Binnig. Das Ziel sei aber klar, ergänzt Gentner: "Wir streben den Grundversorgunsgstatus an." Dafür müsste mindestens die Hälfte der zurzeit rund 1580 Haushalte in Michelfeld EVM-Kunde sein. "Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber wir schaffen das", meint der Geschäftsführer optimistisch.
 

Fast 30 Kilometer Kabel auf einer Länge von 15 Kilometern verlegt

Zeitraum Nach der Übernahme des Stromnetzes in der Gemeinde Michelfeld durch die EVM (Energieversorgung Michelfeld) hat das Unternehmen von April bis Dezember 2015 Arbeiten auf Gemeindegebiet durchgeführt. Rund 1,839 Millionen Euro sind in Netzausbaumaßnahmen investiert worden. 270.000 Euro flossen in die Erstellung von Hausanschlüssen für die Teilorte Gnadental, Witzmannsweiler, Neunkirchen und Blindheim. Die vormals freien Leitungen sind unter anderem durch Erdkabel ersetzt worden.

Material Es sind insgesamt rund 20 Kilometer "Mittelspannungskabel" und etwa 8,5 Kilometer Niederspannungskabel auf einer Trasse von circa 15 Kilometern Länge verlegt worden. Acht neue Netzstationen sind beschafft und ins Netz integriert worden. Bis Ende April werden noch Restarbeiten in den insgesamt neun Stationen erledigt.

Unternehmen An der neuen Gesellschaft Energieversorgung Michelfeld GmbH hält die Gemeinde mit 52,4 Prozent die Mehrheit der Anteile, die Stadtwerke Schwäbisch Hall halten 47,6 Prozent. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.ev-michelfeld.de.

Infos Noch vor Pfingsten will die EVM die Michelfelder Bürgerschaft zu einer Informationsveranstaltung in die Steinäckerhalle einladen. Ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben.

NOA

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